Innendämmung Heizkörpernische

16.03.2008


Hallo,

wie kann man sinnvoll die Kältebrücken in den Heizkörpernischen dämmen?

Das Haus hat im EG Wände aus 50 cm Bruchsandstein, im OG 40 cm Vollziegel. In den Heizkörpernischen beträgt die Wandstärke aber nur mässige 20 cm.

Das Haus hat Balkendecken. Kondenswasseranfall ist da sicher tödlich. Da die bisherige Doppelverglasung mit undichten Rahmen ersetzt werden soll gegen eine Isolierverglasung, wollen wir nach Möglichkeit eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher einbauen - denn an der Bahnlinie sind offene Fenster weniger attraktiv.

Etlichen Vorenbeiträgen entnehme ich die deutliche Warnung vor z.B. Styropor. Schilfmatten, Lehmputz usw. erscheint an der Stelle aber reichlich ungeeignet. Was wäre richtig?



Innendämmung Heizkörpernische



Wie wär`s mit einer Kalziumsilikatplatte (Klimaplatta, Getifix...).

Beste Grüße
Lutz Kriegerowski



Heizkörpernischen



Eine andere Variante wäre das Ausmauern mit Poroton oder Gassilikatsteinen auf volle Wandstärke bzw. eine moderate Nischentiefe.

Viele Grüße



Der Einbau einer Kalziumsilikatplatte ist mir noch unklar.



http://www.studipilot.de/studieninhalte/onlinelexikon/ka/Kalziumsilikatplatte/ beschreibt ein paar interessante Einzelheiten, Dass der Dämmwert nicht so der Hit ist, das ist wohl die Kröte, die man schlucken muss, wenn mann kapillarere und diffusionsoffenere Baustoffe verwenden will und muss.

Dass auch mit solchen Materialien Schimmel auftreten kann, ist plausibel.

Wenn aber in der Anleitung steht:
"Wärmebrücken sind, wie bei Innendämmung üblich, mit Dämmkeilen oder anderen geeigneten Maßnahmen zu behandeln."

... dann verstehe ich nicht: Die ´Platte selbst soll doch die Dämmung sein. Welches andere, noch besser geeignete Material brauche ich als Dämmkeil in dieser Nische?

Beispielsweise muss die Wand ja noch immer den Heizkörper tragen. Vielleicht bieten sich hier Gewindestangen aus rostfreiem Stahl an, die schlechtere Wärmeleiter sind. Aber dennoch wird das eine Kältebrücke sein, die die Dämmung auch nnoch durchsticht. Ebenso ist die Platte ja einzulassen in eine Nische, wo die seitlichen Wände aus Vollziegeln schlechter dämmen. Unten sind noch undichte Dielen darunter, die man einfach nicht diffusionsdicht abschliessen kann.



Styropor



Ich hab hinter den Heizkörpern auch Styropor (Schande über mich). Aber ich hab da keine Angst, bauphysikalisch, denn es sind nur ein paar Zentimeter, und es wird ja von den Heizkörpern aufgewärmt.

Gut Glück wünscht
stt



Innendämmung



Die Kalziumsilikatplatte hat eine deutlich höhere Dämmwirkung als gleich dickes Mauerwerk. Insofern kann man mit einer solchen relativ dünnen Platte den Dämmwert der Außenwand hinter dem Heizkörper auf das Niveau der anderen, dickeren Wände anheben. Wie dick die Silikatplatte sein muss, müsste man, wenn man es genau machen will, ausrechnen. Meist ergibt sich aber die max. Dicke allein aus dem Abstand zwischen Heizkörper und Außenwand (es sei denn, man will den Heizkörper vorverlegen). Der Dämmwert von Styropor oder Mineralwolle wird in der Tat nicht erreicht. Dafür erhält man aber eine bauphysikalisch unproblematische Innendämmung mit pilzwidriger Ausstattung.



Dämmkeile



Das hatte ich noch vergessen: Ich verstehe das in der genannten Site so, dass Wärmebrücken wie Außenecken oder Fensterlaibungen mit Dämmkeilen zu versehen sind. Das ist ja auch richtig. Die kleinen Wärmebrücken, die durch die Halterung der Heizkörper gebildet werden halte ich für vernachlässigbar. Sollen diese aber auch ausgeschlossen werden, könnten die Heizkörper auf Träger montiert werden, die auf dem Fußboden stehen.
Beste Grüße
Lutz Kriegerowski



Was wenn nicht Glaser?



Wie wuerde/muesste man das richtig rechnen? Glaser scheint ja nach manchen Ansichten nicht wirklich geeignet zu sein.



Kalziumsilikatplatten Bezugsquellen?



Das Heizkörpernischenproblem habe ich auch und auch ich bin letztendlich bei Kalziumsilikatplatten gelandet(das mit den Keilen hat mir übrigens auch Kopfzerbrechen bereitet). Allerdings geht es bei mir nur um eine einzige Nische, in den anderen Räumen haben die Vorbesitzter glücklicherweise die Finger von den dicken Backsteinwänden gelassen. Ich finde nun aber keine Bezugsquelle für Kalziumsilikatplatten, wo ich nicht gleich eine Palette nehmen oder für eine einzelne Platte 100,- Euro Fachtkosten bezahlen muss. Hat da jemand einen Tipp für mich? Die üblichen Baumärkte habe ich schon abgeklappert.

Viele Grüße



Kalziumsilikatplatte



Hier sind ein paar Händler zu finden: http://www.klimaplatte.de/allgemein/kalciumsilikat%20Klimaplatte%20Links.php ich habe neulich drei Stück einzeln geholt.
Zur Berechnung: Für eine einzelne Heizkörpernische ist - denke ich - das Glaserverfahren oder ein anderes, wo Sie nur einen Taschenrechner brauchen, hinreichend genau.



Calciumsilikat-Platte



wären mir zu "vornehm", das Material ist ökologisch und bauphysikalisch optimal, exotisch und damit auch nicht beim Baustoffhändler um die Ecke zu bekommen.

Wenn es wirklich nur für die Nische gedacht ist, würde ich auch von einer Standardverbundplatte nicht zurückschrecken, schließlich wird es hier auch warm. Gasbeton tut es sicher auch.
Wer es besser machen will: von Xella gibt es Multipor mit Wärmeleitgruppe 045 - bei einer Nische käme es mir aber auch nicht auf die optimalsten Dämmwerte an.

Bezugsquellen Calciumsilikat-Platte: preiswertester Anbieter war meiner Recherche nach Epasit: 5 cm / 40 Eur /qm, bei allerdings größeren Abnahmemengen. Am besten anrufen und Gebietsvertretung nennen lassen.

Glaserverfahren: bei Innendämmungen lieber nicht ;) - sonst würde man es bleiben lassen.

Dämmen sollte man immer bis zum Boden, also Dielen ggf. für Dämmung entfernen.



Heizkörpernischen



mauern wir gerade schlicht und simpel zu. ist da was falsch dran? gleiche stärke mauerwerk wie überall.



Heizkörpernische



Nö, aber man hat keine Nische mehr (Platz für HK).