Fachwerkwand vorbereiten für Lehmputz

12.09.2006



Hallo zusammen,

bin gerade dabei ein Zimmer in meinem Fachwerkhäuschen für Lehmputz vorzubereiten. Hab die blanke Wand jetzt vor mit liegen: Fachwerk mit Klinker ausgemauert.

Putzaufbau soll Schilfrohr als Putzträger sein, dann ein Lehmunterputz, dann ein Oberputz.

Nun meine Fragen:
Ist es sinnvoll die Holzbalken vorher noch mit Holzschutz oder was Ähnlichem zu behandeln oder zu streichen?

Die Fugen zwischen den Klinkern weisen auch einige Lücken auf. Sollte man die Fugen zuputzen bevor man die Schilfmatten anbringt und mit dem Unterputz anfängt?

Mein Putzer, der erst einmal mit Lehm gearbeitet hat, meinte auch man sollte vielleicht auf die Balken eine Art Ölpapier antackern, damit die trockenen Balken die Feuchtigkeit des Putzes nicht zu sehr annehmen und danach das Arbeiten anfangen(Rissbildung).
Ist das sinnvoll?

Sollte man an kritischen Stellen, wie z.B. Ecken oder Fensterlaibungen Streckmetall statt Schilfrohr verwenden als Putzträger?

Der Unterputz wird gut 3-4 cm dick sein. Sollte man mehrlagig putzen und wenn ja wie viele Lagen und wie lange sollte man warten bis man die nächste Lage auftragen kann?

Danke für Antwort!

mfg Manuel Koch





Hallo:o)

Nun meine Fragen:
Ist es sinnvoll die Holzbalken vorher noch mit Holzschutz oder was Ähnlichem zu behandeln oder zu streichen?

nein! Wieso sollte man, steht doch schon auch so schon n paar hundert Jahre! Außerdem ist das nicht nur Gift für eventuelle Käfer sondern auch für die Hausbesitzer.

Die Fugen zwischen den Klinkern weisen auch einige Lücken auf. Sollte man die Fugen zuputzen bevor man die Schilfmatten anbringt und mit dem Unterputz anfängt?

ahah - da sehe ich den ersten Denkfehler!
Klar, und zwar mit Lehm, darin werden nämlich die Schilfrohrmatten eingebäppt (eingebettet)!

Mein Putzer, der erst einmal mit Lehm gearbeitet hat, meinte auch man sollte vielleicht auf die Balken eine Art Ölpapier antackern, damit die trockenen Balken die Feuchtigkeit des Putzes nicht zu sehr annehmen und danach das Arbeiten anfangen(Rissbildung).
Ist das sinnvoll?

Nein:
1. Holz arbeitet sowieso immer.
2. kommt ja auf das Holz direkt das Lehmbett für die Schilfrohrmatten.
3. Was für Risse? Ich denke, die werden mit den Schilfrohrmatten abgedeckt - und was darunter passiert oder wer da arbeitet, ist "uns" ja oben egal.

Sollte man an kritischen Stellen, wie z.B. Ecken oder Fensterlaibungen Streckmetall statt Schilfrohr verwenden als Putzträger?

Nein, wieso? Schilfrohr ist doch Putzträger genug... Wenn überhaupt unbedingt was, dann Jute, kein Metall (rostet eh weg).

Der Unterputz wird gut 3-4 cm dick sein.

Warum so dick?? Auf Schilfrohr reicht schon 1 cm.

Sollte man mehrlagig putzen und wenn ja wie viele Lagen und wie lange sollte man warten bis man die nächste Lage auftragen kann?

kommt auf den Lehm drauf an. Wenn er relativ "flüssig - also nicht flüssig, eher wie Quark" ist, dann läuft er ab einer gewissen Konsistenz runter, wenn zuviel drauf kommt. Wenn er relativ dick ist, dann nicht. Ist aber dann schwerer, ihn aufzutragen (gibt Muckis).
Lehm reißt sowieso beim Trocknen, man sollte also die allerletzte Schicht dann erst draufmachen, wenn alles knochentrocken ist. So kriegt man dann auch die Risschen zu.

Grüße Annette



Hallo Herr Koch,



meinen sie Schilfrohrgewebe bzw. Schilfstukkartur, oder Schilfdämmmatten?



Fachwerkwand vorbereiten für Lehmputz



Hallo Anette,

Also ich möchte deshalb so dick putzen weil ich mir nen zusätzlichen Schalldämmeffekt erhoffe. Mehr Masse weniger Schall. Oder lieg ich da falsch?

Das mit dem Putzträger im Lehm einbetten klingt sinnvoll,
aber ich denke er sollte zusätlich angetackert werden: Wird ja doch einiges an Gewicht daran hängen!
Zwecks dem Jutegewebe in die Ecken. Hab gedacht Jute wird nur als Armierung verwendet und nicht als Putzträger?
Wollte noch n Jutegewebe mit einputzen aber es eben nicht als Träger verwenden.

