Dachbodendämmung - Feuchtigkeit ?

26.12.2007



Hallo zusammen !

Wir haben uns im Frühjahr ein Backsteinhaus (Bj. 1912) gekauft und innen renoviert. Nun möchten wir den Dachboden dämmen. Dort ist momentan nichts gedämmt. Da wir den Speicher nicht vorhaben auszubauen, wollen wir nur den Boden dämmen. Dort sind Holzbalken mit Lehm (o.ä) dazwischen. Ich habe die Zwischenräüme mit Schüttung (Isoself,Knauf)gefüllt. Darauf habe ich ein paar Styrodurplatten gelegt (5cm). Nun habe ich gemerkt, daß sich unter den Platten etwas Kondenswasser gebildet hat. Wollte eigentlich noch eine Schicht Platten auflegen und dann Verlegeplatten. Bin jetzt aber sehr unsicher, ob das alles richtig ist... Wurde mir von einem Zimmereimeister so empfohlen. Kennt sich damit jemand aus, bzw. hat Erfahrung ? Vielen Dank im Voraus !!! Gruß Andreas



Mal hallo zurück,



bei allen Dämmassnahmen muss die Wasserdampfdiffusion berücksichtigt werden. Grundsätzlich muss vom Innenraum (geheizt) vor der Dämmung eine geeignete Dampfsperre oder -bremse eingebaut werden, sonst entsteht Kondenswasser, das dann besonders bei Holzbauteilen zu Schäden führt.
MfG
dasMaurer



Ablüftung



In Ihrem Fall kondensiert die Feuchtigkeit an den kühlen, undurchlässigen Platten. Lassen Sie einfach die Platten weg und die Feuchtigkeit wird über den Dachboden abgelüftet.
Wenn Sie den Lehm dringelassen und nur die Ritzen mit Perlite gefüllt haben, werden Sie bei funktionierender Ablüftung keine Probleme haben.
Alles Gute



Hallo Andreas



Ulrich hat vollkommen recht, unten Dampfsperre/- bremse rann sonst geht das in die Hose! Wenn du auf ordentliche Dämmwerte kommen willst, ist dies wohl unumgänglich. Einen diffusionsoffenen Aufbau z.B. Holzweichfaserplatten kannst du auch mal auf Kondenswasser rechnen lassen. Auf alle Fälle oben nix Styro, OSB oder Verlegeplatten. Wenn es begehbar sein soll, dann Rauhspund.

Am besten mal einen Altbau-erfahrenen Profi vor Ort zu rate ziehen. Aber bitt nicht den benannten Zimmereimeister!

Gruß Marko



Lose aufblasen



Einfach ein paar Kantholzstücken aufbringen, die nachher eine Laufmöglichkeit aufnehmen können und dann ganz einfach den gesamten Bodenbereich mit Zellulose lose aufblasen.
Da muß keine Dampfbremse an der Unterseite der Decke unbedingt integriert werden.
Fugenlosigkeit und Difussionsoffenheit sind hier die wichtigsten Kriterien.
Und preiswert ist es außerdem und geht ruck zuck.

Grüße Udo



Styrodur raus ???



Hallo !

Vielen Dank für die Antworten. Hätte ich mich bloß vorher hier informiert... Wenn ich die Styroplatten rausnehme und die mit isoself befüllten Zwischenräume begehbar machen will, wie könnte ich das tun ? Knauf spricht von Holzweichfaserplatten (Fasoperl A8). Muß dann trotzdem eine Folie rein (Dampfsperre oder offen..) Könnte man das Styro als Sparrendämmung verwenden ? Vielen Dank nochmals. Grüße aus der Pfalz



körnige Materialien



Leider sind körnige Materialien für Zwischensparrendämmungen eher ungeeignet.
Leckagen in der Konstruktion lassen die Schüttungen unkontrolliert wegrieseln.
Außerdem sind bei späteren Maßnahmen (Umbauten) solche Verfüllungen unkontrollierbar, da ja alles herausrieselt.
Also wie Sie bereits selbst festgestellt haben:
Vorher präziser informieren und vorallem unabhängig!

@Begehbarkeit
Lagerhölzer auflegen und bis Höhe dieser befüllen und darüber Holzboden (billigen Rauhspund) verlegen.

