Holz anstatt Unterspannbahn, wie dick?

12.07.2005



Hallo zusammen,

an unserem alten Haus (von 1700) soll nachträglich in das Dach eine diffusionsoffene Dämmung eingebaut werden. Wir wollen Hanfwolle als Dämmmatarial einsetzen. Die Unterspannbahn (sehr steiles, dichtes Dach) soll durch Holzplatten ersetzt werden.

Nut und Feder wäre besser denke ich, aber kein OSB-Zeug wegen dem Kleber.
Wie stark sollen die Platten sein? und was für Platten eignen sich?

Danke
Marc



Was Besonderes



Hallo Marc

Wenn ich dich richtig verstehe, willst du die 2. Entwässerungsebene (deine frühere Unterspannbahn)durch reines Vollmaterial ersetzen.

Dies kannst z.B. durch spezielles Plattenmaterial (z.B. parrafinierte Weichfaserplatten mit speziellen Nutprofilen) machen oder du fertigst dir Bretter mit speziellen Profilen (siehe z.B. rechte Skizze) an, in denen kein Wasser stehen bleiben kann.

L. Parisek



Parafinierte Weichfaserplatten



Unterspannbahn ist zur Zeit keine vorhanden,
man schaut von innen auf die blanken Ziegel.

Gibt es eine Marke oder Fabrikat für die parafinierten Weichfaserplatten?
Nut und Feder sind wichtig, denke ich für den sicheren Abfluss von Schlagregenwasser.
Die speziellen Bretter zum selbst anfertigen, ist das ganz normale Baumarktware (Kiefer) mit Nut und Feder?

Marc



Produkte



Hallo Marc

Ich bin schon lange Zeit nicht mehr mit der Materie beschäftigt, aber es gibt z.B. die PAVATHERM-Holzfaserdämmplatten / -dämmkeile.(Diese haben ein spezielles Nut und Federprofil) Bestimmt können die Kollegen aber auch andere Hersteller empfehlen.

Das Bretterprofil habe ich eben schnell mal für dich entworfen, ob es was taugt oder mit welchen Profilfräser dies anzufertigen ist, mag erst einmal offen sein.

Gruß

L. Parisek



eher Pavatherm



ich glaube dann gehe ich eher in die Richtung Pavatherm.
Werkzeug fürs selbstfräsen von Nut und Feder wäre gut. Aber das fehlt und auch die Erfahrung damit auch.
Und Sparren sind auch nicht unbedingt gerade.



Feuchtigkeit



Hallo Marc und alle anderen,

Habe gerade Deinen Eintrag gelesen und habe ein ganz ähnliches Problem, allerdings bei der gesamten Dachdämmung.

Ich schaue bei unserem Haus (1900, sehr viel und steiles Dach) ebenfalls von Innen auf die Sparren mit direkt Dachziegeln darauf. Jegliche überlegten Dämmvarianten scheitern daran, dass die Feuchtigkeit, die durch Flugschnee und Kondensation zwischen Dach und Dämmung entsteht entweder den Sparren oder der Dämmung schadet (Schimmel, Fäulnis, etc.) - wie löst Du dieses Problem bzw. wie ist Dein Dämmaufbau?

Wäre über Hilfe sehr dankbar!

Grüße aus Wien
Karin



unterdach



hallo,
der Vorteil einer Unterdachplatte aus parafinnierte Holzweichfasern (Statt Unterdachbahn) ist dass sie auch dämmt. Die Stärke der Platte hängt von den Sparrenabstand ab. Neben Pavatex (.de) gibt es auch noch Gutex (.de) und Steico (.com). Wichtig ist das Nut und Feder System dass in Trapezform sein muss. (etwa wie auf der Pariseker Zeichnung). Als Stärke würde ich mind 24 mm wählen. Die Anbieter haben fertige Kalkulationen in ihren Katalog. Darunter ist jegliche pflanzliche Dämmung möglich (Holzweichfaser, Zellulosewolle, Flachs, Hanf). Die Anbrigung muss von einen zuverlässigen Dachdecker angebracht werden, nicht jemanden der die Platten mit seine Füssen (Schuhen) kaputt trampelt (habe ich so oft erlebt!)
m.f.g.
J.E.Hamesse



Genau so



wie der Kollege Hamesse sehe ich das auch. Einige Firmen sind ja nun genannt. Man sollte darauf achten, aus der Produktpallette tatsächlich auch die Unterdachplatten auszusuchen wegen der Imprägnierung und der Profilierung.
Ein großer Nachteil ist, wie angesprochen, die Anfälligkeit gegen mechanische Verletzungen (Fußdurchstösse). Die sind dann nur aufwendig zu reparieren. Also ausreichend dicke Konterlattung vorsehen, das hilft etwas, denn dann wird der Abstand etwas grösser.

