Nässe rund um das Haus herum.

10.08.2019 Zertain



Guten Tag zusammen,

ich hätte eine Frage bezüglich auftretender Nässe im Erdgeschossbereich meines Hauses.

Das Haus ist 110 Jahre alt und besitzt einen ca. 40cm hohen Sockel aus Stein (nehme an Granit o.ä.) der ca. 3-5cm herausschaut.
Dieser Sockel ist komplett verputzt. In sämtlichen Zimmern mit Außenwänden im EG-Bereich habe ich ca 20cm vom inneren Bodenbelag nach oben Feuchte Stellen. Diese Stellen ziehen sich wie eine Spur aus Wasser - gerade - immer auf der Selben höhe.
Diese "Spur" tritt dort auf wo das Haus unterkellert ist - von außen ist es ca. die selbe Höhe wie die Oberkante
In einem anderen Zimmer welches nicht unterkellert ist sind die Wände bis zu 70cm vom inneren Bodenbelag nach oben feucht, allerdings Stellenweise und nicht wie eine Spur. Diese Nässe kommt vor allem nach dem Regen.

Meine Frage wäre: Könnten Sie sich vorstellen das dass Wasser an der Oberkante des Sockels auftrifft und sich durch den normalen Außenputz befördert und dadurch die Nässe auf der konstanten Höhe ensteht?

Bei dem Zimmer welches nicht unterkellert ist liegt außen der Kanal für Abwasser - eventuell ist dort etwas defekt?
Leider kann ich nicht sagen ob an dieser Stelle schoneinmal etwas saniert worden ist. Der ehem. Hausherr existiert nicht mehr.


Eventuell haben Sie eine Idee?

Bei dem Foto handelt es sich um den Sockel der komplett um das Haus herumgeht.

*Edit: Die Seiten des Hauses bei denen diese Nasse "Spur" auftritt sind Straßenseitig. Die Seite mit den hohen Nassen Stellen sind im Hof und gepflastert. Der Pflaster hat sich dort auch schon an manchen Stellen gesetzt und es sind unebenheiten enstanden im laufe der Zeit.



weiteres Foto



Das Foto mit der "Spur" (schwer zu erkennen aber da :-) )



weiteres Foto



Bild mit der nassen Wand in dem nicht unterkellerten Zimmer.



Nässe rund um das Haus herum.



Bauteilöffnung

Da Sie, dem Anschein nach, nicht viel über die Bauweise Ihres Hauses in Erfahrung bringen konnten, würde ich mal selber dahinterschauen. Man könnte natürlich vermuten,rätzeln...

Grüße

Mladen Klepac



Nix Genaues weiß man nicht!



Sie müssen auf Ursachensuche gehen und hierzu leider (in Maßen) Hand an Ihr Haus legen.

Bereits jetzt fällt aber auf, dass der Sockelbereich ungünstig gestaltet ist. Auf den Fotos sieht man einen verputzten und wohl auch mit einer dichtenden Farbe versehenen Socke, an den Pflasterung angrenzt. Da spritzt Regen perfekt an die Wand und eindringende Feuchte kann dann schön im Sockelputz aufsteigen.

Idealerweise soll aber wenig Wasser an die Wand kommen und wenn doch, dann gut abtrocknen können. Woher das Wasser kommt (oberirdisch durch direkte Beregnung - dagegen helfen Dachüberstand und Tropfbleche, oberirdisch durch "Hochspritzen" von Regentropfen - dagegen helfen ein Kiesbett oder Gras, oberirdisch durch falsches Gefälle zum Haus hin, unterirdisch durch defekte Kanäle, Fallrohre [!], sog. Schichtenwasser oder schlicht der Grundwasserpegel).

Sollten Sie tatsächlich einen ca. 40 cm hohen Sockel aus Granit haben (nachschauen! probeweise ein Loch bis auf den Stein freikratzen!) wäre das eine klasse Sache. Dann könnten Sie den Sockelputz außen abschlagen und die Steine (hübsch ausgefugt) sichtbar lassen. Dann kann der Bereich optimal abtrocknen, falls es doch mal dagegen regnet. Und da Feuchtigkeit im Granitstein selbst kaum aufsteigen kann - im kapillaraktiven Putz und in den (ausgemörtelten) Steinfugen dagegen schon - transportiert es eventuelle Feuchte auch nicht weiter.

Außerdem würde der Sockel auch nicht mehr so weit hervorstehen. Dies kann ich mir als Ursache der Feuchtigkeit im Inneren aber nur dann vorstellen, wenn es regelmäßig massiv an die Wand regnet und dann das "herunterlaufende" Wasser am hervorstehenden Sockel (sind dort Risse?) massiv eindringt. Wenn (nur) das der Fall wäre, dürfte ein Tropfblech Abhilfe schaffen.

Auch über ein kleines Kiesbett (als Spritzwasserschutz) sollten Sie nachdenken.

Ansonsten hilft nur die Suche nach der Ursache des Wasseranfalls. Fragen Sie doch mal die Nachbarn nach Problemen mit Feuchte im Keller. Vielleicht stellt sich raus, dass der Grundwasserspiegel bei Regen schnell ansteigt und/oder dann Schichtenwasser anfällt. Ebenfalls lohnenswert ist die Prüfung, ob die Fallrohre der Dachentwässerung dicht sind. Dazu stopfen Sie die Einleitung in den Entwässerungskanal im Übergabeschacht (sollte sich an der Grundstücksgrenze befinden) zu, demontieren ein Stück des Fallrohres und lassen es volllaufen. Der Wasserspiegel sollte dann nicht oder nur ganz langsam sinken.

Weitere Ursacheforschung wäre aufwendig über Schachtungen möglich. Graben/Bohren Sie ein Loch und beobachten den Grundwasseranstieg nach einem starken Regen. Sollte sich herausstellen, dass Ihr Haus regelmäßig nasse Füße bekommt, ist Abhilfe kaum möglich (evtl. Drainage) und Sie müssen abwägen, ob man nach geeigneter Gestaltung im Inneren nicht irgendwie mit dem Zustand leben kann.

(Hinweis: Legen Sie keinesfalls die kompletten Außenwände zur Herstellung einer Drainage im Eigenbau frei! Dies kann zu statischen Problemen führen. Das Anlegen einer Drainage und/oder nachträgliche Abdichtungen sollten vom Fachmann geplant und von zuverlässigen Unternehmen ausgeführt werden.)