Muschelkalkmörtel zum Verfugen?

23.09.2014 Vogelsang



Hallo,
vor einiger Zeit wurde hier in einem Beitrag schonmal die Neuverfugung meiner mindestens 100 Jahre alten backsteinscheune diskutiert. Hier der alte Beitrag, der bereits im Archiv ist:

http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/aussen-kalk-213610.html

Nun haben wir das Projekt aufgrund wichtigerer anderer Arbeiten noch hinten anstellen müssen. Nun ist es aber wieder sehr aktuell.
Aus den alten Diskussionen ging hervor, Luftkalkmörtel zu verwenden. Nun habe ich die Alternative Muschelkalkmörtel "entdeckt", der mir als besser geeignet empfohlen wurde. Ist das der Fall? Original war es wohl kein Muschelkalk, aber da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, es mir also nicht auf 100%ige Originalität, wohl aber auf bewährte "alte" Baustoffe und eine Erhaltung der Gebäudesubstanz ankommt, würde ich ggf. gern darauf zurückgreifen.
Es geht um den Muschelkalk-Fugenmörtel von Marbos. Kann ich den verwenden, oder ist das nicht gut?
Eine einfache Frage für hoffentlich genauso einfache Antworten. :-)
Freundliche Grüße,
Sepp



Nicht schon wieder



Es gilt nach wie vor das im erwähnten thread geschriebene...
Du kannst Dir natürlich auch 'nen Brennofen und 'ne Löschgrube bauen und am Feiertag in den Kalksteinbruch Deines geringsten Misstrauens einbrechen... dann müsstest Du noch die Sandkörner auf optimale Form hinfeilen und an der Sieblinie arbeiten sowie bei Neumond reinstes Quellwasser schöpfen...

… ^Ironie off^...

Das optimale Material findest Du nur in Abstimmung auf den Stein und das vorhandene Mörtelmaterial sowie der Witterungsexposition... und natürlich den Fähigkeiten des Verarbeiters...
… oder halt der Industrie vertrauen, die sowas tw. seit Jahrzehnten mehr oder weniger erfolgreich anbietet... Ja, das Zeugs ist prinzipiell geeignet für Fugensanierung an einer Backsteinfassade.



Hab ich doch versucht!



Das habe ich doch schon versucht. Leider ist mir meine Feile beim bearbeiten der Sandkörner so schnell stumpf geworden, und da habe selbst ich eingesehen, dass es vielleicht auch einfachere Methoden gibt...

… ^Ironie off^...

Ich mein ja nur...
Natürlich habe ich mich inzwischen damit angefreundet, einen Werkstockenmörtel zu kaufen. Aber "die Industrie" würde einem auch zu Trass oder gar Zement raten, wenn sie dadurch schnell und einfach etwas verkaufen können.

Ich möchte halt das optimale für meinen Hof. Und der Marbos-Vertreter hat sich das angesehen, selber gesagt, dass da ursprünglich kein Muschelkalk verwendet wurde, sondern Luftkalkmörtel o.ä.. Allerdings rät er mir zu seinem Produkt, da es haltbarer und fester sein soll, als der Luftkalkmörtel.
Seine Erklärungen klangen für mich einleuchtend, aber ist ja eigentlich klar, dass er sein Produkt verkaufen möchte.
Deswegen wollte ich Euch als Experten um Rat bitten, mir zu sagen, ob es wirklich so ist, dass das Zeug besser bzw fester und haltbarer ist und meinen Steinen etc dennoch nicht schadet. Ist ja nunmal deutlich teurer, als der Luftkalkmörtel von Solubel beispielsweise.

Danke...



Prinzipieller Vorteil



Ein prinzipieller Vorteil dürfte in der erhöhten Anfangsfestigkeit (gegenüber einem „reinen“ Luftkalkmörtel) liegen. Das erleichtert die Nachbehandlung und schlägt sich u.U. auch in den, naja, direkten Kosten nieder (z.B. Dauer der Gerüstmiete).

Hast Du denn die Masse/Menge/Volumen schon mal kalkuliert? Wenn ich mich recht entsinne dann geht es um einen Giebel...



Menge:



Der Giebel hat 80-100 m² mit natürlich unterschiedlich breiten Fugen. Ich müsste also so ca. 16 bis 18 Sack á 30 kg benötigen.
Preisvergleich: Muschelkalkmörtel ca. 31 €/Sack, Luftkalkmörtel: ca. 13 €/Sack. Da sind jeweils schon die relativ hohen Frachtkosten mit eingerechnet.
Das wäre ja jetzt für den einen Giebel noch nicht soo teuer, aber es soll bzw muss in Zukunft auch noch der Rest des Gebäufes und noch 1-2 weitere Gebäude verfugt werden. Da kommt natürlich schon etwas zusammen.