Eine kurze Bemerkung zur Holzschalung. Die ist zunächst vom Material her sicherlich am angenehmsten. Holz ist jedoch ziemlich diffusionsdicht, und das ist bei einem gedämmten Dach an der Aussenseite nicht so gut. hier soll der Aufbau diffusionsoffen sein.

Gutes Gelingen,



die Dicke ist von …



… dem Sparrenabstand abhängig
je größer - desto dicker die Platte!
Wichtig ist auch die Hinterlüftung der Ziegel mit der schon angesprochenen Konterlattung (ich tendiere zu 60 mm) und dann die Traglattung 30/50
und darauf achten, dass unten Luft rein kann und oben wieder raus!
Wie steil ist denn das Dach?
Alle Anschlüsse ordentlich ausführen lassen (Kamin, etc.)
Die "Pariseksche Variante" sollte allerdings jeder Schreiner herstellen können und gewährleistet dne Wasserablauf im ähnlichen Prinzip, wie dei imprägnierten Platten!
Holz ist schon auch nicht schlecht!

mfG

Florian Kurz



MDF-Unterdachplatten



sind resistent gegen das Durchtreten des fahrlässigen Dachdeckers. Die gibts z.B. von Egger (DHF) oder Glunz (agepan). Die sind bloss 16mm stark, aber wesentlich stabiler als Holzweichfaserplatten. Ich konnte bei einem Sparrenabstand von 80cm gefahrlos auf meiner Gaube zwischen den Sparren stehen.
Ich bin froh, dass ich mich für diese Variante entschieden haben.



Diffusionsdicht?



Hallo zusammen,
ein verspätetes Danke für ihre Antworten. (hatte Sommergrippe)
@ Herr Puckherr:
"Ihre" MDF Platte mit 16mm würde mir zusagen. Haben die auch Nut und Feder?
Muss ich bezüglich Leim die gleichen Bedenken haben wie bei OSB?
@ Herr Kurz:
Für die Unterlüftung der Ziegel habe ich 3 cm Abstand zur MDF oder Pavatex geplant. Für eine Entlüftung oben und unten ist gesorgt. Das Dach hat eine Neigung von ca. 75%.
@ Karin: Mir wurde auch schon vom Dachdecker geraten, auf USB/Lattung zu verzichten. Der Hanfwollehersteller schreibt den Schutz vor.

Wegen der Diffusionsdichtigkeit hab ich mir auch schon Gedanken gemacht. Zuschnittbedingt entstehen am Rand der Lattung immer 1-2 cm Luft.
Reicht das?



Nut + Feder



Natürlich habe die Unterdachplatten Nut + Feder.
Schauen Sie sich ruhig auf den Herstellerseiten um, da gibt es genaue Anleitungen und technische Daten. (http://www.baudas.de/deu/503.htm).

Bezüglich Ausgasen von Lösungsemitteln kann ich nicht viel sagen, ich habe zumindest in den 1,5 Jahren, in denen die Platten von innen noch offen waren, keinerlei Ausdünstung bemerkt.
OSB-Platten stinken mehr ....



Kann Jemand was zu Lösemitteln OSB MDF sagen?



Danke Herr Puruckherr für die Antwort,

die DHF von Egger wäre fast ideal.
Auch ,vom Wasserablauf und der Austeifung wegen.

Vorrangig aber immer die Frage:

Was gast den mehr und gefährlicher aus?:
OSB (Isocyanid?, Formaldehyd?) oder die MDF?

Die Platten hängen schliesslich 6cm unter den Ziegeln...

Was empfehlen die Experten?



Bauphysik



Hallo Marc,

hat dir schon jemand den geplanten Dachquerschnitt in Hinblick auf die Bauphysik geprüft?, sprich wie konstruiere ich den Dachaufbau mit welchen Materialien (innen/aussen)?, was will ich mit dem gewonnen Dachraum machen (wohnen/ als Speicher nutzen)?
Schon über das Thema sommerlicher Wärmeschutz nachgedacht?

Gruß
Markus



Wird ein Wohnraum



Hallo Markus,

der Speicher wird ein Arbeitsraum ohne Bad/Küche.
Der Zimmerer hat den Dachstuhl schon geprüft, es muss nichts erneuert werden. Besser wäre eine Aufdach-Dämmung. Kosten und Aufwand sind mir aber zu hoch.
So gibt es eine Zwischensparren-Dämmung, Diffusionsoffen.
Vom Aufbau her ist der momentane Stand so geplant:
1) Bieberschwanz-Ziegel
2) Lattung
3) Hinterlüftung 4 cm
4) MDF Platte Egger
5) Aufdoppelung auf 16cm, Hanffaser HDW1A als Dämmaterial
6) Lehmbaublatten als Verkleidung

Ist das der sommerliche Wärmeschutz genügend berücksichtigt?

Gruss
MARC