Quitschenden Dielenboden "zudecken" ?

11.07.2012 Kiina



Wir wohnen in einem Altbau, der extren laute und häßlich-grobe Dielen hat.
Mit den Tipps hier im Forum komm ich leider nicht weiter (oder die Nägel/Schrauben sind soo versteckt, daß ich sie nicht finde..)
Jetzt hab ich eine andere Idee:
Meint Ihr,daß es was bringen könnte, wenn ich auf diesen Boden Linoleum legen lasse..? Zumindestens, was die Quitscherei anbelangt..?





Nur Linoleum darauf legen bringt gar nichts.
Das die Nägel nicht sichtbar/findbar sind spricht für die gute Leistung des Zimmerers, der hat verdeckt genagelt!Nur der Bauherr hat damals beim Material gespart.
Wenn dann müßte schwimmend eine Tragschicht für einen neuen Belag eingebaut werden.Dann sollte der "Lärm" verschwinden.



glaube nicht



das eine schwimmende Tragschicht was bringt. Ich wohnte mal in einem Altbau, wo die Dielen auch gequietscht haben.
Darauf habe ich dann Trittschalldämmung und Laminat verlegt.
Gequietscht hats dann immer noch, wenn auch leiser.

Linoleum bringt vom Geräusch her gar nichts und lässt mich erzittern. Ich habe gerade erst 450qm Eichenparkett durch den Ofen geschoben, nachdem ich das Linoleum aufgenommen und darunter den schönsten Hausschwamm gefunden habe.
Linoleum heisst: Wenn einmal drunter nass, dann immer drunter nass!





Klaus , die Trittschalldämmung von 2mm ist da ja auch unsinnig gewesen.
Ich empfehle eine 'Tragschicht' das meint eine stabile druckverteilende Fläche.Z.B.Mitteldichte Faserplatte o.ä. die nicht geschraubt oder genagelt wird.Da bringt es dann die Masse.





Zitat :Meint Ihr,daß es was bringen könnte, wenn ich auf diesen Boden Linoleum legen lasse..? Zumindestens, was die Quitscherei anbelangt..?
Antwort : Nein.
Ich würde versuchen die Ursache des Quitschens zu suchen und zu beseitigen. Dann spart man sich das Linoleum.

Die Aussage "Grobe Diele" und "Nägel nicht sichtbar" kann ich schwer zusammen bringen. Hast Du vielleicht ein Foto.
Hast Du mal unter die Fußleiste geschaut ob da ggf geschraubt wurde ?



Linoleum...



...bringt keinerlei Verbesserung.

Liegen die Bretter stumpf beieinander oder haben sie Nut/Feder?

Grüße

Thomas



WOW..



Boah, ich bin das erste Mal in so einem Forum und bin total überrascht, wie schnell Ihr mir hier die Antworten um die Ohren haut---super!
Ich versuch das jetzt Mal mit dem Fotos hochladen....

Danke,
Ihr seid toll!



Schmale Dielen,



stumpf aneinander gestoßen, vermutlich auch grenzfällig dünn - ich würde das Ganze demontieren und einen neuen Dielenboden einbauen.

Grüße

Thomas



Mietwohnung!!



Ich hatte auf eine kostengünstigere Variante gehofft...
aber vielleicht mag unser Vermieter ja doch mal Geld in diese Wohnung stecken...
Oder hat da noch Jemand ein Ass im Ärmel, an das hier noch niemand gadacht hat..??



Vielleicht



Nicht, dass das jetzt als Antwort gewertet wird, viel mehr als Frage.

Vielleicht könnte man die Dielen einfach ganz normal nageln oder schrauben? Also zusätzlich



Das Nachnageln...



...oder -schrauben ist nicht unüblich, hilft hier vermutlich aber nichts. Oft kommt das Knarren vom Reiben der Bretter aneinander, und die Brettseiten schwingen auch nach dem Nachnageln.

Grüße

Thomas



Nachnagen bringt nichts..?



Ihr schreibt, daß nachnageln nichts bringen würde, weil die Bretter trotzdem an den langen Seiten aneinander reiben würden, oder..?
Man siehts auf dem Foto vielleicht nicht soo super...., aber bei diesem Boden gibts mehr Lücken, als Berührungspunkte, und nicht nur mm-chen...., da sind schon Centstücke von den Kindern drin verschwunden....
Wenn ich Nachnageln/ schrauben wollte...., wie bekomme ich die sinnvollsten Stellen heraus..??



Dein Boden...



