OSB Platte zur Scheibenausbildung Wand

22.06.2015



Hallo liebe Community

da ich hier nichts passendes Gefunden habe frage ich...also ich möchte eine Scheune (Baujahr 1920) zum Wohnhaus umbauen, das Erdgeschoss ist massiv, die erste Etage Fachwerk. Das Fachwerk ist in einem guten Zustand nur die Steine sind Minderwertig (Schlackesteine ). Meine Architektin hat mir folgenden Wandaufbau vorgeschlagen

von innen:
Gipskarton 12,5 mm
Lattung als Installationsebene 40mm
OSB Platte zur Scheibenausbildung und Dampfsperre 18mm
Dämmung zwischen Fachwerk 140 mm
Holzweichfaserplatten 80mm
Putz

Jetzt hat mich ein Zimmermann darauf aufmerksam gemacht das man die OSB platten innnen nicht so ohne weiteres an die Riegel und Ständer schrauben kann, weil diese teilweise 3cm Versatz haben und er meint die Differenz mit Brettern Bohlen und sonstg. auszugleichen wäre erstens eine Schweine Arbeit(250 m2) und zweitens Fusch wegen der Scheibenausbildung (Statik) er meinte jetzt ob man die OSB Platte nicht außen anbringen könnte weil da die Balken Plan zueinander sind und drinnen würde man eine Dampfbremsfolie anbringen an Stelle der OSB Platte.

Würde das gehen ? bzw. hat jemand einen anderen Vorschlag zwecks Wandaufbau ! Könnte man Zur Scheibenausbildung auch ein anderes Material nehmen (außen) ?



Scheibenbildung



Ob das geht hängt erst einmal vom Statiker bzw. von den technischen Vorschriften ab, es gibt eine DIN dazu.
Meines Wissens gibt es bereits Holzfaserdämmplatten für außen die eine Zulassung für Scheibenwirkung haben.



Wieso



muß eine Fachwerkwand als Scheibe ausgebildet werden?

Damfbremse und OSB müssen hundertprozentig dicht verbaut werden,null Fehlertoleranz in der Plastiktüte und was anderes wird es so nicht.



Antwort



Das mit den Holzfaserdämmplatten werde ich prüfen....ich denke eine Scheibe in der Wand brauche ich weil die Steine aus den Gefachen entfernt werden sollen.....



Scheibenbildung?



Beim Fachwerk braucht´s keine Scheibenwirkung, solange es funktionsfähige Streben/Diagonalen gibt. Aber dazu sollte sich der Statiker äußern, der das Projekt tunlichst begleiten sollte.

Die OPSB-Platte nach außen zu verlegen, ist jedenfalls der falsche Weg, da sie relativ dampfdicht ist. Innen noch dampfdichter mit einer Dampfbremsfolie zu arbeiten, wird in der Baupraxis nicht funktionieren.

Ansonsten kann der Wandaufbau der Architektin so realisiert werden. Ein Fachwerkbau ist grundsätzlich nichts anderes als ein Holzrahmenbau (mit Streben), wenn man nicht die fundamentalistische Ansicht vertritt, das zum Fachwerk immer das Lehm-Gefach gehören muss.

Ihre Architektin hat hoffentlich die baurechtlichen Konsequenzen aus der Umnutzug Scheune/Wohnhaus geprüft? Grenzständigkeit? Umnutzung? Verlust des Bestandschutzes? Auslösung von Abstandsflächen? Ggf. nachbarliche Einigung oder Eintragung einer Baulast ?

PS zu Ihrer Antwort: Die Gefache haben keine statische Funktion. Wieso werden diese Punkte nicht von Ihrer Architektin oder Ihrem Statiker geklärt?



Gipskartonplatten



Wäre es nicht besser bei dem Wandaufbau Innen auf die Gipskartonplatten zu verzichten ?
Es wäre doch besser rein anorganisch zu bleiben um dem Schimmel vorzubeugen . Reiner Gips ginge zwar auch , aber bei den Platten ist ja schon Zellulose mit dabei und wenn dann noch Kleister und Tapeten kommen .......
Sollte die Innendämmung stattfinden könnte doch auf diese weiter mit Kalkputzen aufgebaut werden .
Das wäre für das Raumklima sehr förderlich und man ist zwecks dem Niederschlag der Feuchtigkeit und der Schimmelbildung auf der sicheren Seite .





Die entscheidende Frage ist: Was willst Du erreichen? Beste Wärmedämmung, preiswerter Bau bei guten Werten oder superglatte Wände egal was es kostet...

Schau Dir mal an, was die Fa. Gutex so bietet, bei uns kamen Sie wegen der Lieferfristen nicht in Frage, aber Zeit ist bei Dir vielleicht nicht der entscheidende Faktor.



