Mal Wieder eine Deckenkonstruktion

06.02.2011 Heesters



Hallo zusammen,
in meinem Haus von 1918 muss ich im Obergeschoss die Böden erneuern.

Aktuelle Situation:
Holzbalkendecke mit Blindboden und Lehm-/Strohschüttung
Decklage Rauhspund bis zu 10mm Unebenheiten
entsprechend lauter Trittschall

Wunschsituation:
Neuer Boden aus Lärchendielen.
Verminderung des Trittschalls.
Kleine Installationszone für Elektroleitungen.
maximale Höhe oberhalb der Decklage 5 cm

Anbei eine Skitze des geplanten Aufbau.Enstpricht im wesentlichen den Eempfehlungen für einen niedrigen Dielenaufbau.

Bei folgenden Dingen bin ich mir aktuell noch unsicher:

Welches Material für die Lagerhölzer? Dachlatten 24x48 oder Multiplex 15 mm.
Abstand der Latten 35 - 40 cm

Welches Material für den Trittschall?
Holzweichfaser / Kork

Welche Schüttung:
Alternativen zu Perlit? Eventuell Zellulose?
Auswirkung auf den Raumschall / Kosten?

Dargestellt ist die Variante mit Dachlatten und Kork.
Rieselschutz habe ich vergessen einzuzeichenen, sorry.

In einen Raum möchte ich ein kleies Duschbad bauen. Argumente für oder gegen die Lärchendielen (geölt)?

Wenn gefließt werden sollte würde ich anstelle der Dielen in diesem Raum Trockenstrichelemente einsetzen und diese direkt auf der Schüttung verlegen. Damit sollte eine vergleichbare Aufbauhöhe realisierbar sein und dennoch genug Stabilität für die Fliesen erreicht werden können.

Ziel ist es eine reletiv kostengünstige aber dennoch dauerhafte Lösung zu schaffen.

Es geht insgesamt um ca 65 - 70 m².

Schon mal vorab Danke für wure Anmerkungen und Ideen





Hallo Heesters,

wenn sich im oberen Geschoss nur Räume befinden, die vergleichbar geheizt werden wie das Geschoss darunter, sind wegen fehlendem Dampfdruckgefälle voraussichtlich keine Tauwasserprobleme im Deckenaufbau zu erwarten.

Die Schallübertragung in Holzbalkendecken lässt sich zwar etwas vermindern, letztlich aber nicht vermeiden. Möglich ist hier eine Entkopplung von Tragkonstruktion und Unterkonstruktion der Laufebene um den Körperschall etwas zu mindern, ein Einbringen von Masse kann auf die Übertragung von Luftschall einwirken.

Hanf- oder Holzleichtfaserstreifen unter der Sekundärkonstruktion, die den Fußboden trägt verhindert beispielsweise den direkten Kontakt, und mindert den Körperschall. Damit das funktioniert ist eine schwimmende Verlegung nötig; ein Verschrauben der neuen Boden- und der bestehenden Tragebene wäre kontraproduktiv.
In solch einer Konstruktion würde ich (bei ebenem Untergrund) Holzweichfaserplatten zwischen den Rahmenhözern des Bodens statt einer Schüttung verwenden. Diese sind kapillar Leitfähig (was im Schadensfall eine Trocknung erleichtert) und in gewissen Maße auch lagesichernd für die Rahmenhölzer der schwimmenden Verlegung.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo,
zunächst recht herzlichen Dank für Ihre Hinweise.

Ein paar Dinge (bspw. schwimmende Verlegung) habe ich aus anderen Threads bereits entnommen.
Zu einigen anderen Anmerkungen habe ich allerdings noch Fragen bzw. ergänzende Anmerkungen.

>>wenn sich im oberen Geschoss nur Räume befinden,...
die ist zwar aktuell noch nicht der Fall aber wenn der Ausbau soweit ist, dass ich zu den Böden komme wird dies so sein.

