Leichtlehm

08.10.2010



Tag Fachleute,

ich möchte in meinem Fachwerkhaus gern eine Innendämmung anbringen. Ich dachte da an einen Leichtlehm. Kann mir jemand sagen, was der sinnvollste leichteste Leichtlehm ist??? Die Dämmung soll natürlich maximal wärmedämmen. Der Leichtlehm soll aber natürlich eine gewisse brauchbare Mindestfestigkeit haben. Lehmputz kommt anschließend auch noch drauf.

Welches Mischverhältnis bzw. welche Mindestrohdichte sollte der Leichtlehm haben. (aus kostengründen vorzugsweise Holzleichtlehm)

Danke vorab für die Antworten.



Leichtlehmdämmung



Als Leichtlehm werden Mischungen mit einer Rohdichte von 400 kg/m³ bis 800 kg/m³ bezeichnet.
Holzhackschnitzel (mindestens 300 kg/m³) sind als Zuschlag möglich.
Als Bindemittel wird mindestens als fast fett klassifizierter Lehm eingesetzt, besser sind fette bzw. sehr fette Lehme mit einem schluffigen Mineralgerüst oder aufschlämmbare Tone.
Der nachträgliche Einbau einer Leichtlehmdämmschale bedarf handwerklicher Erfahrung im Umgang mit dem Material, außerdem Kenntnisse über die vielen Detailprobleme wie Anschlüsse, Laibungen, Fußpunkte, Deckenanschlüsse usw.
Falls Sie so etwas noch nicht gemacht haben, sollten Sie sich planerische und fachliche Hilfe suchen.
Das Thema Innendämmung an sich ist ebenfalls nicht so nebenbei zu klären, auch hier sollten Sie sich fachliche Hilfe suchen und das Problem in ganzheitlicher Weise lösen.

Eine Innendämmung kann nur im Gesamtzusammenhang mit den anderen geplanten Baumaßnahmen funktionieren. Als Insellösung kann sie trotz formal richtigem Aufbaues zum Desaster werden.

Viele Grüße



Ich weiss nicht recht...



Ich habe schonmal Holzleichtlehm verarbeitet. Dabei war deutlich zu merken, dass das Material Holz sich eigentlich nicht wirklich als Leicht-Dämmstoff eignet. Es ist doch ziemlich dicht geworden, und das Mass an Wasser im Holz war nicht unerheblich. Die langen notwendigen Trockenzeiten sind manchmal ein echtes Problem. Das kann schnell mal ein halbes Jahr dauern...

Wenn es unbedingt Holz sein soll, dann lieber Holzweichfaserplatten. Oder andere Zuschlagstoffe, die feuchteresistent sind (Blähton usw). Die Dämmputze aus Kalk sind auch nicht zu verachten.



Ein Leichtlehm



mit einer Rohdichte von 400 kg/m³ hat einen Dämmwert von 0,12 W/mK. Zu beachten sind die Vorgaben der EnEV, in der Schlagregenbeanspruchungsgruppe I (gilt nur für Fachwerkwände mit sichtbarem Fachwerk), U-Wert <= 0,84 W/m²K. Wenn dies nicht eingehalten werden kann, Befreiung beantragen.



Alternativ dämmen mit Hanf oder Schilf



dann sind die Trocknungszeiten wesentlich kürzer.
Besonders bei Innendämmung mit Hanf und beplankung mit Lehmplatten ergibt sich eine gute Dämmung mit den Vorteilen einer Lehmwand bei in der Regel weniger dicken Aufbauten.