OSB-Platten als Bodenbelag

20.12.2005



Wir möchten OSB-Platten als Fußbodenbelag verwenden.
Wer hat Erfahrung damit? Womit habt Ihr die Platten nach dem Verlegen versiegelt/behandelt? Öl/Klarlack, etc.
Es soll ein Kinderzimmerfußboden werden.
Danke und Gruß
Sonja



alles ist möglich.



Hallo Sonja,
am besten vorgeschliffene OSB-Platten nehmen.
Die normalen Platten haben eine glänzende Oberfläche durch die verwendeten Leimharze. Vorgeschliffen erspart man sich eine Menge Arbeit.
Ölen oder Klarlack ist beides möglich, ich halte Ölen aber für angenehmer in der Verarbeitung, außerdem riechen die meisten Lacke extremer als ´die Öle.
Die Platten sind teilweise sehr saugfähig, mit drei Arbeitsgängen ölen kann gerechnet werden.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



Wachsen ist gut



Hi, wir haben vor etwa zwei Jahren OSB-Platten im ganzen OG. verlegt.Die Platten waren geschliffen, rundum Nut und Feder, Plattenstärke 22 mm.Die Sockelleisten haben wir auch aus OSB-Streifen angefertigt.Nach dem verlegen habe ich den Boden gründlich abgesaugt und anschließend mit einem ganz eben angefeuchteten Aufnehmer abgewischt.Mit OSMO Hartwachs-Öl mittels einer kurzflorigen Rolle zweimal behandelt.Der Boden sieht heute noch sehr gut aus, trotz dreier Kinder im "besten" Alter.



Warum OSB-Platten



ich schlage einen Dielenboden aus Weicholz vor. Hier kann man sicher sein, das man sich keine Probleme durch Ausdünstungen einhandelt.
Die OSB-Platten haben zwar eine geringe Formaldehydausdünstung. Über den alternativ verwendeten PU-Leim kann man aber noch keine Aussage übe die unbedenklichkeit treffen. Ob die enthaltenen Isocyanate ein Problem darstellen oder nicht muß noch untersucht werden. Der empfohlene Grenzwert der WHO liegt jedenfalls unter der Nachweisgrenze, wie sie von chemischen Labors in Gutachten angegeben wurden.
Ich möchte keine Panik verbreiten hab vor Jahren auch noch OSB-Platten verarbeitet, und tue dies heute im Holzrahmenbau immernoch. Aber nicht als offene Beplankung und schon gar nicht im Kinderzimmer.
Vorsict ist die Mutter der Porzelanschüssel.



wie 98 e



einfach mal bei der akoeh.de nachfragen. Das von der aköh entwickelte Aktivhaus besitzt ebenfalls OSB Fußboden, der geölt werden kann. Aber OSB ist nicht gleich OSB, Entscheidend für die Wohngesundheit sind der Anteil der Phenolharze und Formaldehyde im Kleber, gerade im Kinderzimmer.





Danke erstmal!
Über die Belastung durch Gifte habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht nachgedacht.
Werde mich mal eingehend informieren.
Ein Dielenboden ist uns momentan zu aufwendig, da wir das Haus im nächsten Jahr evtl. verkaufen wollen.
Werden aber darüber nachdenken. Der Raum ist ca. 20 qm groß. 4x5 m.Wir dachten, die OSB-Platten wären eine gutaussehende Alternative zum PVC Boden.
Gruß
Sonja



Aber bitte schön.



Das hat ja auch keiner bezweifelt, dass OSB schöner als PVC aussehen kann (wohlmöglich noch einer mit Holzoptik oder so). ;-))
Lino ist auch eine nette Alternative.
Grüße
Martin Malangeri



@ Peter Garkisch



Ich würde mich über eine Information freuen, welcher Hersteller einen Nachweis vorlegen kann, dass seine Platten mindestens die von der WHO empfohlenen Grenzwerte einhält.



@ Fred, OSB



Achten Sie auf Pulverleim 2,2 % + Wachs 1,5 %, gesetzlich vorgeschriebene Formaldehydausdünstung <0,1 ppm. Maximal 0,05 ppm sind mit blauem Umweltengel ausgezeichnet, aber das wissen Sie ja sicher...





Mit den Angaben der Hersteller und den vorgeschriebene Höchstwerten wäre ich vorsichtig. Im Hausbau (Innenräume) dürfen allgemein nur Holzwerstoffe der Emissionsklasse E1 verbaut werden, deren Prüfkammerwert muss < 0,1 ppm betragen.
Zitat: "Trotz des von der ETB-Richtlinie festgelegten Wertes von 0,1 ppm kann es unter realen Bedingungen zu einer höheren Raumluftkonzentration kommen, da die in den Prüfkammerversuchen vorausgesetzte Raumbeladung (hier: 1 m²/m³) oft größer und die Luftwechselrate (hier: 1 h-1) meist geringer ist." Nicht nur die Platten aus dem Baumarkt nebenan ist hier als Verursacher sondern eigentlich beinahe jedes Möbel aus Spanplatten. Desweiteren spielen auch die Raumklimatischen Bedingungen eine wesentliche Rolle bei der freisetzung von Formaldehyd, je Wärme und feuchter desto mehr Formaldehyd wird freigesetzt.