...ist einfach hinüber ("aber bei diesem Boden gibts mehr Lücken, als Berührungspunkte, und nicht nur mm-chen") und taugt nicht mehr als Nutzschicht. Wie dick ist der Dielenboden (bitte genau messen) und welchen Abstand (Balkenmitte zu Balkenmitte) haben die Balken maximal zueinander?

Wie schon weiter oben geschrieben, wäre entweder eine lastverteilende Schicht darüber möglich (OSB, wird das Knarren aber möglicherweise nicht völlig beseitigen) oder eine neue Dielung.

Nachschrauben (Nägel ziehen sich unter Spannung wieder etwas heraus und knarren dann fröhlich mit) täte man in die Balken darunter, die man aufgrund der Fugen ja leicht finden kann. 2 Schrauben je Kreuzungspunkt Brett/Balken. Hinterher sieht die Fläche scheußlich aus, und vermutlich wird der Schraubkopf auch hier und da Faserausbrüche bringen, an denen man dann schön hängenbleiben kann.

Grüße

Thomas



Habe nachgemessen



bin ganz erstaunt, daß die Dielen doch noch so dick sind: 1,3cm dick!
Die größte Spalte, die ich finden konnte war auch an einer sehr quitschenden Stelle: 0,4cm...wenn man Wandabstände mal außer Acht läßt. Nachdem ich am Wochenende schon wieder 2 Splitter aus Füßen rausgezogen habe, bin ich dann doch schon sehr angenervt davon.
Alle Wärme von Holz bringt nix, wenn es mich "beißt"!
Wieviel würde denn ca 40qm schleifen-versiegeln so kosten? Gibts da "von-bis" ? pi mal Daumen halt!



"Furnier"...



ist keine Dielung. Das ganze ist völlig unterdimensioniert und als Dielenboden ungeeignet.

Schleifen ist bei diesen Stärken indiskutabel.

Grüße

Thomas



...



Vielen herzlichen Dank..
vor allen Dingen an Thomas, der mich leider auf den sehr harten/holzigen Boden der Realität zurück gebracht hat!
Mein Problem besteht aber nach wie vor!...:
Rausreißen kommt in dieser Mietwohnung nicht in Frage..., und wenn ich eh was drauflegen muß...., kann ich da nicht doch vorher irgendwas tun, damit es leiser wird...?? Aussehen ist ja dann egal..





dann überdenk doch noch einmal den ersten Vorschlag.



Dann jetzt doch Schrauben...??



Ich glaube, selbst, wenn die sich irgendwann mal wieder lockern sollten...., bis dahin ab ich dann wenigstens ein wenig mehr Ruh..??!
Sollte ich dann so Schrauben benutzen, die bis oben Gewinde haben..., oder welche, die oben gewindefrei sind...?
Aus dem Gefühl würd ich die mit überall-Gewinde nehmen...?
Nageln scheint ja ganz schwachsinnig zu sein, oder??





Nur die Nut-Feder-Platten miteinander verkleben!
OHNE Kontakt zu den Dielen !!!Wie bei der Laminatverlegung etwas Platz {5mm] zur Fußleiste;Du kannst darunter die 2mm Trittschalldämmung trocken auslegen.Da drauf den Belag Deiner Wahl oder Geldbeutel.



Unbedingt...



...Teilgewinde.

Aber der ganze Spaß ist doch Vermietersache! Fordere ihn doch 'mal auf, den defekten Boden auszutauschen. Ein 13mm dicker Boden, der quitscht und schwingt ist wohl kaum vertragsgerecht.

Grüße

Thomas



Danke !!



Das ist jetzt mal eine Ansage, die ich umsetzten kann!!
Vielen Dank, ich werde das versuchen und dann später berichten, damit auch Andere davon profitieren können!!

Habt noch eine schöne Zeit,
LG,
Kiina
Nachtrag:
Wir sind ja mit dem Boden "einverstanden" gewesen, als wir eingezogen sind...., somit ist es nicht unausweichlich des Vermieters Angelegenheit...aber das wird jetzt hier zu "Anwalt-lich"...ich wills lieber selbst machen, eh ich mich wieder mit dem anlege...die Zeit steck ich lieber ins Schrauben/kleben..hihihi



Die Mängel des Bodens...



...waren offenbar bei Einzug nicht so offensichtlich. Wer misst schon bei der Wohnungsbesichtigung Dielenstärken. Als Mieter müsst Ihr keine Baufachleute sein. Der Boden ist ja nicht einmal statisch verkehrssicher.

Insofern habt Ihr ein Recht darauf, daß ein intakter Boden besteht oder hergestellt wird. Und ggf. bis dahin ein Recht auf Mietminderung.

