Isolier- und Absperrgrund - Kapillarbremse und Diffusionsoffenheit???

11.01.2009



Hallo!

Folgende Frage: Suche für den Innenbereich einen Putz, welcher nach Möglichkeit atmungsaktiv und feuchteausgleichend sein soll. Zudem soll es erschwinglich und auf einfache Weise selbst zu machen sein. Stieß auf Baumwollputz, der allerdings wegen der 3 tägigen Trocknungszeit mit einem Isolier- und Absperrgrund zur Vermeidung des Durschschlagens wasserlöslicher Flecken wie Niktin, Ruß etc. versehen werden soll. Meine Frage ist nun, ob Erfahrungen diesbezgl. vorliegen. Die Außenwände bestehen aus HLZ, innen normaler Putz mit weißem glatten Anstrich, außen 5 cm Styro und ein weißer kreidender Putz. Wüsste selbst gerne was genau (Gips, Kalk, Kalkzement usw.) jeweils installiert ist.

Ich möchte keinesfalls alles dicht haben, sondern bevorzuge atmungsaktive Systeme, da ich ja nicht mal weiß, wie die Styrodämmung genau aufgebaut ist. Die Wände sind alle trocken und das soll auch so bleiben.

Meine Angst: Selbst wenn der Isogrund diffusionsoffen ist, so geschieht eine Trocknung von Wandfeuchte in erster Linie kapillar. Der Isogrund würde dies zum Innenraum verhindern, nach Außen blockt die Styrodämmung. Was meint ihr dazu?

Freundliche Grüße



Innenputz



Ihre Wände sind also schon verputzt. Wollen Sie den alten Putz entfernen und neu verputzen?
Wenn ja warum?
Übrigens erfüllt jeder gängige Innenputz der Gruppe PI Ihre Kriterien.
Möglich sind:
Gipsputz,
Kalk-Gipsputz,
Kalkputz,
Lehmputz.

Viele Grüße



Innenraumgestaltung



Hallo!

Danke für die schnelle Antwort. Ich habe mir das Haus gekauft und bin nun daran, die Innenwände zu gestalten, welche bislang alle weiß und sehr glatt sind. Zusätzlich wurden Wasserrohre und Abwasserrohre teilweise neu verlegt sowie jede Menge neue elektrische Leitungen gelegt. Somit ist sowieso ein neues Verputzen, Tapezieren etc. nötig. Da mir das Erscheinungsbild bislang gefällt - es sollte schon irgenwie ein rauere, lebendigere Struktur haben und hochreinweiß ist zu kalt- bin ich am überlegen, wie ich das mache. Bislang war bei mir als Mieter immer alles "klassich" mit Raufaser und Dispersionsfarbe, obwohl ich mir bewusst war, dass die Kunststoffdispersion praktisch eine Gummihaut ist, die bei jedem Anstroch dichter wird. Jetzt bei Eigentum hätte ich gerne eine vernünftigere Lösung, die ich für Bad (teilverfliest), Küche, Schlafraum und Wohnzimmer suche. Alle anderen Räume (Diele, Trepenhaus, spätere Kinderzimmer)Zimmer können später erledigt werden.

Ich denke dass ich diese mit dem Baumwollputz gefunden habe, möchte mich nur vergewissern, wie sich aufgrund des Absperrgrundes die Eigenschaften in der Wand verändern. Bin auch am überlegen, ob ich nur Putzgrund auftrage und es an Probeflächen erstmal ohne Absperrgrund probiere. Sozusagen trial and error...

Da ich im Baugebiet absoluter Laie bin, wollte ich mal die Experten hier zu ihrer Meinung hören...

Uli



...Erscheinungsbild bislang nicht gefällt....



(kleine Korrektur)



Innenputz



Aha, Sie wollen den vorhandenen Putz also mit irgendetwas beschichten, was so aussieht wie Putz.
Dafür bin ich als Maurer nicht zuständig.



...gelesen und gelacht....



Sehr geehrter Herr Böttcher,

ich bedanke mich recht herzlich für Ihren sehr geistreichen Beitrag.

Wenn Sie sich fachlich fundiert und sachlich äußern wollen, so tun sie dies. Andernfalls behalten Sie ihren geistigen Müll. Witz hört sich anders an.

kopfschüttelnd,

Uli



Lieber Uli!



