Schalldämmung in sichtbarer Balkendecke

19.12.2021 Stefan Singer

Schalldämmung in sichtbarer Balkendecke

Hallo liebes Forum,

Ihr habt mir hier schon oft geholfen bei der Sanierung meines alten Hauses. Jetzt bräuchte ich mal wieder einen Rat zur Umsetzung der geplanten Neudecke mit sichtbaren Deckenbalken im Wohnbereich bezüglich des Trittschallschutzes.

Es geht darum im Deckenneuaufbau noch einen Pluspunkt an Schallschutz hinzubekommen. Im OG über dem Wohnbereich wo die neue Decke hinkommt, sind 2 Kinderzimmer, so dass hier mit vermehrtem "Getrampel" zu rechnen ist. Um somit auch im Deckenaufbau darunter noch etwas weghallendes Potenzial zu erzielen, habe ich folgendes vor. Grundlage sind die freien Balkenfelder, welche dann zusätzlich neben dem OG Blindboden mit schweren Gipsfaserplatten beplankt werden sollen.

Auf dem Bild sieht man jeweils seitlich an den Balken "angeflanscht" die Auflager-Leisten für den im OG ehem. sehr, sehr schiefen Fußboden (6m Spannweite Höhenunterschied max. 20 cm :-( ) hier hatte ich folgendes vor, um noch einen Pluspunkt in Sachen Schallschutz zu gewinnen:

1. In der Balken-Feld-Mitte wird per Trockenbaudirekt-Abhängern noch eine Holz-Tragleiste oder ein CD-Deckenprofil? für die Gipsfaserplatten gesetzt und mit Trockenbau-Dichtband vollflächig beklebt.

2. An die seitlich angeflanschten OG-Auflagerleisten wird vollflächig handelsübliches Trockenbau Dichtband als Schallbrücke geklebt.

3. Dann Beplankung der Decke mittels Gipsfaserplatten

Was haltet Ihr von dieser Idee, wo könnte man verbessern oder gäbe es andere Vorschläge? Sollte der Raum Gipsfaserplatte EG Decke / OG Zwischenboden-Blindboden noch mit etwas schalldämmendem verfüllt werden?

Vielen Dank vorab, Ihr Lieben und einen Schönen 4.Advent ;-)

Stefan S.

P. S. Das rote/weiße Band dient nur dem Hinweis, dass da Leitungen im Zwischenboden liegen, um diese nicht anzubohren ;-)



Re: Schalldämmung in sichtbarer Balkendecke



Hallo Stefan,
eine Trittschalldämmung kommt AUF den Rohboden und unter den Bodenbelag, nicht unter die Decke (suche einfach nach den 1001 Beiträgen die es hier im Forum schon zu dem Thema gibt).

Wenn du an die jetzt vorhandene Konstruktion einfach per Abhänger eine GF-Platte hängst, hast du einen Resonanzkörper gebaut, der u. U. den Lärm aus dem darüber liegenden Geschoss sogar noch verstärkt.
Du musst den Hohlraum (= die Höhe der "angeflanschten" Traghölzer) füllen!
Wenn die jetzt von unten sichbaren OSB-Platten der Rohboden auf der Decke ist und darauf keine weiteren "Massen", sprich kein weiteres Gewicht, ist, schwingt die Decke bei jedem Schritt. Da hilft auch eine Trittschalldämmung nicht viel.
Wenn du oben, auf den Rohboden keine weitere Masse drauf packen kannst, könntest du den besagten Hohlraum statt mit leichtem Dämmstoff, z. B. mit mehreren Lagen GF-Platten, oder anderen schweren Platten auffüllen (zwischen den Traglatten press unter die OSB schrauben). So bekämst du wenigstens etwas mehr schwingungsdämpfende Masse in die Decke. Da das/die Zimmer im OG ja auch beheizt sind, brauchts hier keine Wärmedämmung, also keinen Dämmstoff als "Füllsel".

Gruß,
KH



Danke für die Warnung...



Hallo KH,

Danke für die Warnung zum Resonanzkörper. Das Dichtband sollte eigentlich eine "Fuge" in die "Schallmauer" schlagen. Mir ist bekannt, dass nur Masse hilft, Trittschall zu bremsen. Vielleicht auch noch zur erläuternden Erklärung des Bodenaufbaus im OG.

Der im Bild sichtbare OSB-Boden ist ein Blindboden und nicht der eigentliche "Tritt-/OG-Rohboden". Zwischen Rohboden OG (=OSB) und Blindboden (=OSB) (im Durchschnitt ca. 15cm Abstand), ist eine mittelschwere gebundene Schüttung + Holzfaserplatten + Hanftrittschallstreifen die die ehem. Lehmstaken-Masse wieder leicht herstellen und den Trittschall verbessern sollen, was eigentlich auch schon relativ gut geht. Ich möchte halt zusätzlich versuchen auch noch von der Unterseite Geräusche wegzufiltern.

VG,
Stefan



Antwort



Guten Tag,
wenn wir in alten Häusern die Decken aufmachen müssen, finden wir nicht selten bis zu 17 cm Lehm+Weller. Das ist im Vergleich zu Ihrem Aufbau mit Schüttung und Holzweichfaser eine enorme Masse.
Wenn nun Ihr Aufbau optimiert werden soll besteht ja immer das Problem, dass die sichtbaren Deckenbalken zum unteren Raum hin nicht nicht "Luftschall-optimiert" werden können.
Ich würde mich, wenn seitens der Statik nichts dagegen spricht, für mehr Masse entscheiden. Also nicht Leichtbauplatten verwenden, sondern welche mit mehr Masse: Z.B. prüfen ob Lehmbauplatten eine Variante wären...
MfG Jakob Spohn