Kosten/Nutzen Innendämmung

26.08.2015 BJ1911



Hallo allerseits,

ich hoffe ich packe meinen ersten Eintrag jetzt auch ins richtige Unterforum. Wir sanieren gerade mein Elternhaus, Bj. 1911, Bruchsteinsockel mit 1/3 Kappendecke und 2/3 Gewölbe, ca. 2/3 oberirdisch. Rest ist Vollziegelmauerwerk mit ca. 40cm Stärke. Da wir das Dach ausbauen(Aufsparrendämmung), 2 Stockwerke und den Spitzboden mit Estrich versehen (Spitzboden erstmal keine richtige Wohnfläche)kommen wir in Summe auf rund 380qm zu beheizenden Raum ohne Spitzboden und Keller. Fenster sind in den letzten 20 Jahren nach und nach auf Isolierglas umgerüstet worden und diejenigen welchen, die noch einfach verglast sind werden nun getauscht. Rollos kommen überall hin. Wir haben nun von vielen Heizungsbauern, es werden Pellets, unterschiedliche Meinungen zur Dämmung erfahren. Von nur Kalkputz bishin zu WDVS. Ich persönlich würde ja nur Kalkputz auftragen um a, Kosten zu sparen und b, Risiko zu vermindern die Holzbalken in der Aussenwand mit dem Taupunkt zu beschädigen. Außendämmung möchte ich aufgrund der schönen Fassade eigentlich gar nicht. Zudem war es bisher möglich mit Nachtspeicheröfen den Bau einigermaßen warm zu bekommen ohne 5000,- € Strom im Jahr zu bezahlen. Das sollte doch mit Pellets ebenfall moderat zu schaffen sein, oder? Ich habe nun entgegen der Aussage des Heizungsbauers Bedenken, dass der 23KW Kessel für die Wohnung ausreicht bzw. er nicht tonneweise Pellets verspeist bis alles warm ist. Eine Wohneinheit (von drei) soll zudem vermietet werden. Der Energieausweis interessiert mich jetzt primär nicht, wer nicht will, soll es lassen, allerdings würde es mich stören, wenn der Mieter, wie wir, hunderte Euro Heizkosten hätte. Ein Angebot für Dämmputz liegt mir aktuell nicht vor (Klimasan z.B.), aber wäre evtl. noch eine Möglichkeit. Wie gesagt, hochwertige Innendämmung stößt mir aufgrund der Kosten (30000,- €) und der viel disskutierten Schäden ziemlich auf. Kalkputz wäre mir am liebsten aber natürlich nur, wenn sich auch damit die Heizkosten in Grenzen halten. Ich hoffe, dass war nicht zu viel. Vielen Dank für viele Antworten.



Altbau Dämmen?



Einiges ist unklar:
Wieso ist Holz in der Fassade? Fachwerkhaus?
Kalkputz hat nur eine minimale Dämmwirkung.
Gibt es einen Energieausweis? Der wäre zumindest Vorschrift - entweder Bedarfs- oder mindestens Verbrauchsausweis.

Bevor eine Heizungsanlage eingebaut wird müssen evt Dämmmaßnahmen
berücksichtigt werden.
Außerdem muß eine Wärmebedarfsberechnung erfolgen, für jeden Raum, um die jeweils benötigte Heizleistung zu ermitteln und auch für das gesamte Gebäude, um die benötigte Kesselleistung ermitteln zu können.
Bei der Wärmebedarfsberechnung müssen natürlich evt energiesparende Umbauten berücksichtigt werden.

Am wirtschaftlichsten ist die Dämmung der obersten Geschoßdecke und der Kellerdecke.

Innendämmung kann bei solchem Mauerwerk mit 60 mm Holzfaserplatten und Kalkputz erfolgen-Voraussetzung dafür Schlagregenschutz und keine sonstige Feuchtebelastung der Außenwände.
Da es Zuschüsse für diese Maßnahmen gibt muß der Energieausweis erstellt werden woraus sich dann die entsprechenden Sanierungen ergeben.
Die Auswahl der Heiztechnik ergibt sich dann zum Schluß.
Auf jeden Fall ein Gesamtkonzept erstellen und nicht Aussagen von Handwerkern für berufsfremde Bereiche vertrauen.

Andreas Teich



Schätzungen



Am besten in u-wert.net die verschiedenen Aufbauten eingeben, dann dort im Wärmebedarfsrechner verschiedene Szenarien durchrechnen.

Bruchstein und Vollziegel geben von sich aus keine gute Dämmung.

Auch eine gedämmte Fassade kann gut aussehen, alles eine Frage des Aufwands. Photos würden helfen...



Dämmung



Hallo und vielen Dank für die Antworten,
Holz ist in der Fassade, da die Deckenbalken in die Außenwand laufen. Kellerdecke dämmen ist aufgrund der Art und Weise schwierig und die oberste Geschossdecke wird a, gedämmt, b, zusätzlich Aufsparrendämmung errichtet und die obersten Geschosse werden nach dem Umbau bewohnt und somit auch beheizt. Den Energieausweis wollte ich mir erstellen lassen, wenn das Gebäude fertig ist. Einen erhöhten Energiebedarf kalkuliere ich ein, ich habe nicht vor Neubaustandard zu erlangen. Laut den Wärembedarfsrechnern bekomme ich wirklich viele unterschiedliche Ergebnisse. Von geschätzten 2000 € Heizkosten bei 380qm bis zu 7000 €. Nur mal als Vergleich: Aktueller Mietwohnungsstandarf, BJ 1965, ca. 35cm Außenfassade(Stein unbekannt), keine zusätzliche Dämmung, Garage unter der Wohnung, Ölheizung und Heizkosten im Jahr ca. 900 € bei 85qm. Mit diesen Werten könnte ich leben. Wären bei den von mir genutzten 180qm der Wohnfläche 160 € im Monat OHNE Berücksichtigung der Pellets und OHNE Kaminofen. Natürlich müsste ich noch die wohl bessere Dämmung von 1965 zu 1911 berücksichtigen, aber unser Dach bzw. Geschossdecken sind nach dem Umbau definitiv besser gedämmt als in der Mietswohnung.



Die Kosten/ Nutzen



Frage spielt natürlich eine wichtige Rolle.

Zu bedenken ist auch das durch nicht gedämmte, kalte Bauteile die Schimmelgefahr steigt und sich auch der Wohnkomfort mit eine moderaten Dämmung deutlich erhöht.