Fachwerkumbau



Es ist die Frage was genau du erreichen willst-
willst du eine Neubauoptik ?
Welchen Dämmwert?
Sofern das Fachwerk intakt ist sollte eine Aussteifung unnötig sein,
zB die bisherigen Steico universal und Steico Protect H
haben eine Zulassung als aussteifende Platte, auch bei Kreuzstößen.
Wenn ein sehr guter Dämmwert erreicht werden soll kannst du Stegträger aufs Fachwerk schrauben, darauf die Steico-Platten schrauben und entweder Verputzen oder mit einer hinterlüfteten Bekleidung versehen.
Ins Fachwerk könnten Lehmsteine vermauert werden, um Speichermasse zu bekommen.
Danach den Hohlraum außen mit Zellulose ausblasen.

Oder innen aufs Fachwerk- sofern nötig-
eine Holzkonstruktion mit Justierschrauben befestigen,
darauf Holzfaserplatten schrauben, Wandheizungsregister und diese mit ca 30 mm Kalk- oder Lehmputz verputzen.

Das Fachwerk kann dann gleichzeitig mit den Trägern außen ausgeblasen werden.
Wenn sich jemand sicherer fühlt mit zusätzlicher Aussteifung könnt ihr ggf Windrispenbänder verspannen.

Andreas Teich



Antwort



danke erstmal für die Zahlreichen Antworten.....also ich möchte meiner Architektin da nicht vorgreifen sondern mich lediglich über Alternativen informieren....Die Architektin hat mir auch die Statik berechnet brauch ich da extra noch einen Statiker ? In der Ausführungsplanung ist der Deckenaufbau mit Scheibenausbildung auch projektiert was kein Problem ist von der Ausführung her, da kann ich die OSB platten direkt von oben auf die Deckenbalken schrauben. Vielleicht reicht das ja schon !? aber das soll die Architektin klären....Baurechtlich ist alles in Ordnung da die Scheune auf einem Drei Seiten Hof meiner Eltern steht u ich habe sie mir über eine Trennvermessung abteilen lassen vom Flurstück meiner Eltern....Bauantrag ist eingereicht ich warte nur noch auf die Genehmigung....Ansonsten soll es gut und bezahlbar sein und den heutigen Baustandarts entsprechen



Optimierung



OSB aussen würde ich vermeiden, auch wenn die Amerikaner das massenhaft so machen.

Statt Gipskarton lieber Gipsfaserplatte, einiges stabiler.

Installationsebene ausdämmen, jeden cm nutzen.

Es war eine Scheune, dann sollte man es nicht verputzen, sondern als ehrliche Lösung oben eine hinterlüftete Holzschalung anbringen. Beim massiven Teil ein normales WDVS.



Aussteifung und Wandaufbau vom Fachwerk



Laß dir doch die statischen Berechnungen deiner Architektin vorlegen-
Architekten sind normalerweise keine Statiker-
vielleicht ist die vorgesehene Scheibe nur eine Vorsichtsmaßnahme wegen Unsicherheit bei der Einschätzung des statischen Gefüges von Fachwerken.
Zur Aussteifung könnten einfach einige zusätzliche Streben eingefügt werden, wenn Sichtfahcwerk nicht möglich ist.

Wenn tatsächlich solche Höhendifferenzen innen vorliegen würde ich der Einschätzung der Zimmerei folgen und innen keine OSB Platte verwenden.
Wenn die Befestigungsmittel wegen Höhendiferenzen auf Biegung beansprucht werden ist keine korrekte Scheibenbildung möglich.

Dann besser außen zB Steico Universal oder Steico Protect H
Holzfaserdämmplatten verwenden, die seit kurzem eine Zulassung als aussteifende Platte haben.

Als Dämmung keine Mineralwolle sondern kapillaraktive, sorptive Dämmstoffe wie Zellulose, Holzfaser, etc verwenden.

Und wie vorgeschlagen wurde, wenn überhaupt Gipsfaser statt Gipskartonplatten verwenden- besser aber auch hier Kalk- oder Lehmputz auf Holzfaserplatten.

Andreas Teich





Das Kernproblem ist der Taupunkt in der gesamten Konstruktion.
Bei der Verwendung von OSB- und Gipsplatten muss sicher gestellt sein, dass er sich nicht längere Zeit innerhalb dieser Platten befindet bzw. die OSB-Platten müssen dann vor Dampf oder Luftaustausch geschützt werden...
Für Holzfaserplatten gilt das nach Herstellerangaben nicht und für mineralische Baustoffe (Ziegel, Multipor zB) sowieso nicht. Da kann die Feuchte entsprechend der Belastung und dem Temperaturgefälle, welchem der Taupunkt folgt, schadlos wandern - oder es gibt keine Feuchte, weil die entspechenden Dampfbremsen/sperren fachgerecht eingebaut worden sind.