Sandsteinsockel undefinierbar verputzt

12.08.2021 Christiane

Sandsteinsockel undefinierbar verputzt

Hallo liebes Forum,

wir haben in 2017 ein Fachwerkhaus gekauft und seitdem sehr viel renoviert/saniert.
Nach den letzten starken Regenfällen haben wir unseren verputzten Sandsteinsockel mal etwas genauer unter die Lupe genommen. Der Sockel war bei Hauskauf bereits verputzt, die Vorbesitzerin konnte uns nicht mehr sagen, wann, von wem und warum dieser verputzt wurde.

Bei Hauskauf waren verschiedene Fassadenbaufirmen vor Ort zur Begutachtung. Alle wollten auf den alten Putz Fassadenputz mit Styropur aufbringen, wegen der Wärmedämmung. Auf den Sockel wurde ums Haus Traufbleche angebracht, um diesen vor Regen zu schützen.
Ich hatte damals bei allen Firmen etwas Bauchschmerzen und die Thematik Fassade vorerst abgesagt. Die Bilder zeigen den hinteren Teil des Hauses, die Wetterseite. Die Wand ist ebenfalls mit einem Putz versehen, von dem ich nicht glaube, dass er auf ein Fachwerkhaus gehört. An der Vorderseite ist der Putz noch recht alt, er lässt sich gut abklopfen und das Fachwerk kommt zum Vorschein.

Wir haben nun nach den recht heftigen Regenfällen der letzten Tage einen nassen Fleck im Hausflur, ca. 50 x 50 cm groß. Der Putz auf dem Sockel ist für uns nicht definierbar, wir befürchten aber, dass er nicht drauf gehört. Alle Häuser in unserer Umgebung haben einen frei liegenden Sandsteinsockel, ich weiß mittlerweile, dass dieser frei sein sollte, da hierüber die Feuchtigkeit reguliert wird. Durch den Putz am Sockel saugt sich die Feuchtigkeit in den Putz und dann in den Sandstein und in die Wände.

Die Frage ist nun, was wir am besten tun sollen. Kann jemand sagen, ob es sich hierbei um Zement´(Unter-)putz handelt? Sollten wir versuchen, den Putz abzuklopfen und den Sockel wieder freizulegen?

Wir sind etwas ratlos und würden uns über Antworten freuen.



Sockel, noch ohne Traufblech


Sockel, noch ohne Traufblech

und ein zweites Bild



Sockelputz



hallo Christiane, über die Beschaffenheit des Putzes läßt sich natürlich anhand von 2 Bildern nicht viel sagen. Der Qualität der Ausführung nach sieht es aber wie ein Spachtelung mit Klebe - und Armierungsmörtel aus.
Richtig war es jedenfalls erstmal, solche Sockelvorsprünge zu verblechen, um Regen wegzuleiten. Vielleicht ist es aufschlußreicher, mal an einer Stelle im Hof den fragwürdigen Putz zu entfernen auf einen halben qm, um den Sockel drunter überhaupt erst mal zu begutachten, evtl dann nochmal Fotos einstellen.



Sockel feucht


Sockel feucht

Wir haben begonnen, den Sockel freizuklopfen. Es ist Mörtel und Baukleber, der Sandstein ist gut feucht und das Holz hat Schaden genommen. Wir werden jetzt erstmal alles freilegen, damit es trocknen kann, Aufarbeiten und dann mal sehen, wie wir mit dem Holz weiter verfahren. Es ist partiell feucht, ich hoffe eigentlich, dass nicht der ganze Balken getauscht werden muss



Re: Sockel feucht



Wenn die Schwelle überall so aussieht wie auf dem 3. Foto scheint sie in einem gar nicht so schlechten Zustand zu sein. Sie ist zwar von unten etwas geschädigt, man sieht aber auf dem abgebildeten Stück weder Würfelbruch noch sonstige größere Verrottungen. Und gut ist auch, dass die vorstehenden Sandsteine oben abgeschrägt sind. So kann Wasser runter laufen, statt einzudringen.
Da man auf dem Foto aber nur die Außenseite der Schwelle sieht, kann man ihren tatsächlichen Zustand nicht wirklich beurteilen. Und aus der Ferne sowieso nicht. Sicherheitshalber solltet ihr einen Zimmerer vor Ort holen, der genau prüft. Nicht dass das Holz stellenweise doch und/oder von innen heraus verrottet ist.....

Um die Situation zu verbessern, solltet ihr auf jeden Fall die Lage Ziegelsteine Stück für Stück raus nehmen, auf die Sandsteine eine Folie als Horizontalsperre legen und die Ziegelsteine darauf wieder so rein mauern, dass die Köpfe dieser Steinlage ca. 2 cm hinter der Vorderkante der Schwelle enden. So ist gewährleistet dass, a) die Ziegelreihe schon "im Trocknen" liegt und die Steine von unten keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen können und b) Regenwasser das an der Fassade und über die Schwelle runter läuft, an der Schwellenunterkante, vor den Steinen abtropfen kann. Sprich, nicht zwischen Ziegelstein und Holz eindringt.
Die trockenen Ziegelsteine können wiederum eventuell trotzdem eingedrungenes Wasser gut aufsaugen.
Die Fuge zwischen Ziegel und Holz sollte am Besten mit einem Kalkmörtel verfugt werden, da der fest genug ist um die Last zu tragen, aber sehr kapillar wirksam ist. Sprich, Feuchtigkeit vom Holz zu den Ziegel durch lässt, wo es über deren Oberfläche verdunsten kann.
Falls der Sockel wieder Verputz werden soll, solltet ihr deshalb einen kapillaraktiven Kalkputz verwenden, der mit einer diffusionsfähigen Silikatfarbe gestrichen werden kann.

Genau zu diesem Thema gibts eine gute Erklärung von Herr Mattonet als Ausschnitt eines Webinars: https://www.youtube.com/watch?v=Jh7W9eVt3c0