Schimmelbildung durch Wärmebrücke: Spezieller Fall

28.12.2013 Baufrei



Hallo,

ich bin neu hier im Fachwerkhaus-Forum und schlage mich mit einer kniffeligen Herausforderung herum, bei der ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt.

Bei meinem schon mehr als 15 Jahre bestehenden Umbau habe ich Schimmel in den Ecken des Erdgeschosses (siehe Skizze), weil sich dort Feuchtigkeit sammelt. Die tragende Wand aussen in der alten Jauchegrube ist trocken, so dass ich Feuchtigkeit durch Kapillareffekt ausschliesse. Deswegen die Vermutung: Die Betondecke ist Wärmebrücke und führt zu Kondensation im Innenraum.

Könnte mir hier jemand mit einer spontanen, pragmatischen Idee weiterhelfen?

Folgendes steht bereits zur Diskussion:

(1) Isolierung der Betondecke bis 1 m weit weg von der Aussenwand, oben und unten mit jeweils 8 cm (was ist dann mit aufsteigender Kälte durch die "tragende Wand"?)
(2) Durchtrennen der Betondecke aussen, bündig mit der Aussenwand, Aussenisolierung und Verfüllen/Abbruch der Jauchegrube
(3) Einlassen einer Innenwandheizung innen, die abhängig von Temperatur/Luftfeuchtigkeit heizt
(4) Einsatz eines Luftentfeuchters innen
(5) Verlegung des Heizungsrücklaufs durch den unteren Wandteil, um Abkühlung des Sockels innen zu vermeiden

Vielen Dank und Grüsse,

Friedrich-Wilhelm



ich würde



die Nummer 5 nehmen, allerdings kurz überm Fußboden vor der Wand entlang geführt.



Schimmelvermeidung durch gezielten Wärmeeintrag



Die sicherste Methode Schimmel zu vermeiden ist die Temperatur der Wandoberflächen über Raumlufttemperatur zu heben (wärmestrahlungsintensive Heiztechnik), so wird die raumseitige Kondensatbildung vermieden.

Oftmals helfen in den Ecken schon warme Heizrohre, ggf. eine Heizleiste (SanCal, Radia-Therm, etc.).
Die zusätzliche Wärme sollte die Bauteile trocken legen, so dass der Dämmwert wieder hergestellt wird. Dieser wird beim durchgehenden Betonboden allerdings nicht doll sein.



Maßnahmen



Die genannten Variationen der angedachten Maßnahme 5. können durchaus helfen die Symptome des Problems zu entschärfen... es stellt sich nur die Frage, inwiefern Dauerbeheizung, denn diese wäre wohl nötig, für ein Schlafzimmer praktikabel ist. Wechselnde Beheizung bei bestehender Feuchtebelastung ist dann unter Umständen sogar kontraproduktiv...

Es ist allemal "nachhaltiger" sich über die Ursachen Gedanken zu machen und diese möglichst auszuschließen.

Bei der schematischen Strichzeichnung fällt ins Auge, dass sich an der bezeichneten neuralgischen Stelle zwei Fugen begegnen. Die eine würde eine erhöhte Belastung durch evtl. vorhandene Erdfeuchte, die andere durch Oberflächenwasser nach sich ziehen können. Eine hygroskopische Wirkung durch Salzbelastung der "tragenden Wand" ist zusätzlich nicht auszuschließen. Weiter ist die "klimatische" Situation in der leeren Jauchegrube unklar.

Ein paar weiterführende Details wären sicher hilfreich...

Einstweilen ist Schimmelentfernung und das übliche Getöse von "Heizen und Lüften" mit den vorhandenen Mitteln als Motto der Stunde angesagt...

MfG,
Sebastian Hausleithner



Problem an den Wurzeln packen



Eine Sockelheizung (5) wird natürlich helfen, löst aber nicht das grundlegende Problem der Wärmebrücken.

Wärmedämmung der Betondecke (1) sollte helfen. Unterseite scheint mir unkritisch. Für den Aufbau auf der Oberseite würde ich mich von Aufbauten für Flachdächer inspirieren lassen. Entscheidend ist dass allfälliges Wasser zuverlässig vom Haus weg fliesst.

Ich würde auch die tragende Wand in der Jauchegrube dämmen. Am besten wie eine Perimeterdämmung aufbauen (mit Abdichtung), dann kann man die Grube später auch verfüllen ohne alles neu zu machen.