Grenz- und Richtwerte:
WHO ("wenig oder keine Besorgnis") - 0,05 ppm
WHO Richtwert - 0,08 ppm
BGA ­ Eingreifswert 0,1 ppm
MAK - 0,5 ppm

Der Formaldehyd wird beim Abbau des Leimsystems freigesetzt und stoppt erst nach dem völligen Zerfall des Werkstoffes.
Mittlerweile gibt es den Werkstoff OSB-4, der (lt. Hersteller) formaldehydfrei verleimt ist.
Ebenso gibt es Beschichtungssysteme in Form von z.B. Lacken, welche die "Ausdünstung" des Formaldehyds behindern bzw. unterbinden.
Schöner ist allerdings eine geölte Oberfläche.



Zur Klärung



ich rede nicht von Formaldehyd sondern von Isocyanaten aus den nun verwendeten PU-Leimen. So macht man OSB-Platte formaldehydfrei!
Noch ein paar Werte:
Standard der Baubiologischen Messtechnik 0,02 ppm
Katalyse 0,04 ppm
VDI 1992 0,02 ppm
Natur 0,002 ppm
Schleimhaut und Augenreizung 0,05 ppm
Riechschwelle 0,05 ppm
Lebensgefahr 30 ppm



es ist wie vor zwei Jahren....



Die Werte für Formaldehyd aus den Beiträgen von Herrn R. J. und mir beziehen sich auf OSB 3, Ihr Beitrag Herr Heim auf die diisozyanat verleimte OSB 4. Soll diese Klärung nun Sonja nutzen, oder wollen Sie Ihre Kompetenz herausstellen?! Zu Beginn war es nur ein Hinweis über Schadstoffbelastung, jetzt wird es wieder ein Streit. So eine Rechthaberei!



Entschuldigung!



Es ging mir nicht darum Recht zu behalten sondern
1. dass mir die Werte, die Herr R.J. genannt hat noch zu hoch sind, aber das muss natürlich auch jeder für sich selber entscheiden. Ich gebe aber zu bedenken: Es geht um Kinderzimmer!
2. gehe ich davon aus, dass auch die OSB 3 mittlerweile mit PUR-Leimen hergestellt wird. (liege ich damit wirklich falsch(?) dann bitte ich um eine entsprechende Information und um Entschuldigung für die Verwirrung, die ich verursacht habe!)
3. ist leider noch niemand auf meine eigentliche Frage eingegangen, die dann auch der Frau Miksch weiter helfen könnte: Kennt jemand einen OSB-Hersteller mit einem Gutachten, dass bestätigt, das die Isocyanatbelastung unter dem von der WHO empfohlenen Grenzwert liegt?





Ich kenne (noch) keinen Grund warum die OSB-Hersteller Anwendungsübergreifend auf teurere Leime als Harnstoff-Formaldehyd-Leime zurückgreifen sollten. Üblicherweise wird der Leim in Abhängigkeit zu dem Einsatzgebiet der Holzwerkstoffplatte (z.B. wasserfeste Verleimung für Feuchträume) gewählt, hier dann Phenol-Formaldehyd-Harze. Für die "formaldehydfrei" verleimten Holzwerkstoffe (z.B. OSB4) werden m.W. in der Tat PUR-Klebstoffe eingesetzt und die Gefahren die von Isocyanaten ausgeht ist momentan nicht geklährt.
Unabhängig davon habe ich nur einige Punkte aufgezählt die man bei der Auswahl berücksichtigen kann, sowie einige der mir bekannten Grenz- und Richtwerte. Ohne konkrete Bewertung!
Zu bedenken gebe ich hier auch, dass konsequenterweise auch keinerlei Möbel aus Holzpanplatten, beschichtet oder gar unbeschichtet, im Kinderzimmer (oder Haus) stehen sollten. Diese emittieren oftmals ein vielfaches an Formaldehyd wie z.B. die (leimarme) OSB-Platte.



Isocyanat



Hallo,

ich bezweifle, dass es messbare Isocyanat-Emissionen gibt, da Isocyanat sehr reaktiv ist. Da wird schon im Ausgangslager nichts mehr zu messen sein. Aber bei PU können Amin-Emissionen kritisch sein. Die sind aus meiner Sicht sehr viel beachtenswerter.

Aber die Frage, welcher Hersteller "geprüft saubere" Ware herstellt, kann ich auch nicht beantworten.

Unter der schon mal von Lutz Parisek genannten Adresse "http://www.natureplus.de" steht imer noch kein Hersteller.



Hab bei Glunz



mal nachgesehen. Auch die OSB3 Platten werden mit PU-Leimen hergestellt.



Gut zu wissen.



Ich habe mich eben auch auf die Suche gemacht. Bei Glunz OSB3 ist in der bauaufsichtlichen Zulassung angegeben: "...und mit MUPF Klebstoffen in den Deckschichten und PMDI-Klebstoffen in der Mittelschicht verklebt sind."
Wer sichergehen will sollte die Schmalkanten dampfdicht beschichten, da hier die Emissionen stets am größten sind.