Grundsatzfrage

17.07.2012 Drimi



Hallo Zusammen,

Ich hätte mal ein paar grundsätzliche Fragen.
Wir wohnen derzeit noch in Miete in einer Fachwerk-Doppelhaushälfte. Das Haus ist ca. Bj. 1920-30 (vermute ich). Saniert wurde bisher seitens der Vermieter noch gar nichts, selbst der Kachelofen wurde erst nach Stillegung
durch den Kaminfeger erneuert. Der Keller ist feucht und es ist überall zugig, bedeutet: Isolation nicht vorhanden.
Wir haben Innen zwar viel gemacht, ist aber alles Kosmetik (Böden, Fenster, Türen streichen, Tapeten, neue Küche, etc.).
Zur Zeit sind wir am Überlegen ob wir die Vermiter bzgl. Verkauf ansprechen.
Wenn, dann müsste Drenage, Isolierung, Heizung, Fenster, Dach und Bad gemacht werden, ausbauen würden wir auch gerne um mehr Platz zu gewinnen.
Frage ist natürlich lohnt es sich und was muss man rechnen?
Hat jemand Erfahrungen mit einer solchen Komplett-Sanierung?

Viele Grüße,

Drimi



Kaufen oder nicht kaufen



Den Preis kann man erst bestimmen, wenn man weiss, wie man es machen will. Lässt man alles Firmen machen, dann teuer, macht man viel selbst, dann preiswerter.
Daraus ergibt sich aber die Frage: Was kann man überhaupt selbst machen?
Wenn das Haus einen solchen Instandhaltungsstau hat, könnte ich mir denken, sind sicherlich die Balken, zumindest teilweise, auch in einem schlechten Zustand. Da gehts dann doch schon ins eingemachte.
Ich möchte mal so sagen: Türen streichen und Tapeten an die Wand bringen, ist vergleichsweise eher nicht viel.

Die Preise, die gemeinhin umherschwirren (1500,-€/m² für eine Sanierung) ist sehr dehnbar.
Da spielen Themen mit wie
- besteht Denkmalschutz?
- gibt es Schädlinge im Holz? (Würmer, Böcke, Schwamm usw)
- Was heisst Isolierung? Aussenfassade Vollwärmeschutz oder mehr so ziehende Löcher stopfen?
- Was heisst Dach? Einzelne Ziegel austauschen oder komplett neu eindecken oder gar noch den Dachstuhl instandsetzen?

Aus der Erfahrung heraus, wollen solche Vermieter meistens nicht verkaufen. Bevor ich zuviel Zeit in die Berechnung stecken würde, würde ich den Vermieter erstmal plump fragen um zu sehen, wie er reagiert.
"Tach Herr ..., sagen se mal, wir würden das Haus gerne haben und denken nach, ob man das vielleicht kaufen könnte. Was meinen se? Kann man sich da mal unterhalten?"
Und dann weiss man schon, woher der Wind weht.
Denn es muss ja auch billig sein, wenn da so viel dran gemacht werden muss.

Und dann muss man noch drüber nachdenken, was das Haus Wert sein wird, wenn es schick da steht.
Wie ist der Verkaufswert. Je nach Region, Lage usw. vielleicht 500,-, vielleicht auch 1.000,-/m²
Danach richtet sich dann ja erstmal der Kaufpreis, worüber der Vermieter vielleicht einfach nur lacht.
Alternativ, wenn der Vermieter in einem (höheren) Seniorenalter ist, gibt es vielleicht auch Varianten mit Rentenzahlung statt Kaufpreis oder sowas.

Stell doch mal Bilder und genauere Daten hier rein. Insbesonders Quadratmeterangaben, Region, Innenstadt oder Aussenbereich usw.



@ Klaus



hier mal am Rande noch was für Dein Motto, welches mir gut gefällt ....:-)

@ Drimi: auch lässt sich so eine Sanierung nicht ohne weiteres ohne dem Mitmachen der zweiten Haushälfte sinnvol angehen. Auch mit der sollte man mal reden - oder ist dort schon alles im Lot (Dach, Fassade, Schleuse) ?



