Dielenboden aufgesägt, Rohr verlegt -- was tun?

21.11.2012 EH



Hallo,

das ist meine erste Frage hier, nachdem ich schon viele gute Tipps hier gelesene habe. Ich stehe vor folgendem Problem:

In meiner Wohnung liegt ein alter Dielenboden -- ca. 30 mm stark. Darauf haben sie Spanplatte genagelt, Schüttung, Spanplatte und dann noch mal Laminat gelegt. Ich wollte den alten Dielenboden wieder frei legen (die Höhe des Aufbaus ist baurechtlich nicht zulässig, weil die Fensterbrüstung gerade mal 70 cm hat). Jetzt haben sie da an einer Stelle den Dielenboden aufgesägt, und nahezu Plan mit dem Boden ein Gasrohr verlegt.Das heißt, ich kann leider nicht einfach über das Rohr neue Dielen legen, weil ich da an manchen Stellen nur einige Millimeter Platz habe. Tiefer legen geht wohl auch nicht, weil das Rohr zwei Tragebalken überquert.

Was soll man hier tun? Ich möchte so viel wie möglich vom alten Boden erhalten.



Gasleitung



Hallo

Ist das wirklich eine Gasleitung?

Dann ist das illegal!

Die dürfen nur in durchlüfteten Kästen (wenn überhaupt) oder offen verlegt werden oder eingeputzt …

Wenn sich aus einer Leckage in dem Hohlraum Gas sammelt kann es zum WUMMS kommen.

Da waren wirkliche Spezialisten am Werk.
Die haben sicher dunkelgrau gearbeitet und waren oder sind sehr gute Freunde!

Sachen gibts …

Florian Kurz
www.slow-house.de



Moin,



Leitung neu Verlegen ist natürlich erste Wahl, wobei ich da keinen nennenswerten Hohlraum sehe, wo sich nennenswert Gas ansammeln und es wumms machen könnte......

Da an der Wand vermutlich Möbel stehen werden, würde ich die Dielen drumrum verlegen und fertig.

Alternativ mit einem Kupfer- oder Messingblech abdecken.

Gruss, Boris



Gasleitung im/auf dem Fußboden



Erst einmal prüfen, ob es wirklich eine Gasleitung ist und ob diese noch in Betrieb ist; dazu konzessionierten Installateur beauftragen. Wenn es zutrifft, dann einen Kasten, der ausreichend belüftet ist, bauen. Oder die Leitung anders verlegen. Am besten alles mit einem kompetenten Fachmann vor Ort besprechen, kostet nicht de Welt, dient aber der Sicherheit.
Viel Erfolg
Paul



Spezialisten am Werk.



Da waren in der Tat Spezialisten am Werk. Da ist praktisch alles Murks -- wie viele Farb- und Tapetenschichten ich schon runtergekratzt habe, um auf eine Mischung aus Lehmputz, Kalkputz, Kalk-Zement, Zement, Gips, merkwürdiges teilweise gummiartiges Kunststoffzeugs zu stoßen ...

Das ist vermutlich schon eine Gasleitung. Nach der Gabelung geht es weiter
a) zum Kamin (dort ist ein Rohr -- verschlossen) und
b) um die Ecke in die Küche (Etagenheizung).

Aber einen Hohlraum gab es nicht, weil alles mit Schutt oder Asche gefüllt ist. Ich habe nochmal ein Bild, auf dem man die Gabelung, dahinter den Balken und dann die Dielenhöhe sieht. (Achtung -- das Bild ist leider falsch rum, oben und unten vertauscht).

Das Rohr 3 cm tiefer legen lassen, das wäre wohl das beste -- aber kann man die Tragebalken ansägen (sind ca. 30 cm hoch)?

Dielen außen rum legen geht deshalb nicht richtig, weil das Rohr auch quer durch den Flur liegt. Mit Estrich auffüllen darf man es wohl auch nicht.

Mir geht es erst einmal darum, Ideen zu sammeln, weil einfach einen Installateur beauftragen, der "irgend etwas" ändert -- da komme ich vielleicht vom Regen in die Traufe.