Andersherum: Der Boden gehört dem Hausbesitzer, und Ihr könnt ihn nicht einfach nach Lust und Laune mit Schrauben spicken.

Um ein Gespräch mit dem Eigentümer kommt Ihr nicht herum.

Grüße

Thomas



Mist...



....aber Danke trotzdem für die offenen Worte.
Ich hab schon mit Ihm Kontakt aufgenommen und Ihn um Stellungnahme zu diesem Problem gebeten....
noch Funkstille.
Aber den Hinweis mit den Besitzmäßigkeiten werd ich unserem Mietverein mal weitergeben....,vielleicht rührt er sich dann mal..?!
Habt vielen Dank nochmal, daß Ihr Euch einen "Kopf" für mich gemacht habt,
Ihr seit toll,

Kiina



Der Vermieter wird müssen...



... Ihr als Mieter habt tatsächlich auch Rechte.

Die Frage der Sicherheit ist ja schon angesprochen worden, auf einer 13mm Diele kann und darf man eigentlich nicht wohnen, unabhängig davon ob sie "Quitsch" macht oder nicht... so beim Doppelten fangen wir an...

Ein baulicher Mangel, der nicht fahrlässig vom Mieter herbeigeführt wurde und der dem Mieter bei Unterschrift/Einzug nicht bekannt oder in vollem Umfang bekannt gemacht worden ist, ist, was die Behebung des Mangels angeht, eindeutig Vermietersache...

Die Frage ist nur immer, in wie weit man sich mit seinem Vermieter anlegen möchte... rein juristisch werdet Ihr gute Chancen haben... rein menschlich ist es dann aber meist aus mit dem Partnerschaftlichen...

Eine kleine Geschichte:
Ich wohnte mal in einem kleinen Vier-Parteien-Haus im 1OG und eines Tages war die Abwassergrundleitung verstopft, bzw. die Rückschlagklappe, was ziemlich doofe Folgen für die Souterrain-Wohnung und ihre Bewohnerin hatte... Der Spülwagenfahrer identifizierte die Ursache der Verstopfung als Katzenstreu... und da ich der einzige von uns vieren war, der eine Katze hielt, wurde ich nun zunächst beschuldigt die Katzenstreu via Klo entsorgt zu haben und dann auch verdonnert den Schaden zu begleichen... es waren immerhin 3800 DM damals, für nen Studenten schon fast ein Jahresetat damals... ich hatte mir jedoch eine Probe von dem Zeug aus der Leitung geben lassen, sie analysieren lassen... und siehe da: es war runterkloppter Putz von der Badezimmerrenovierung aus dem DG, zum Glück hatte ich damals Zugang zu kostenlosen Analysemethoden, denn einen Gutachter hätte ich mir nicht leisten können... Weiterhin war der Kanal und die Klappe nicht korrekt dimensiniert...
Nunja... im zweiten Verfahren wurde meine Kompetenz (Student BauIng 6.Semester) gegenüber dem "erfahrenen" ungelernten Spülwagenfahrer mit 3 Jahren Berufserfahrung bezweifelt, im dritten Anlauf war mein Prof so freundlich, nach Überprüfung meine Analyse schriftlich zu bestätigen...

Ende vom Lied: Der Putzklopper hat das Ganze über die Betriebshaftpflicht laufen lassen, ich war raus...
Nur: Die Lady von unten war sauer auf mich, weil das Ganze so lange gedauert hatte, die Dame vom EG war aus Prinzip sauer, weil sie die Schwiegermutter vom Vermieter war, der Kollege vom DG war sauer, weil der Vermieter ihn angeschissen hat, er hätte besser aufpassen sollen... Der Vermieter war auch aus Grundsatz sauer, weil er nicht Recht bekommen hatte und auf den ganzen Prozesskosten sitzen geblieben ist (machte zwar die Versicherung, aber es geht ja ums Prinzip)... der Kerl wechselt heute noch die Kirchenbank, wenn er mich sieht...

Fazit: Ich fühlte mich im Recht, ich hatte Recht und habe nach 18 Monaten Recht bekommen, und mindestens 4 Personen sind sauer auf mich...

Auflösung: Ich bin dann ausgezogen...

Ich will damit sagen: Reden sollte man, streiten nur, wenn es ins Eingemachte geht... und man einschätzen kann mit wem man sich streitet... MV ist erst einmal ein guter Ansprechpartner...

Der Boden MUSS saniert werden bei 13mm, und zwar nicht auf Eure Kosten...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner