Weinkorken als Dämmung




Moin
Habe ca. 2m³ alte Weinkorken (habe ich nur gesammelt, nicht selbst konsumiert!!!).

Die will ich als Dämmung entweder in eine Wand oder im Fussboden einbringen. Dazu müsste ich sie ja irgendwie häkseln?!? Oder kann ich die auch anders als Dämmung in meinem entkernten Haus verwenden?

Für jeden Tipp wäre ich dankbar.

Gruß,



als Fußbodendämmung



müssen Sie Ihre Weinkorken nicht aufwändig schreddern.Bekanntermaßen dämmen allein die Luftporen.
Falls statisch möglich wäre eine Abschlußschicht in Form eines Lehmüberzugs sehr sinnvoll.



Weinkorken



werden bei der Lagerung auf der Flasche je nach verwendeter Qualität, Lagerbedingungen und -dauer durchnässt. D.h. es kann mehr oder weniger Wein im Kork sein, der z.B. zu Essig oxidiert werden kann. Des weiteren habe ich schon alle möglichen Schimmelpilze auf Weinkorken gefunden. Billige Agglo-Korken werden mit Kasein-haltigen Leimen verklebt, der ebenfalls von Mikroorganismen verwertet werden kann.
Ergo: Alles Gründe warum ich gebrauchte Weinkorken nicht als Dämmung nehmen würde.
Viele Grüße, Matthias Weber



seit 25 Jahren verarbeiten wir erfolgreich und ohne Reklamationen



Korkgranulat aus Naturkorken-Recycling. Dass im feuchten Keller sich Schimmelpilze am Korken anlagern ist absolut normal.Sobald Sie dem Schimmelpilz das gute, Feuchte Lebensraumklima wegnehmen (eine trockene Bauanwendung indem die Korken trocknen) bleiben Schimmelpilze inaktiv. In jedem Strohlehmhaus (davon gibts in Deutschland ca 1,2 Millionen-Fachwerkhäuser) sind Schimmelpilzsporen enthalten. Diese werden dann aktiv, wenn hohe Feuchtigkeit entsteht.
Die einzig mir bekannte Reklamation war folgende:
eine Kundin hat 8 cbm Recycling-Korkgranulat als Deckenschüttung eingebaut.Als nach 1 Woche Ihr Ehemann vom Alkoholentzug auf Wochened-Besuch kam, rief mich die Kundin empört an: "das reicht ja hier im Haus nach Wein, Cognac,Champagner.... Mein Mann wird sicher wieder rückfällig."
Ich konnte die gute Frau beruhigen, denn erfahrungsgemäß verschwindet der gute Alkoholgeruch nach spätestens 5-6 Wochen komplett. Wenn man den Recycling-Kork mit Lehm überdeckt, ist der gute Alkoholgeruch nach 2 Tagen schon weg.



Die Frage nach der Art der Korken



ist sicherlich nicht unberechtigt. Allerdings unzerkleinert würde ich die jetzt auch nicht unbedingt einbauen wollen. Zwischen den Korken entsteht - im Vergleich zum Gefüge im Korken - mehr oder weniger große Hohlräume. Mir wäre das zu unausgeglichen.

Warum die Korken nicht im Sommer zum austrocknen auslegen?

Schreddern? Ich habe ein Gartenschredder von Bosch. Der hat kein rotierendes Messer, sondern eine Art Zahnrad mit spitzen zähnen und der krieg alles klein. Mit sowas könnte man die Korken mit Sicherheit schon mal eine ganze Ecke kleiner bekommen. Dann könnte man auch noch drüber nachdenken sowas durch die Küchenmaschine zu jagen, oder einen größeren Fleischwolf mit sehr goßer Lochscheibe zu verwenden. Aber all das wird wohl ganz schön Zeitaufwendig. Aber wenn es "blos" zwei Kubikmeter sind und sie es nicht eilig haben. Warum nicht.

Aber mal der Neugiere halber. Wie sammelt man denn zwei m3 an Korken?

Viel Erfolg jedenfalls

Hans



Sammeln



Ich habe gute Freunde, die ein griechisches Restaurant betreiben. Da wird so manche Flasche geöffnet. Außerdem weiß eigentlich jeder im Dorf, dass ich Korken sammel. Also hängt auch schon mal ´ne Tüte voll an der Tür. Selber bin ich nicht umbedingt ein Weintrinker, lieber mag ich Tee.

Ich habe eine kleine, alte Räucherkate (von 1630), bei der ich nur baue, so wie Geld vorhanden ist. Also suche ich immer günstiges Baumaterial, was aber auch noch ökologisch okay sein soll.

Aus einer Ziegelei bekomme ich "umsonst"!!! Grünlinge. Die zusammen mit Sand und Stroch ergeben einen super billigen Baustoff.

So habe ich dann auch angefangen Korken zu sammeln.
Bin also kein Säufer für den guten Zweck.....



Grünlinge für umsonst...



ja, das scheint wirklich ein billiger Baustoff zu sein. Meine Gratulation. Soviel Glück hat nicht grad jeder.

Darf ich fragen, wie sie die Grünlinge mischen? Ich denke mal, das Material aus der Ziegelei ist ja schon sehr arg plastisch. Sumpfen Sie das einfach wieder ein? Oder was genau tun Sie denn?

Danke im voraus
Hans



Lehm



Ich fülle eine Maurerbütt ca. zur Hälfte mit den Grünlingen und kippe dann Wasser darauf. Ungefähr ein Drittel. Dann lasse ich das ca 1-2 Tage stehen. Wer nicht so viel Zeit hat, kann die Grünlinge auch mit ´nem Hammer zerkleinern und dann wässern.

Dann kommen Sand und Stroh dazu. Fertig !!!
Das richtige Mischungsverhältnis kann ich nicht angeben. Ich fühle und probiere solange, bis es passt. Ich lasse immer einen tennisballgroßen Lehmklumpen auf den Boden fallen. Wenn er "platscht", ist die Mischung zu naß. Wenn er zerbröselt zu trocken. Wenn er zu rissig wird, mische ich noch Lehm unter.

Also, einfach probieren.....

Manche mischen auch noch Kuhdung drunter, aber da bin ich nicht gerade ein Fan davon, auch wenn es für sottende Schornsteine wohl nichts besseres gibt.