Rissbildung in neuer Decke aus Leichtlehmplatten

22.04.2010



Liebe Leute,

wir haben bei meiner Mutter das Wohnzimmer saniert und da stehen wir nun vor einem Problem. Die Decke wurde mit Claytec Leichtlehmplatten realisiert. Alles nach Vorschrift, also genügend Befestigungspunkte, Plattenstöße wurden mit Gewebe (Glasfaser) armiert und verspachtelt. Darauf 2mm feiner Lehmoberputz. Nach dem Trocknen wurde die Decke mit Haga Kalkfarbe gestrichen. Nach dem 1. Anstrich zeigte sich am nächsten Tag ein erster feiner Haarriss. (Kann nicht sagen ob der auch schon vorher im Lehm zu sehen war.)Nach dem 2. Anstrich also 1 Tag später tauchte der Riss wieder auf. In den folgenden Tagen bildeten sich an der gesamten Decke Haarrisse die mit vorschreitender Zeit auch breite wurden.
Die Risse befinden sich nicht an den Plattenstößen sonder jeweils etwas rechts oder Links der Mitte. Die Risse verlaufen in Längsrichtung. Wenn man weiß wie die Platten darunter liegen, erkennt man, dass die einzelnen Platten in Längsrichtung je einen Riss haben. An den Stellen wo die Querstöße armiert sind laufen die Risse aus.
Drückt man auf die Risse, gibt der Untergrund nach und lässt sich je nach Riss gut 1mm nach oben drücken. Wir haben einen der Risse geöffnet und haben festgestellt, dass die Farbe gut mit dem Putz verbunden ist und der Feinputz auch gut mit der Leichtlehnplatte verbunden ist. Die erste Vermutung, dass es sich um Spannungsrisse durch die Kalkfarbe handelt haben wir jetzt verworfen.
Der ausführende Lehmbauer, kann sich auch keinen Reim darauf machen. Unsere Vermutung ist, dass mit den Leichtlehmplatten etwas nicht stimmt denn offensichtlich löst sich der Lehm vom Schilfrohrgewebe. Komisch nur, dass er dies quer und nicht längs zum Schilfrohr tut.

Naja wir sind jedenfalls ratlos und so möchte ich euch bitten, ob Ihr vielleicht eine Idee habt wo da was Faul ist und was man jetzt noch tun kann.
Ach ja zum Untergrund. Die Platten sind auf die Betondecke geschraubt. Ohne Lattung oder ähliches. Die Decke war auch gerade, so dass die Platten nicht über Beulen oder Dellen Spannung bekommen.

Bin dankbar für jeden Hinweis, Rat oder Tip!

Vielen Dank

Mike



Nun ja...



...ich kann mir so nun auch keinen Reim zum Problemfall machen.
Habt ihr mal die Anfrage an Claytec gestellt?
Werdet aber merken, dassdie Schuldigkeit immer beim Verarbeiter hängen bleiben wird!!!!!
Wir setzen schon lange keine Claytecplatten mehr ein, auch der Produktpalette haben wir den Rücken gekehrt.
Wir Verarbeiten massive Lehmtrockenbauplatten 14 mm und haben bis heute keine nennenswerten Reklamationen dabei.
Auch dervon uns verwendete Feinputz hat eine wesentlich höhere Qualität.
Ich denke so mal aus der Kalten heraus geurteilt, könnte es schon an den Platten mit liegen.
Wie war der Untergrund beschaffen und wie wurden die Platten befestigt?
Und warum habt Ihr keine Lehmfarbe eingesetzt?

Gibt es u.U. Bilder vom Schadbild?

Grübelnde Grüße,
Udo Mühle





Da schließe ich mich gedanklich dem Udo an.

Weitere Fragen wären noch:

- Wie wurden die Platten gelagert: Drinnen, draußen, Temperatur- u. Feuchtigkeitswechsel?
- Gab es genug Zeit zur Akklimatisierung?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Leichtlehmplatten



...haben doch eine Jutearmierung oder?

Gruß
Mladen



Dank und update



erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten.

Ja, ich habe nun nach einigen Gesprächen auch nicht viel Ruhmreiches über die Platten von Claytec gehört. Unser Lehmbauer hat allerdings keine schlechten Erfahrungen damit gemacht.