Gasleitung im/auf dem Fußboden



Eine Gasleitung ist sicherheitsrelevant!
Das Verlegen im Estrich ist nicht zulässig.
So wie ich das aufgrund der Bilder und der Beschreibung beurteilen kann, sollte sich das ein Fachmann vor Ort ansehen. Die Leitung ist offensichtlich alt und solche Hanfdichtungen neigen schon mal zu Undichtigkeiten. Man kann die Leitungen nachdichten; aber da zumindest Teile freiliegen und ein Teil tot ist, sollte man ggfs. über eine neue Leitung mit verbesserter Führung nachdenken.
Ein kleiner Joke (aber durchaus ernst gemeint):
Eine undichte Wasserleitung verursacht nasse Füße, bei einer undichten Gasleitung sitzt man auf einer Wolke und schaut auf das Loch wo vorher das Haus stand.



siherheitsrelevant



Ich habe nicht die Absicht, an einer Gasleitung rumzubasteln. Ich habe zwar zuerst auch an Estrich gedacht, aber schnell gesehen, dass das nicht geht.

Mit den Alternativen -- außer Leitung anders verlegen zu lassen -- sieht es offenbar nicht gut aus. Es ist ja nicht so, dass ich das, was man auf den Bildern sieht, gemacht habe. Ich habe nur ca. 10 cm Spanplatten, Schüttung und Laminat entfernt, und das dann gefunden.



nochmal GL



Ich habe weder angenommen, dass Sie selbst an der GL arbeiten wollen, noch dass Sie diese eingebaut haben.
Vielleicht noch eine weitergehende Erklärung:
Wenn sowieso umgebaut wird, ist es u.U. sinnvoll eine neue Leitung zu legen, denn die alte macht auf den Fotos nicht den besten Eindruck.
Nach der TRGI 2008 sind zukünftig GL alle 12 Jahre von einem konzessionierten Installateur auf Dichtheit zu prüfen. Irgendwann werden Sie ein diesbezügliches Schreiben des Gasversorgers kriegen.
Das ganze ist nur ein Denkanstoß.
In dem Sinne
SG
Paul



Prüfung



Vielen Dank für die Information. Auf mich macht das Rohr noch einen guten Eindruck. Da ist nichts mit Hanf abgedichtet, sondern alles verlötet.

Aber ich habe jetzt sowieso schon einen Gas-Installateur bestellt. Der soll die Leitung anders verlegen -- tiefer und näher an die Wand. Es hat nach meiner Meinung einen vergleichsweise großen Durchmesser (ca. 40 mm), den man u. U. auch noch verkleinern kann.

Dann kann ich eine neue Diele drüber machen und verschrauben, so dass man an die Leitung zur Prüfung gut ran kommt. Die Dielen schließen das ganz auch nicht dicht ab und die Hohlräume werden wieder mit Schüttung gefüllt (wenn das noch zulässig ist). Mal sehen, was der Fachmann meint.



GL geschraubt oder gelötet



Auf den Fotos sieht das nach einer verzinkten Eisenleitung aus. und die sind üblicherweise mit Gewinde verbunden.
40 mm ist der Tat sehr groß, was hängt den da dran?



Eisenleitung



Verzinkte Eisenleitung, ja. Ich habe mir das T-Stück nicht genau angesehen, aber ein Gewinde habe ich nicht erkannt. Das müsste vollständig verdeckt sein.

Und ja, es ist ein auffällig dickes Rohr.

Ich habe nur einen Teil freigelegt, weil ich erst mit dem Installateur sprechen wollte, was genau zu tun ist. Ich vermute zur Zeit nur, dass es sich um ein Gasrohr handelt. Genau kann ich es nicht sagen. Aber das Rohr läuft auch zum Kamin hin und da (oder dahinter) ist kein Wasseranschluss auch nur in der Nähe.

Das Rohr kommt am Boden raus, wo auch der Gaszähler ist (allerdings etwas merkwürdig, weil es von unten zu kommen scheint (Gaszähler ist selbstverständlich oben, aber wie die Rohre hinter dem Gaszähler liegen, weiß ich nicht).

