Rezept!

02.12.2008



Suche nach Rezeptur eines Bindemittels ( vermtl. Leime ) für eine Wasserlösliche Lasur ( Umgangssprachlich Bister ) aber vermutlich mit Kasslerbraun pigmentiert, die ca. um 1650 angewendet wurde.

Gruß Ronny





Bister ist mir umgangssprachlich bekannt als eine Mischung von Leinöl und Ruß.
Auf die schnelle fällt mir zu wasserlöslichen jetzt nur Bierlasur ein, da soweit ich es in meinen grauen Zellen abgespeichert hab, sich aus Leimen nur schwer eine Lasur herstellen läßt.
Laß mich aber gerne belehren, falls jemand doch ein Rezept weis.Eventuell könntest du auch Kontakt mit Dietmar Fröhlich, Restaurator, hier aus dem Forum, aufnehmen.



Es ist sicher, --



--- daß man mit sehr stark verdünntem Knochenleim ( Perlleim ( Glutinleim)) unter Zugabe von Pigmenten eine wasserlösliche Lasur herstellen kann, welche für Holz im Innenbereich sehr gut geeignet ist. Mein Großvater hat dies stets so gemacht und hatte auch ein "Händchen" dafür. Allerdings hat er, um
einen gewissen Glanzgrad zu erreichen, die matte Oberfläche
abschließend mehrmals mit Leinöl behandelt oder bei Möbeln
die matte Lasur mit einer Schellack- Mattine mehrmals , jeweils nach einem Zwischenschliff, nachbehandelt , um den gewünschten Glanzgrad zu erreichen. Vorbeugend möchte ich noch erwähnen, daß meine Darlegungen nichts mit einer
Schellackpolitur zu tun haben, die wesentlich aufwändiger
herstellbar ist.





Andreas,
ich schick dir eine Flasche Gerstensaft ! :-)



lasur ist doch nichts anderes als pigment mit bindemittel wisch-,wasch-,scheuer-oder wetterbeständig eingestellt



durch die art und menge des bindemittelanteils---egal welcher art,---welches dann mit dem entsprechenden Lösemittel nach wahl viskos eingestellt werden kann um den gewünschten effekt zu erreichen. im verwendungsbereich innen eigentlich problemlos anzuwenden und je nach Belastung zu fixieren. im aussenbereich müssen Bindemittel und Pigmente wetter-u.lichtbeständig---auf mineralischen untergründen auch alkaliressistent sein........gruss aus waldsassen



Danke werte Kollegen!



@ Andreas
Deine Info kommt der Sache schon sehr nahe und ich Danke dir besonnders dafür. Es handelt sich um eine Frühbarocke Bohlendecke und Blockwände, die auf meinem Profil zu sehen sind. Es wurden bei einem Musterstück Probeachsen angelegt (Wasser,Alkohol, Shellsol A)die kein eindeutiges Ergebnis brachten. Den Aufwand einer Querschliffanalyse wollen wir nicht gehen, da es bestimmt regionale Rezepturen gab die üblich waren.

@ Sehr hochwohl löblicher blacki,
ich wollt nicht Wissen was ne Lasur ist!
Hier gehts um ein histor. Rezept (1650)und nicht um Lackfarbe oder ein WDVS!
Sorry! Aber ich glaube nicht,nach allen Äußerungen die ich von dir in den zurückliegenden Tagen lesen konnte, dass du die nötige Sensibilität für so eine Frage mitbringst.

MfG Ronny



sorry,wuste nicht dass du im museum lebst



ich gehe davon aus, dass ich nichts falsches verbreitet habe,wie z.b jener,der Kalkfarbe mit einem tropfen leinöl wischbeständig zu machen empfahl............grüsse aus der gegenwart



@ blacki!



Es soll doch tatsächlich in diesem Land noch Menschen geben, die ihr Denkmal schätzen und es nicht kaputt Sanieren.
Dadurch besteht in der Tat die Möglichkeit einen musealen Charakter zu erzeugen.
Ich habe ja die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass auch du mal dahinter steigst, denn sonst wärst du ja bestimmt nicht in dem Forum. Oder?
Unterschätze auch bitte nicht den Sachverstand vereinzelter Personen hier im Forum, da "meiner Meinung nach" Denkmaljünger, die Ihr Wissen autodidaktisch angeeignet haben, manchmal mehr Sachverstand ( auch Gefühl & Sensibilität) als einige Sachverständige an den Tag legen.
Bei mir waren auch schon Sachverständige zu besuch und wollten mir ein x vor´s Komma machen, weil sie glaubten ich bin ein Schlipsträger.

MfG Ronny





Es gibt auch Leute, die den Erhalt dieser Häuser zum Beruf gewählt haben.
Grüße,
Bernd Kibies



Ich Schätze,



zu dennen gehört Herr Schwarzmeier nicht gerade!

MfG gepr. Restaurator im Handwerk Ronny



richtig bemerkt,mein tätigkeitsfeld liegt hier etwas breiter gefächert.ich bediene auch in der regel die mehr als 95 % der der nichtdenkmalbewohner.



das eine schliesst aber das andere nicht grundsätzlich aus.



Ein mögliches Bindemittel...



...neben Leimen wäre Gummi Arabicum, Wasser- und Spirituslöslich. Es ist auch historisch gebräuchlich.

Interessante Literatur dazu z.B. Wilhelm Schmidt "Das Schleifen, Beizen und Polieren des Holzes, Elfenbeins..." , Weimar 1891, Reprint Verlag Th. Schäfer, Hannover.

Im Cröcker, 1764, Jena, den ich im Original habe, steht nichts dazu.

Stöckel "Die Tischlerkunst in Ihren ganzen Umfange" Ilmenau 1823, Reprint Verlag Th. Schäfer, Hannover wäre eine mögliche weitere Quelle.

Grüße

Thomas



Danke auch dir Thomas!



Ebenso mein Dank an alle anderen Antwortenden.

Wenn es weitere Rezeptvorschläge gibt, nur Mut.

MfG Ronny