Schallschutz bei Holzbalkendecken

10.10.2009



Hallo, wir sanieren gerade ein haus Bj. 1949 die Fassade ist bereits nach KFW NF Standard, durch einen Gipser fertig gestellt. Der Innenausbau des Dachs wird von uns zum größten Teil in Eigenleistung erbracht. Dir Frage die sich mir jetzt stellt ist: Wie bekomme ich eine Holzbalkendecke, die direkt auf Bimshohlblocksteinen und den inneren Fachwerkwänden aufsitzt Schalltechnisch so in den Griff, dass nicht jedes Geräusch von oben nach unten durch kommt. Der Deckenaufbau sieht wie folgt aus (von Unterkante Decke): Tapete; Putz ca. 1,5cm (bricht sehr leicht); Putzträger Schilfmatte; Lattung quer zur Balkenspannrichtung E ca.7-10cm; Holzbalken 10/18 e=40-50cm (wechselnd) vollflächig vernagelter Nut und Feder Boden. Die Zwischenräume sind mit einer ca.4cm starken Strohschicht und obenauf mit einer Lehmschicht von ca. 3cm im Trockenzustand ausgefüllt. Die Spannweite beträgt max. 4,5m. An einer Außenseite liegen die Balken auf einem bei einem Anbau eingezogenen Stahlträger (HEB 160) auf. Wie bei allen die Eigenleistung erbringen filt natürlich das Motto, möglichst viel erreichen mit möglichst wenig Arbeit- und Geldeinsatz. Freue mich über gute Tips! Danke nanne



Schallschutz



Wie werden denn die Räume unten und oben genutzt?

Viele Grüße



Eigennutzung?



Bei Eigennutzung kann man doch lieber etwas hören, als mit enormen Aufwand Lösungen zu integrieren, die dann doch nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Viele Lösungen neigen auch zur Gelddruckmaschine.
Und dann gibt es noch Lösungen, die früher oder später zu Bauschäden führen.

Nachdenkende Grüße,
Udo Mühle



Schallschutz



Wenn es immer schon zwei verschiedene Nutzungseinheiten waren, besteht erst einmal Bestandsschutz.
Man muß nichts machen, kann aber.
Bei einer grundhaften Sanierung sollte man sich an die DIN 4109 halten, dort sind die Anforderungen bezüglich des Trittschallschutzes definiert (53 d(B) bei MFH).
An einer klassischen Einschubdecke kann man den Trittschall durch eine zusätzliche Dämmung (Trittschalldämmplatten) auf der Oberseite verstärken.
In der Literatur und von den Systemherstellern werden Verbesserungen der Dämmung von 14-17 dB genannt.
Mit dem darauf aufbauenden Fußboden kommen ca. 25-30 mm Dicke zusammen, das sollten Sie bei der Planung beachten.
Als Lösung bieten sich Trittschalldämmplatten mit OSB- Platten als Belag oder Trockenestrichplatten mit integrierter Schalldämmplatte an.
Bei der Verlegung ist sorgfältig zu arbeiten, bereits minimale Schallbrücken können die Wirkung zunichte machen.
Man rechnet bei einer Schallbrücke pro Bauteil mit einer Minderung von 3 - 4 d(B), bei mehreren kumuliert sich das.

Viele Grüße



Moin Nanne,



wir haben OG die Dielen runter (waren nicht schön und zu wenig da teilweise Beton/Fliesen drunter), die Zwischenräume (3cm Stroh/Lehm, drüber Schlacke) mit Perlite balkenbündig verfüllt, 21mm OSB und drauf Fermacell-Estrichelemente mit Weichfaserplatte, Korklage, Parkett. Gesamtaufbauhöhe ca. 6,5cm.

Die ELW unten ist noch nicht bewohnt, und wenn ihr wollt, könnt ihr mal zur "Soundprobe" vorbeikommen (Tü-Lustnau).

Gruss, Boris



Schallschutz



teilt sich immer in Luftschall und Körper(Tritt-)schall.
Gegen Luftschall helfen schwere, massive Baustoffe und(oder) mehrschichtige Konstruktionen. Durch den Lehmschlag und die Schlacke ergibt sich da schon ein guter Schallschutz, da wird sich kaum etwas verbessern lassen.
Gegen Trittschall hilft nur ein weich entkoppelter Belag, diese Entkopplung muss vollständig sein, schon ein einzelner Nagel oder eine Schraube machen die ganze Aktion zur Minna.
MfG
dasMaurer



@ Boris



Warum denn immer diese Arroganz zu den alten Füllmassen in Holzbalkendecken besteht?
Und das wird dann auch noch breit geworfen und jeder der liest, schaufelt seine decken leer!!!!
Warum nur?

Ulrich hat es da bereits auf den Punkt gebracht.
Man kann sich somit Geld und Zeit sparen.
Hohlräume zusätzlich schließen und dies geht ruck zuck im Einblasverfahren mit Zellulose z.B.
OSB-Platten sollte man wissen, werden als dampfdicht betrachtet und sind so deklariert.
Lieber diffusionsoffen arbeiten, als dicht!

Nachdenkende Grüße,
Udo



@Udo



Hat bei mir aber auch ne Weile gebraucht zu begreifen, dass Schlacke (leicht, günstig, schalldämpfend, feuerfest) damals das optimale Material war. Ich hab im Netz auch nach langer Suche nix gesundheitlich bedenkliches gefunden - im Gegensatz zu den Staubwolken beim rausschaufeln.....

Ich denk' dass da viele im Anfangselan erstmal meinen "der alte Dreck muss raus".

Dass die OSB-Platten da nicht der Weisheit letzter Schluss sind sehe ich ähnlich, sehe aber auch nicht, dass mir jetzt über die Jahre die Platten von unten oder die Balken angammeln.

Gruss, Boris



Nach ca.



...einem dreiviertel Jahr sind nun die restlichen Messingkäfer verschwunden. Waren wohl noch ein paar Rest-Vagabunden. Möchte nicht wissen, wielange ich die Viecher noch an Bord hätte, wenn ich den alten Mist drin gelassen hätte.
Balken und Schallschutz sind aber so eine Sache. Eigentlich hilft nur Masse. Brauchte ich Gottseidank nicht, weil mich Schritte aus dem darüberliegenden Geschoß nicht stört.

Gruß Patrick.



Messingkäfer:



"Vorkommen und Schadbild

Vor allem in alten, feuchten Häusern, besonders wenn Fußböden und Wände mit organischen Dämmstoffen (Heu, Stroh, Häcksel) gefüllt sind. In Lagern von Drogen und Produkten tierischer Herkunft (Häute, Felle, Knochen, Leder), Brauereien usw. Tritt häufig auf, wenn z. B. Futtermittel lange unkontrolliert aufbewahrt werden...."

(aus:http://www.roemer-biotec.de/lexikon/messingkaefer.html)

Bei uns hatten wohl eher die Nager ihr zuhause: Nusschalen, Papierschnetzel, Stoffreste vom Nestbau....den organischen Kram hab ich natürlich fein säuberlich rausgelesen. Mit Messingkäfern hatten wir hier nix.

Gruss, Boris