Die Decke ist eine mit Kalkzementputz verputzte Betondecke. Baujahr in den 80ern und bisher Rissfrei. Die Decke ist einfach nur weiß gestrichen gewesen und war, wie schon erwähnt eben.
Befestigt wurden die Platten mit den schweineteuren dafür vorgesehenen Spaxschrauben von Claytec. Wie gefordert mit zusätzlicher Unterlegscheibe versehen. Die Anzahl der Befestigungspunkte entspricht der Vorgabe von Claytec. (Habs jetzt aber nicht im Kopf). Scheint aber nicht die Ursache, da in der Mitte der Platte eine Reihe Schrauben sitzt und ca 10cm daneben verlaufen die Risse.

Fotos kann ich evtl. die Tage mit einstellen. Bin derzeit bei mir auf dem Hof.

Zur Lagerung und Akklimatisierung: Die Platten sind wenige Stunden nach der Anlieferung in den Wohnraum gebracht worden. Es waran dem Tag der Anlieferung regenerisch aber die Platten waren wirklich sehr gut einfoliert.
Vor der Verarbeitung konnten sich die Platten 12 - 36Std akklimatisieren. (Also den nächsten Tag wurde begonnen und die letzten Platten eben am übernächsten verbaut)

@Mladen: Ja die Platten haben ein Jutegewebe. Die Stoßarmierungen sind aber mit Glasfasergewebe ausgeführt worden. Die Entscheidung dafür entspringt der Erfahrung unseres Lehmbauers.



Schon ein Fehlerpotential...



...mitgeteilt!
Wir armieren generell vollflächig!!!!!
Welches Gewebe wurde verwendet?
Wir haben uns extra mehrere Sorten selbst ausgetestet.
Doch wie gesagt, die Claytec-Bauplatten...............!
Warum habt Ihr an diese Betondecke überhaupt Lehmbauplatten gemacht?
Hier hätte man doch direkt mit weinen Lehmgrundputz azrbeiten können?
Oder eben Lehmgrundierung und zweilagig mit Lehmfeinputz incl. Glasfasergewebe arbeiten!
Beste Erfahrungen damit und da auch bereits auf fast allen Untergründen.

Grüße



Rissbildung Leichtlehmplatten



vor mir hab`ich so ein kleines Stück Musterplatte; es ist die 09.001 Lehmbau-Platte.
Wenn ich mir vorstelle Der Lehm lässt sich beim Riss einseitig hochdrücken, dann,-
Wenn sich der Lehm vom Schilf löst, was macht denn das Jutegewebe? - Komisch -

Gruß
Mladen



Rissbildung Leichtlehmplatten



so wie Udo schon sagte, auf die Platten ganzflächig Gewebe einbauen ist viel besser.

Gruß
Mladen



Nur mal so eine Idee......



.... ich kenne die Platten von Claytec nicht, habe aber mit anderen Produkten von diesem Hersteller sehr gute Erfahrung gemacht (insbesondere mit dem Unterputz und Strohlehm). Der Kundendienst ist ebenfalls erstklassig, also wie gesagt ich kann nicht meckern. Wobei ich allerdings ganz sicher nicht so viel mit denen zu zun habe/hatte wie Herr Mühle.

Haben die Platten denn alle an der gleichen Stelle einen Riß? Ist es nicht vielleicht vorstellbar, daß die beim Transport auf der Palette einen Schlag (wodurch auch immer) bekommen haben oder ähnliches, wodurch sich dann an den Stellen durchgehend der Lehm schon vom Rohr ansatzweise gelöst hat und jetzt durch die Feuchteeinwirkung bzw. die Verarbeitung endgültig? Beim Trocknen würden dann doch auch Risse entstehen oder?

Nur mal so als Plattenlaie in die Runde geschmissen.

Viele Grüße
Achim Hecke





Hallo,

vermutlich reist es neben dem Gewebe.
Seht doch mal nach ob die Risse genau an den Gewebeenden sind.

Grüße aus Schönebeck



Leichtlehmplatten



hatte auch noch nie eine ganze in der Hand,- glaube aber die sind aber ohne Überlappung.
Das Gewebe könnte durchtrennt sein, ein Produktionsfehler?
Gibt es keine Resten?

Gruß
Mladen



Am Anfang war der Riss...



Hallo,

vielen Dank für die rege Beteiligung.

@ Herrn Struve: ne die Risse laufen ca. 10cm rechts oder links der Mitte jeder Platte. Meist enden die Risse am Gewebe des nächsten Querstoßes.

Da wir auf einer Seite mit einer vollen Breite gestartet sind können wir ja sehr genau ausmessen wo die Risse sich bilden.