Hilfreiche Grüße

Udo



So einfach Zellulose; viel hilft viel



auch ohne Dampfsperre ist das m.E. leider nicht. Der Aufbau sollte gerechnet werden. Durch die Dämmung kommt weniger Wärme in den Spitzboden und er wird kälter. Du könntest den Tau- und Frostpunkt dann in der Zellulose haben. Die sammelt dann die Feuchtigkeit und könnte dann ein guter Nährboden für verschiedene Pilze werden! Eine zügige Trocknung der Zellulose kann nämlich nicht sichergestellt werden. Dies hängt sehr stark vom Wetter ab. z.B. 3°C und Nebel=fast.100% rF im Spitzboden; wie soll da etwas trocknen praktisch ohne Wärme von unten?

Hinweis noch von mir: ich würde oben immer Rauhspund drauf machen,egal ob es begehbar sein soll oder nicht. Falls du doch mal eine Undichtigkeit im Dach hast, fängt der Rauhspund viel weg und die Zellulose bleibt vielleicht trocken. Ist aber Anichtssache.

Gruß Marko



der Bodenraum...



...ist gleichzeitig Entspannungsraum für wärmere Raumluft.
Das heißt, wenn also eine gewisse warme Diffussion durch die letzte Bodendämmung hindurchwandert, findet diese eine genügend große Kubatur vor, wo sie sich entspannen kann. Damit minimiert sich der kapillare Ausfall und es kommt zu keinen Bauschäden.
Wenn Feuchtigkeit auf Zellulose trifft, ist diese auch wieder im Stande komplett auszutrocknen.
Beim lose Aufblasen wird als Abschluß eh mit Wasser benebelt, damit diese verkrustet!

Und wenn eine Leckage in der Dachhaut vorhanden ist, so muß diese sofort repariert werden.
Jeglicher andere Dämmstoff ist da weitaus kritischer zu betrachten.

Grüße Udo



Hab grad mal das Datenblatt von Isoself angeschaut...



...meiner Meinung nach hast du mit dem Hartschaum den Taupunkt unter die Platten geholt. Schmeiß den Hartschaum raus und lege nix diffusionsdichtes drauf (Rauspund ala Vorredner). Jede Art von Folie hätte vor der Schüttung rein sollen, aber nun bleibt dir nur eine diffusionsoffene "Gehfläche". Laß die Schüttung drin, Zellulose ist sicher nicht viel besser in der Abtrocknung und Durchleitung von Dampf.

Gruß Patrick.



Also geht doch...



die Schüttung drinzulassen ? Wenn ich die Styrodurplatten weglasse und diesen Rauhspund zum Betreten nutze, habe ich keine Probleme mit Feuchtigkeit zu erwarten ?
Was ist dieser Rauhspund eigentlich, so ähnlich wie Verlegeplatten ?
Kann man Styrodurplatten als Zwischensparrendämmung nutzen ? Weiß nicht was ich sonst mit den Kram anfangen soll...
Ein Bekannter von mir wollte unabhängig von mir genau daselbe machen, ist nun ganz erschrocken von meiner Geschichte. Wir arbeiten beide in der BASF, deswegen die Styrodurverbundenheit ;o), ;o( Ein Kollege von ihm, hat das vor 3 Jahren auch so gemacht. Ich habe ihn gebeten, das sein Kollege mal nachschaut, wies unter den Platten aussieht...
Gruß
Andreas



Tätigkeitsfeld



Das Tätigkeitsfeld sollte trotzdem abgekoppelt von privaten betrachtet werden. Sie haben es ja nun selbst bereits erkennen dürfen.
Wir hatten ebenfalls einen Kunden, der war einer der ersten ökologischen Obstbauer Deutschlands, Verfechter der Tauschwirtschaft und arbeitete selbst als Betriebsleiter in einer chemischen Firma.
Er hat erkannt, daß das eine mit dem anderen sich zwar bedingt (Familie ernähren!), aber nicht unbedingt eine Verbindung stehen muß.

Ihre Styrodurplatten (sind es die grünen, gelben, blauen?) sind eh nicht für den Innenausbau gedacht, sondern eher für feuchtigkeitsbelastete Außenbereiche im Betonbau oder Kellerbereichen außen.
Also versuchen Sie diese Dinger zu verscherbeln!
Vielleicht gleich als Gesamtposten mit Ihrem Kollegen zusammen.
Als Zwischensparrendämmung würden wir auch davon abraten, da es Kunststoffe sind und diese an organischen Materialien nichts verloren haben.
Wie mit einem guten alten Apfelbaum: Um ihn zu schützen und vor allen Einflüssen abzuschirmen, packt man ihn mit Folien ein. Und nun erwartet man Langlebigkeit und Ertragserhöhung!

Also besser auf andere Produkte greifen, sichere Lösungen erarbeiten und man hat ein besseres Funktionsgefüge geschafft mit einer funktionieren Langlebigkeit.

Grüße zum Jahreswechsel

Udo Mühle