Noch ne Frage dazu:
Reicht es aus die Wand vorher abzukehren und anzufeuchten oder wie sollte ich die Wand vorbereiten?


Zwecks dem Ölpapier und Rissbildung hab ich gemeint, das wenn alles ohne richtige Vorbereitung verputzt wurde außen eher Risse entstehen. Aber ich denke eben auch das Schilfrohrmatten und evtl n Jutegewebe ausreicht um Rissbildungen zu vermeiden.
Denke mal das der Putzer da etwas übervorsichtig ist.
Was ich ja gut finde, aber ich wollte mich hier nochmal vergewissern.



Hallo Hans-Gerd,

ich meine Schilfrohrmatten die ich als Putzträger verwenden kann. Muß keinen Dämmeffekt haben, da eh ne Außendämmung für das Haus geplant ist.


Auf jedenfall erstmal Danke für die Antworten!

Gruß Manuel


ps. Hab mal n Bild vom Wandaufbau rangehängt!



Hallo Manuel,



ich habe die Grage gestellt, weil mir die Dämmung gefehlt hat. Jetzt weiß ich wo sie ist.
Es ist nicht sinnvoll die Balken mit Holzschutz einzustreiche, da der Lehm der Beste Holzschutz ist den es gibt. Der Lehm hat einen geringere Gleichgewichtsfeute (Die Feucht, die sich bei einem Baustoff, im eigebauten Zustand einstellt)als Holz d.H. der Lerhm legt der Holz so trocken, das sich keine Schädlinge mehr daran vergreifen. Damit ist auch die Frage nach dem Ölpapier geklärt. Nein, der Lehm soll dierekt mit dem Holz in Verbindung treten. In der Unterputzlage werden sich auf jeden fall Risse bilden, die aber keine Bedeutung haben und sogar gewollt sind. Diese Risse werden dann von der Oberputzlage mit Gewebe wieder abgedeckt. Wenn du Schilfrohrmatten hast, braucht du die Wand meiner Meinung nach nur abzukeren, eine dünne Putzlage aufzuspritzrn und die Matte eindrücken und anschrauben. Wichtig hierbei ist, dass die Matte vollflächig anligt und keine Holräume vorhanden sind.
MfG
HG



Fachwerkwand vorbereiten für Lehmputz



Danke für die Antwort Hans-Gerd,

bin der gleichen Ansicht wie du, wie gesagt wollte mich nochmal vergewissern.
Zwecks dem Jutegewebe. Ich würde es in die Unterputzschicht einbringen. Die Schicht vom Oberputz ist meiner Meinung nach zu dünn. Ist auch auf meiner Zeichnung die ich angehängt habe so angegeben (von Texbis).

Was meinst du damit, du weißt jetzt wo deine Dämmung ist?

Hast du Erfahrung mit Putzstärken? Wie gesagt der Lehmputz soll ein bißchen den Schall schlucken da ich an einer Straße wohne wo ab und zu viel Verkehr herrscht.

mfg Manuel



Hallo Manuel,



ich war mir bei deiner ersten Fragenstellung nicht sicher ob die Schilfmatte nicht als Innendämmung fungieren sollte, daher die Frage. Aber da du in deiner Antwort geschschrieben hast, dass die Dämmung nach außen kommt, weiß ich jetzt wohin sie kommt.
Die Reihenfolge der Putzlagen kann unterschidlich sein. Es gibt Hersteller, die legen das Gewebe in den Unterputz und lassen dies Ebene kommplett austrocknen. Bevor der Fein-/Oberputz kommt. Andere machen eine Unterputzlage, ohne Gewebe, lassen dies durchtrocknen und machen dann eine weiter Lage mit Gewebe und dann den Fein-/Oberputz dieret in den noch feuten Putz mit dem Gewebe. Bei hohen Putzdicken bin ich der Meinung, das mann das Gewebe erst nach dem Trocknen der Unterputzlage aufbringen sollte. Das hat zwei Gründe. Erstens, man kann in der esten lage relativ dick auftragen und der Putz kann ungeindert reißen, eventuel sollte man mit einem Edelputzkratzer Löcher in den Putz machen um die Oberflächenspannung zu verringen. Das verhinter ein schüsseln und damit eine eventuelle Applatzung. Vobei immer die vom Hertseller angegebene Putzdicke massgebend ist. Zweitens, man hat nach den Fein-/Oberputzauftrag etwas mehr Zeit bis zum Filzen. Meiner Meinung nach, gibt es beim filzen drei Stadien. Ein zu Früh, ein ideal, aber nie ein zu Späht. Aber mit der letzt beschrieben variante, Oberputz in die noch Feuchte Putzlage, verlängert man das Ideal zum filzen. Der Nachteil ist, mann mus einmal öfter mir den ganzen Schläuchen der Putzmaschinen durch Haus.

MdfG
HG