Mein Gefühl sagt mir, dennoch auf den Muschelkalkmörtel zurückzugreifen. Vielleicht sollte ich einfach mal darauf hören. :-)



Kalkmörtel



Was ist Muschelkalkmörtel?
Aus was wird er gemacht?
Was ist drin?



Der wird doch



aus den Schalen der Austern hergestellt oder? Von Jungfrauen bei Vollmond mit der Hand zerrieben.



Ernsthaftigkeit der Beiträge...



Hallo Herr Böttcher,
da ich mir nicht vorstellen kann, dass Sie die Frage ernst meinen, frage ich mich, worauf Sie hinauswollen.

Ich verstehe durchaus Spaß und der gehört auch dazu. Aber sind meine Fragen denn wirklich so blöd, oder muss man zwangsläufig Akademiker sein, um in diesem Forum ernst genommen zu werden?

Falls meine Feragen hier unerwünscht sind, bitte ich um eine Info diesbezüglich und um die Löschung meines Accounts.

Ich bin wirklich immer für jeden sachdienlichen Hinweis dankbar. Dieses Forum lebt doch von Fragen, oder irre ich mich da?



Kalkmörtel



Das sind ernstgemeinte Fragen.
Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich weder was Muschelkalkmörtel ist bzw. aus was er besteht noch welche Vorteile seine Anwendung bringen sollte.



Siehe Link



Hallo Herr Böttcher,
dann entschuldige ich mich an dieser Stelle ganz förmlich bei Ihnen für die Unterstellung, nicht ernst genommen zu werden.
Unter folgendem Link des Herstellers finden Sie Informationen:

http://www.marbos.de/www/de/unternehmen/bremer_muschelkalk/bremer_muschelkalk.html

Mit einem Klick auf das Feld "Produkte" auf der linken Seite kommen Sie zu den Produkten. Klingt komisch, ist aber so. ;-)


Eine weitere Frage beschäftigt mich noch: Mein Fuger möchte nach dem Verfugen die Wand "versiegeln". Ist das gängige Praxis, sollte man das tatsächlich machen?
Besagter Fuger ist seit mehreren Jahrzehnten in dem Geschäft tätig und sollte wissen,w as richtig ist. Aber ich habe bei dem Begriff ein ungutes Gefühl....



glaubst du jetzt ernsthaft



das alles Häuser südlich von Bremen die nicht mit Muschelkalk gebaut wurden, zerfallen sind oder glaubst die das man man mit Pferdekutschen den Kalk bis in die Alpen gekarrt hat?
Oder könnte es einfach sein das Kalk = Kalk ist, sicher je nach Verunreigung/Abbaugebiet etwas andere Eigenschaften hat und das jeder Hersteller seinen Kalk grundsätzlich für den Besten hält?
Siehe die Werbeaussage in deinem Link?



Muschelkalk



Ich bin am Samstag gerade wieder aus Burgund zurück, aus der Gegend von Sancerre.



Muschelkalk



Hier noch den Weinberg mit Muschelkalk bei Sancerre.



Muschel oder nicht Muschel



Kalk ist nicht gleich Kalk

denn es kommt auch auf die Reinheit des Steins an, der gebrannt wird … in welchem Verhältnis auch andere Mineralien eingeschlossen sind … 

Ich würde Ihnen den Solubel anraten … 
… und danach NICHT "versiegeln" … wenn Sie das machen lassen können Sie gleich billigste Sackware mit Zement vom Baumarkt nehmen … 

diese treudeutsche Tugend alles "hart", "dicht" , "versiegelt" , pflegeleicht und sonst was zu machen ist einfach …

ein Mörtel für eine Fuge muss GUT sein und nicht unbedingt der WTA oder der DIN entsprechen, denn deren Maßstäbe dienen eigentlich nur der Protegierung der Förderer-Interessen … 

Florian Kurz



Solubel



Mörtelgruppe P 1a nach DIN 18550 ,so schreibt Solubel,taugt also auch nix.....

Grüße Martin



Kalkmörtel



Das mit dem Muschelkalk ist also nur ein Verkaufs- bzw. Werbeargument um NHK an den Mann zu bringen, sonst nix.
Genausogut können andere Hersteller mit dem Begriff: "reiner Korallenkalkmörtel" oder der Fleischer nebenan mit "garantiert alkoholfreier Leberwurst" werben.