Wenn Ihr...



...streichen, tapezieren, neue Küche als "viel gemacht" einstuft, dann geht Ihr reichlich naiv an eine Altbausanierung...
Da fliegt der Dreck, da splittern die Balken, da geht Geld durch... manmanman...
Nix für ungut...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner





Hallo Zusammen,

zunächst mal danke für eure Antworten.
Und nun zu euren Fragen:
@Klaus:
Denkmalschutz? - Nein
Schädlinge im Holz? -Nicht soweit ich das beurteilen kann, hab neulich eine neue Haustüre eingebaut und musste bei den Balken ein bischen meißeln. Konnte da keinen Schädlingsbefall entdecken, auch von außen sehen die Balken zwar alt aber solide aus.
Isolierung? Naja ich denke mit Löcher stopfen ist es auf dauer nicht getan, also, dann wohl Vollwärmeschutz (oder ähnliche Alternative)
Dach? - Soweit ich das beurteilen kann sieht das Gebälk noch gut aus, also, neu eindecken.
Was Verkauf angeht, den Floh haben uns die Vermieter ins Ohr gesetzt indem sie fragten ob dies ne mögliche Option für uns wäre. Insofern gehe ich nach wie vor davon aus, aber natürlich, ein klares Wort wäre schon Hilfreich.

@Olaf:
Der Nachbar hat seine Hälfte schon Lange gekauft und hat auch schon einiges getan, ich denke bei Schleuse (Drenage?) wäre er dabei. Dach und Fassade hat er schon.

@Sebastian:
Glaubst du denn ich beginne als Mieter zu Sanieren!?
Wie ich schon geschrieben habe ist das alles natürlich nur Kosmetik, aber für ne Mietswohnung bei weitem mehr als das Übliche. Bevor du mich als naiv bezeichnest liest du vielleicht nochmal was ich zu Beginn geschrieben habe.
...nix für ungut... ;-)

Viele Grüße,

Drimi



Es war echt...



... nicht böse gemeint... wenn das so rüber gekommen ist, dann sorry dafür... Das mit der Kosmetik hatte ich so nicht als Larifari abgetan...

Von den Kosten her klingt das Ernst, genaues kann man natürlich nicht sagen... neue Fenster, neues Dach, neue Kellerdichtung...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Kaufen?



Bevor ihr ernsthaft rechnet und plant und überlegt solltet ihr euch erst einmal klar werden, ob ihr dieses Haus wirklich kaufen wollt. Da ihr ja schon drin wohnt kennt ihr ja Haus und Umgebung. Also versucht einfach einmal für euch die Frage zu beantworten ob das Haus für einen Kauf in Frage käme wenn ihr nicht drin wohnen würdet.

Bei Haus oder Wohnung zur Miete geht man ja teilweise mit anderen Kriterien ran, eben weil es in der Regel nicht für die Ewigkeit sein soll. Und man geht deutlich mehr Kompromisse ein was Größe, Lage, Schnitt etc. angeht.

Wenn ihr die Frage zu eurer Zufriedenheit beantwortet habt überlegt euch im nächsten Schritt, was ihr ändern wollt, und wo Reparaturbedarf besteht. Bedenkt, dass eine tiefgreifende Sanierung uU bedeutet, dass ihr vorübergehend ausziehen müsst (wenn z.B. die komplette Installation ausgetauscht werden muss oder die Balken schwer geschädigt sind). Mit dieser könnt ihr euch dann schon einmal grob überschlagen, was das Kosten könnte. Und natürlich, was ihr für das Haus auszugeben bereit wärt.

Wenn ihr dann immer noch nicht in Ohnmacht gefallen seid ;) könnt ihr einmal bei den Vermietern anfragen, was sie sich denn so als Kaufpreis vorgestellt haben.

Und dann sucht euch einen erfahrenen Architekten/Gutachter, der mit euch zusammen das Haus prüft und eine Übersicht über nötige Arbeiten, Kosten und Wert des Hauses erstellt.

Viel Erfolg.