Gutachten zur Tragfähigkeit einer Decke

10.09.2009



Unser Ortsteil versucht, ein Gutshaus sanieren zu lassn, um es wieder einer Nutzung zuzuführen. Die Großgemeinde hält dies für aussichtslos. Nun hat ein Gutachter festgestellt, dass die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion des vor mehr als 300 Jahren errichteten Gebäudes um das 6-fache überschritten sein soll. Es drohe die Dachkonstruktion einzustürzen und die Decke des Erdgeschosses ebenfalls zum Einsturz zu bringen. Der Gutachter hat zur Feststellung der Tragfähigkeit die Decke von unten untersucht, den Lehm quasi entfernt. Wäre eine Prüfung durch Abnahme der Dielen nicht sinnvoller gewesen? Nun Ist die Decke augenscheinlich so beschädigt, dass sie ohnehin erneuert werden muss. Der Gutachter wurde durch die Verwaltung beauftragt, die die Sanierung ohnehin nicht will.

Wer eine Antwort hat, dem danke ich im Voraus.



dreihundert Jahre alte Scheune



Das sind ja ganz erstaunliche Sicherheitsbeiwerte oder aber eine Konstruktion, die beharrlich den Naturgesetzen getrotzt hat.
Aber so geht das: Politisch eine Willensbekundung abgeben und Gutachter mit klarer Ansprache in Marsch setzen.

Da gibt es nur eins: anders wählen.
Was sagt die Denkmalbehörde ? Warum setzt die nicht ihre eigenen Gutachter in Marsch ?


Grüße vom Niederrhein



Abenteuerliche Überschreitung



Eine 6-fach Überschreitung klingt abenteuerlich. Ich habe mal bei einem Gutachten eine 3-fache Überschreitung der Spannungen ermittelt und sofortige Abstützungsmaßnahmen angeordnet, aber da hat man vor Ort auch schon deutliche Überbeanspruchung gesehen. Das Dach könnte aber wohl durch Verstärkungsmaßnahmen (Reparaturen, zusätzlichen Pfetten, Hängewerken, etc.) instandgesetzt bzw. zumindest notgesichert werden.
Liegt Euch das Gutachten vor? Es wäre interessant zu wissen, welche Lasten der Kollege für die Decken angesetzt hat.
Ich kenne einen vergleichbaren Fall, da wurde im statischen Gutachten nachgewiesen, dass die Holzbalkendecke eines Fachwerkhauses für die spätere Nutzung als Archiv mit 5 KN/m² (500 kg/m²) deutlich überbeansprucht wäre. Gewünschte Schlußfolgerung des Bauherrn war die Beantragung des Gebäudeabbruches. In Abstimmung mit der Denkmalpflege wurde dann jedoch die Nutzung angepasst (als Büro im OG und mit Archiv im EG) ohne großartige Verstärkungsmaßnahmen vornehmen zu müssen.



Mein Ortsteil heisst Lustnau.....



aber ob der was retten kann...?

Unsere ehemalige Vermieterin hat mal ne Unterschriftensammlung für den Erhalt eines alten Hauses im Dorf gestartet, damit den abrisswütigen Investor vergrault, die Bude dann selber gekauft (das 4. - alle neben ihrem) und wieder hergerichtet und vermietet. Happy End!

Wieviele wollen da was genau und wer solls zahlen?

Gruss, Boris



Wer will was und wer soll es bezahlen?



Hallo Forumteilnehmer,
zu allererst Dank für die Antworten und die daraus ersichtliche Anteilnahme.

Zunächst an Boris,
die Geschichte läuft bereits seit März diesen Jahres. Das ganze Szenario kann in der Presse verfolgt werden. Unter www.moz.de im Suchmenü Kita und/oder Mürow eingeben, dann wird man fündig. Es fing mit Fenstern an und hört mit Einsturz auf. Am 01.07.2009 hat die SVV der Stadt die Sanierung beschlossen. Die Verwaltung hatte eine andere Variante favoroisiert. Nun gehen die Bestrebungen der Verwaltung augenscheinlich dahin, den Beschluss der SVV als nicht realsierbar hinzustellen.
Wer soll es bezahlen?
Der Ortsteil hatte aus der Zeit der Eingemeindung nach eine Rücklage, die zur Schimmelsanierung ausgereicht hätte.



Hallo Olaf,



ich bin glaub' ich etwas über den Sprachgebrauch gestolpert...ein Ortsteil ist für mich eine geografische Beschreibung und bei euch die kleinste Verwaltungseinheit einer Gemeinde, richtig?
Hört sich erstmal nach Machtpoker an, da zählen Sachargumente und Gegengutachten i.d.R. nicht viel. Da könnt ihr höchstens noch schnell ein Wahlkampfthema draus machen...wenns nicht schon eins ist.
Hat sonstwer Interesse an der Immobilie und will euch deswegen raushaben? Oder will die Gemeinde die Kohle lieber woanders ausgeben?

Wie wärs, wenn ihr den Gutachter zusammen mit einem Fachmann eurer Wahl zu einer gemeinsamen Begehnung einladet? Müsstet ihr dann allerdings bezahlen....oder vielleicht übernimmts der Ortsteil. Kann man ja auch mit mehr Leuten dann mal anschauen ob er recht hat, und die Presse einladen....


Viel Glück, Boris




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