Ich halte mich bisher fachlich in diesem Beitrag zurück.
Doch muß ich hier für eines unserer besten Mitglieder Partei ergreifen. So müßen sie hier nicht rummotzen, wenn sie geholfen haben möchten. Herr Böttcher ist einer der nicht mit "geistigen Müll", sondern mit sehr viel Kompetenz beseelt ist.
Was wollen sie denn hören? Wollen sie Ihre Ideen bestätigt haben oder wissen wie es Richtig geht?
Man kann durchaus Kritik üben, aber in einem angemessenen respektvollem Stil. Danke!

Gruß Ronny



Innenputz



Lieber Fragesteller,
es tut mir leid, das ich Ihren Wünschen nicht sofort in einer Ihnen genehmen Weise entsprechen konnte.

Hier noch einige Ergänzungen zu meinen knappen Kommentaren:

1. Mit Putz oder Verputz bezeichnet man im Bauwesen üblicherweise einen Belag aus Mörtel (Gemisch aus Bindemitteln wie Kalk, Zement, Gips, Ton, Wasser und Sanden), der auf Rohbau-Wand- und Deckenflächen aufgebracht wird.
Ein Gemisch aus Baumwollfasern und Zellulose ist kein Mörtel.

"Baumwollputz" ist im allgemeinen (und in meinem) Verständnis eine Wandbeschichtung bzw. - Bekleidung ähnlich wie Raufaser, Anstriche, Spachtel usw.

Wenn Sie genau wissen wollen, aus was Ihr Putz besteht, dann müssen Sie nicht hier im Forum fragen.
Hier sind keine Hellseher, die vom Bildschirm aus Ihren Putz untersuchen können.

Vielleicht antwortet auf Ihre Frage bezüglich der Baumwollbeschichtung ja jemand aus dem Malergewerk, die sich mit Wandbeschichtungen bestens auskennen.





Ein Putz oder eine Wandbeschichtung auf die ein Isoliergrund aufgetragen wird oder der/die selber isolierend wirkt ist dicht! Egal ob das Baumwollflocken oder Styrolflocken drin sind. Wäre er/sie nicht total dicht, würde er/sie Wasserflecken oder Nikotin nicht isolieren!



Viele Mißverständnisse



Hallo Uli,

bin gerade erst auf dieses Forum gestoßen und aufgrund der Beiträge beschlossen mich zu beteiligen. Über Baumwollputz weiß kaum jemand wirklich Bescheid, weil er noch viel zu unbekannt ist. Wir stellen diese Wand und Deckenbeschichtung seit 15 Jahren selber her und kennen uns daher wahrscheinlich am besten damit aus.
Baumwollpuzt wird mit ca. Liter Wasser pro Quadratmeter auf die Wand oder Decke aufgebracht. Die gleiche Menge braucht man auch um ihn wieder zu entfernen. Es sei denn, man kann ihn (z.B. von glatten, geschlossenen Untergründen) in ganzen Stücken, wie Tapete abziehen.
An diesem Beispiel möchte ich verdeutlichen, was mit der Innenraumfeuchte geschieht. Die nimmt der Putz auf und gibt sie langsam wieder an die Umgebungsluft ab. Es entsteht keine Kondensierung.
Wenn Du noch Fragen hast, stehe ich jederzeit zur Verfügung.
Cotture ohG
Im Mannenberg 8
53557 Bad Hönningen
www.mcwall.de
www.cotture.de



Und so könnte es gehen



Habe in meinem Haus einige Wände mit Baumwollputz beschichtet und auch in einigen Objekten meiner Kunden ist es getan worden.
Geht gut und schnell und ist wirklich eine interessante Alternative.
Wir haben Naturlan verwendet.

Grüße Udo



Trockene Wände



ich hab selbst mal in eine Schimmelburg gewohnt und mich mit dem Thema Feuchtigkeit an Wänden auseinandergesetzt (es ist nicht die aufsteigende Feuchtigkeit im Erdgeschoß gemeint). Hier wird viel Panik gemacht. Feuchte Wände sind u.a. ein Problem fehlerhafter Dämmung. Schimmel tritt immer dann auf, wenn es kalte Wandbereiche gibt, wo die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Die Feuchtigkeit gelangt nicht wirklich durch die Wand nach außen.
Nach dem Umzug hab ich meine Betonwände (garantiert diffusionsdicht) mit Baumwollputz beschichtet und bin sehr zufrieden. Baumwolle schafft eine warme Oberfläche und nimmt Feuchtigkeit ja auch gut auf. Dies ist aus meiner Sicht das Entscheidende. Also keine Angst vor dichten Wänden durch Isolierfarbe ;-)
Ich hab mein Projekt unter www.baumwollbeschichtung.de beschrieben, falls jemand noch mehr Infos benötigt.

Liebe Grüße,
Dirk