>>Hanf- oder Holzleichtfaserstreifen unter der >>Sekundärkonstruktion, die den Fußboden trägt verhindert >>beispielsweise den direkten Kontakt, und mindert den >>Körperschall.
Dachte dies könne mit der Schüttung aufgrund der höheren Masse besser erreicht werden als mit Hanf-/Holzfaser

>>Diese sind kapillar Leitfähig (was im Schadensfall eine >>Trocknung erleichtert) Wäre in dem Falle Blähton eine alternative für die Schüttung? Bei Perlit scheint es ja nicht zwingend zu sein, dass dieses Kapilar leitfähig ist (siehe hierzu http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/103597$.cfm)

>>in gewissen Maße auch lagesichernd für die Rahmenhölzer >>der schwimmenden Verlegung.
Hätte ich auch angenommen, das diese Wirkung mit der Schüttung besser erreicht werden kann.

Die Verlegung der Leitungen sollte sich meiner Ansicht nach in der Schüttung auch einfacher gestalten.

Das waren die wesentlichen Ideen warum ich auf die Variante mit Schüttung anstelle von Holzfaser gekommen war. Habe ich da eventuell einen Denkfehler?

Gruß
Christof Squarr





Hallo Christof,

>>wenn sich im oberen Geschoss nur Räume befinden,...
die ist zwar aktuell noch nicht der Fall aber wenn der Ausbau soweit ist, dass ich zu den Böden komme wird dies so sein.


Wenn der Raum unbeheizt ist und die Laufebene nicht hinterlüftet ist kann es zum Tauwasserausfall an der unteren Seite der Dielen kommen. Hier besteht Schimmelgefahr.


>>Hanf- oder Holzleichtfaserstreifen unter der >>Sekundärkonstruktion, die den Fußboden trägt verhindert >>beispielsweise den direkten Kontakt, und mindert den >>Körperschall.
Dachte dies könne mit der Schüttung aufgrund der höheren Masse besser erreicht werden als mit Hanf-/Holzfaser


Nein, der Hanf- Kokos- oder auch Holzweichfaserstreifen liegt zwischen Rahmenholz und den bestehenden Deckenbalken um direkten Kontakt zu vermeiden. Die Schüttung kommt dann zwischen die Rahmenhölzer. Ein Beispielbild (Decke zum unbeheizten Dachraum) ist angehängt.

>>Diese sind kapillar Leitfähig (was im Schadensfall eine >>Trocknung erleichtert) Wäre in dem Falle Blähton eine alternative für die Schüttung? Bei Perlit scheint es ja nicht zwingend zu sein, dass dieses Kapilar leitfähig ist

Wenn die Statik der Decke das zulässt kann eine Schlacke-, Blähton-, Hanf, Zellulose- oder eine andere Schüttung eingebracht werden. Diese Schüttung hat - wenn sich oben und unten beheizte Räume befinden - hauptsächlich einen Einfluss auf die Schallminderung. Luftschall wird durch Masse gemindert, es dürfen keine Hohlräume unter den Dielen sein um einen Trommeleffekt zu vermeiden. Hinsichtlich der Wärmedämmung ist das Bauteil ohne Belang.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Missverständniss aufgeklärt



Besten Dank für das Feedback. Nun habe ich auch verstanden was sie meinen. Anstelle der Korkunterlage die Holzfaserplattten als Unterlage zwischen Deckschicht und Unterkostruktiuon zu verwenden.

Wie gesagt wird der Aufbau in dieser Form realisert, sobald die Vorbedingungen (Dach, Heizung) erfüllt sind und somit zwischen UG und OG kein größeres Temperaturgefälle mehr herrscht.

Als Fazit nehme ich mit, dass der Generelle Aufbau zum vorhaben passt und maximal die verwendeten Materialien diskussionwürdig sind (Kork vs. Holzfaser / Perlit vs Blähton/Zellulose o.Ä.)

Da werde ich dann einfach schauen bei welchem Material ich ein für mich sinnvoless Kosten / Nutzen - verhältnis erziehlen kann.