Was die vollflächige Armierung angeht, hätte es sicher etwas bringen können aber ich bezweifle, dass es auf die Dauer Rissbildungen vermeidet wenn, so wie es aussieht, sich der Lehm vom Schilfrohr löst.

Natürlich haben wir auch schon Kontakt zu Claytec aufgenommen, die sich, wie ist es anders zu erwarten, eher bedeckt halten und erstmal auf die Kalkfarbe tippen. Am nächsten Freitag treffen wir uns mit dem Außendienstler vor Ort.

Was Haga dazu sagt brauche ich wohl nicht zu sagen. ; )

Der Grundgedanke die DEcke mit den Leichtlehmplatten zu machen ist der Folgende. Wir wollten im Wohnzimmer die Echschutzschienen rausnehmen, Rundungen vorputzen und dann die Wände mit Clayfix verputzen. Um jedoch auch ein wenig den raumklimatischen Effekt des Lehms in den Vordergrund zu stellen haben wir uns dazu entschlossen die Decke mit Leichtlehmplatten zu machen um einfach die Menge an Lehm so groß wie möglich zu bekommen.

Schlussendlich erhoffe ich mir von diesem Beitrag ein bisschen Hintergrundinfo. Schließlich wird irgendwer dafür gerade stehen müssen. Ich bin gut mit dem Lehmbauer befreundet und bisher mit all seinen Arbeiten sehr zufrieden. Wir haben gemeinsam meinen Resthof saniert.
mehr als 12 Tonnen Lehm und keine Risse. Ob mit Kalkfarbe oder ohne.

Und da sich der Lehm vom Schilfrohr löst wollte ich wissen, ob jemand so etwas schon mal gehört oder gesehen hat. Oder ob man wirklich bei der Verarbeitung etwas so verbocken kann, dass so etwas passiert. Und wenn ja was.

Desweiteren steht natürlich die Frage im Raum: Wat nu?

Ich greife einfach mal die Info von weiter oben auf, dass es am Verarbeiter hängen bleiben wird. Hat jemand eine Idee wie man mit der Ausgangssituation noch zu einem langfristig guten Ergebnis kommen kann ohne den ganzen schönen Lehm von der Decke zu reißen. Zumal die Wände jetzt auch schon fertig sind.

Mfg

Mike



Am Anfang war der Riss...



und dann kam DIeNorm...

Hallo Mike,
mir bleibt ein ? : wann kann man einen gerissenen Putz einseitig "bewegen" wenn der ja armiert ist? Versteht man das was ich meine?

Mit besten Grüßen
Mladen



Lehm



also etwas hab`ich vergessen zu sagen: mit Lehm hab`ich nur die Erfahrung als Füllstoff und wenn, dann selber gemischt und auch da, eher selten.Die modernen Lehmbaustoffe sind mir einfach zu neu.:-) (Erfahrungswerte)

alles Gute
Mladen



Eigentlich gibt es keine...



...richtige Ferndiagnose!
So etwas muss man sich ansehen und daraus dann die Lösung ableiten.
Trotzdem nur mal prifilaktisch: komplett mit Feinputz und vollflächig Gewegeeintarge noch einmal überziehen!
Kalkfarbe so gut wie möglich abnehmen mit Pumpsprüher leicht vornässen, dann den Feinputz auftragen und sofort das Gewebe einbetten und dünn überzeiehn.
Den nächsten Tag nochmal überziehen und danach im eigenen Saft ausschwammen.
Probiert mal den Feinputz von Conluto!!!

Zu weiteren Fragen stehe ich gern bereit!
Bin mobil erreichbar! (0160-7226041)

Grüße Udo



Üblicherweise



wird erst mal der Handwerker aufgefordert den Mangel zu beseitigen.

Claytec ist ja erst mal nicht unbedingt der Verursacher!

Grüße



Leichtlehmplatten



Hallo Mike,

es wurde vorgeschlagen: nochmals darüber verputzen mit Gewebe;
ich würde mir überlegen ob das nicht ein Risiko wäre - denn
..."offensichtlich löst sich der Lehm vom Schilfrohrgewebe"
aber wie gesagt,meine Erfahrung mit Lehm ist begrenzt.
Gutes Gelingen

Grüße
Mladen



Nur eine Sichtung vor Ort...



...verschafft Sicherheit für die entsprechende Lösung!!!

Also......?



Fachwerkforum...



finde ich super gut, als erste Anlaufstelle um sich selbst eine Meinung zu Bilden...