Eure Einschätzung bzgl. Streif Haus von 1965

12.11.2010



Hallo Zusammen,

ich interessiere mich für ein verklinkertes Streif Fertighaus von 1965. Es ist ein eingeschossiges, unterkellertes Bungalow mit 138m².
Ich habe vorher in diesem interessanten Forum schon etwas gelesen und das Thema Geruchsbelästigung und Schadstoffe verfolgt.
Ich habe das Haus vor wenigen Tagen besichtigt und daher ganz speziell auf Gerüche geachtet. Nichts. Es roch "sauber und angenehm".
1. Ist dieses Haus denn von den genannten Problemen
betroffen wenn es "frisch" riecht?

2. Müssten "Schadstoffe" nach 45 Jahren nicht
verschwunden sein?

Das Haus gefällt mir schon sehr aber ich will natürlich keine Dummheit begehen.

Wie sind die Meinungen von den Fachleuten hier?

Vielen Dank im voraus für die Mühe!

mfg
A.Schmidt





wenns "frisch" gerochen hat, wurde wahrscheinlich kurz vorher ein wenig Renoviert um die Kunden anzulocken.
Und den üblichen Modergeruch zu übertönen.

Schadstoffe verschwinden nicht, die bleiben ewig bestehen.

Bei Häusern der Baujahre 1960-1980 ist immer mit Schadstoffen zu rechnen.



Gibt...



...der Markt nix anderes her als eine Pappbude von 65?
Ich mach keinen Hehl daraus, daß ich Fertighäuser nicht mag, aber eins aus den Anfangszeiten muß es wirklich nicht sein. Selbst ohne die Schadstoffe, der Wandaufbau mit den damaligen Kenntnissen, oje. Und dann noch 45 Jahre auf dem Buckel.
Kauf keine Wundertüte.

Gruß Patrick.



Finger weg



Es sei denn, es ist Dir egal, das Du für Dein Erspartes einen Haufen Sondermüll erhälst.
Auch wenn gftige Lacke und Holz"schutz"mittel und stark Formal"de`Hit" belastete Spanplatten auf Böden und an Wänden und Decken und etc. nach 45 Jahren weniger bis vieleicht gar nicht mehr ausdünsten, so ist der Mist immer noch drin. Und wenn Du dran rüttelst: Schleifen, Bohren, Schneiden, etc., setzt Du den Dreck frei und verteilst ihn großzügig.
Ob die Dämmebene mit uralter Glaswolle noch Winddicht ist oder jemals war, ist wohl eher unwahrscheinlich. Es könnten also permanent kleinste Dämmfasern in der Raumluft herumgeistern.
Ich vermute (!?!) jetzt mal, das unter den Klinkerriemchen die üblichen Verdächtigen zu finden sind: Asbestfaser gebundene Zementplatten. Die tun zwar nix solange sie unangetastet dort verbleiben wo sie sind. Aber wenn Du dran rüttelst,... Wenn Du Hand an dieses Haus legen willst, egal von welcher der vier Seiten,(Außen,Innen,Oben,Unten), stößt Du unweigerlich und permanent auf problembelastete Baustoffe.
Ein ehrliches Masivhaus aus dieser oder ähnlicher Zeit ist jedenfalls einfacher mit Um-,Aus- und Anbauten auf den heutigen Standard zu bringen. Zwar solltest Du auch dort mit problematischen Baustoffen rechnen, das liegt auch einfach an der Entstehungszeit, aber längst nicht in dem Umfang wie bei einem Fertighaus.
Es muß ja auch nicht immer ein Fachwerkhaus sein.
Mit handwerklichen Grüßen
ollerich
Ps: Außerdem kann ich Dir als Zimmerer vom Kauf eines Flachdaches sowieso nur abraten, es sei denn eine Aufstockung mit Steildachausführung ist von vorneherein in der Aus-,Umbauplanung vorgesehen.



So schlimm muss es nicht sein



Hallo,

es kann sein, daß wir solch ein Haus bewohnen. Der Klinker lässt darauf schliessen, daß die Außenwände ohne Holz erbaut wurden. Dann ist das Haus aus ausgeschäumten Stahlrahmen erbaut. Ich kann nichts negatives sagen...nur die Schalldämmung der Außen und Innenwände ist dürftig.

Gruß

Christoph



Bei Häusern der Baujahre 1960-1980 ist immer mit Schadstoffen zu rechnen.



Hallo,

was ein Schadstoff ist, kann erst nach Jahrzehnten beurteilt werden. Oder gaubt ihr in aktuell zugelassenen Baustoffen sind keine Schadstoffe drin?

Wir wissen es nur noch nicht, weil der Stand der Technik nicht anders kennt.

Lediglich die bekannten , alten Schadstoffe werden nicht mehr verwendet.

In dreißig Jahren schreien alle auf, daß (zugelassene) Bauschäume von heute krebserregende Eigenschaften haben.

Und ob die Konservierungsmittel der alten Fachwerke heute noch zugelassen werden...ich glaube nicht.

Deswegen halte ich pauschalen Aussagen, daß Fertighäuser grundsätzlich verseucht sind, nicht für hilfreich.

Viele
Grüße

Christoph



Eben



Auch wenn`s nix hilft ist es aus genau den genannten Gründen eben so.
Und wenn Du von heute zugelassenenen Bauschäumen sprichst, sagt mir das nur, das Du keine Schlüsse aus den gewonnenen Erkenntnisse der letzten Jahre ziehst:
Möglichst Finger weg von Bauchemie, von neuer und von alter erst recht.
Was sind Konservierungsmittel für alte Fachwerke?
Kannat Du mich aufklären?

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



Scahdstoffe



Hallo Ollerich,

ich bin völlig Deiner Meinung, daß man auf Bauchemie möglichst verzichten soll.
Mit den Konservierungsmittel habe ich mich falsch ausgedrückt...entschuldige bitte.
Ich meinte die Behandlung der sichtbaren Außenbalken mit schwarzer Teerfarbe.

Viele Grüße

Christoph