Das T-Stück geht einmal weiter geradeaus -- Richtung Kamin. Beim Kamin kommt ein Rohr aus dem Boden, das aber verschlossen ist. Das war wohl für einen Gasofen.

Vorher (T-Stück) knickt es ab in die Küche -- da war wohl früher ein Gasherd und ist noch eine Etagenheizung. Zur Zeit kann eigentlich nur die Etagenheizung dran hängen.



Gasrohr vz. Eisenleitung



Ok. Dann ist das ein Gewinderohr. Wird der Kollege sicher bestätigen.
Wenn mit dem Gas nur eine Etagenheizung versorgt wird sollte die neue Leitung DN 20 sein. (das ist die Größenordnung).
Nach dem was Sie sonst dazu schreiben ist es sehr sinnvoll, dass sich das ein Fachmann ansieht.
Viel Erfolg.





>Kommt die Leitung unten aus der D>ecke raus.Nicht das es blos eine alte Leitung für Beleuchtung war,Hat man früher in der Decke so verlegt.Gruss



Leitung



Für Stromkabel ist das Rohr meiner Meinung nach viel zu massiv.

Die Leitung kommt aus dem Boden (der Gaszähler ist oben drüber, aber die Rohre teilweise unter Putz, so dass ich den Verlauf der Rohre dort nicht kenne).

Ich habe inzwischen weitere Spanplatten entfernt: Der eine Teil geht in Richtung Küche, der andere Teil endet beim Kamin. Dort ist das Leitungsende zugeschraubt. Den Teil kann ich also schon mal wegmachen lassen.

Wenn ich den Durchmesser auf DN 20 verkleinern kann (wie Herr Esztermann meint), ist das größte Problem behoben, wenn ich es weiterhin unter den Dielen belassen kann (wovon ich ausgehe, wenn kein Hohlraum gelassen wird). Dann werden einige neue Bretter reingemacht. Sieht wahrscheinlich nicht optimal aus, 100 Jahre alte Bretter und dann einige neue ..., aber das ist halt Altbau.

Jetzt stellt sich noch die Frage, ob ich bei der Neuverlegung auch noch den Abschnitt in der Küche neu machen lassen muss. Das wäre natürlich blöd, weil ich dort dann den gleichen Ärger mit dem Boden haben werde (aufgesägte Dielen). Mal sehen, was der Installateur meint.



Also



Stromleitung war hier sicher nicht gemeint, aber es gab und gibt auch Gaslicht!

Nur waren die Gaslichtleitungen üblicherweise vor den Dielen da, und daher etwas eleganter verlegt. Mit Gasleitungen in Hohlräumen war man damals offenbar etwas schmerzfreier als heute, hier in Wien sind solche Leitungen im Hohlraum zwischen den Deckenbalken absolut üblich und oft heute noch in Betrieb. Will man die Leitungen erneuern, muss man einen anderen und meistens deutlich weniger eleganten Weg suchen.

Die Überprüfungspflicht umfasst meines Wissens übrigens nur eine Besichtung sichtbar verlegter Teile und Druckprüfung, nicht eine Besichtigung des gesamten Leitungsverlaufs.

Zur Rohrdimension: bei Gewinderohr (für Gas waren verzinkte Rohre übrigens unnötig, die waren maximal von außen lackiert) war 1 Zoll üblich, selten 1 1/4". 40 mm Außendurchmesser dürften schon recht saftige 1 1/2 Zoll sein. Aktuell dürfte eher 25 mm verlegt werden. Übliche Materialien sind wohl in Deutschland verpresstes Kupfer und Edelstahl, wobei mir bei Edelstahl erheblich wohler wäre. Edelstahl mit 1,2 mm Wandstärke bohrt man nicht so leicht an.

Hier gibt es durchaus noch Installateure, die Stahlrohr schweißen, meiner Meinung nach die stabilste Methode überhaupt. Geschraubte Gewinderohre waren bis mindestens 2005 auch noch zulässig.





da haben mir uns nicht richtig verstanden,um 1900 haben die das Gas für Licht benutzt,also Gaslicht.