Knick im Dach

28.07.2013



Hallo,
ich habe schon sehr oft bei Fachwerkhäusern bemerkt, dass immer eine Seite des Daches einen stärkeren Knick als die andere Dachseite hat. Bisher konnte mir noch niemand meine Frage beantworten. Im Übrigen glaube ich nicht, dass dies (verschiedene Dachseiten) Zufall ist - es tritt wirklich sehr häufig auf.
Wäre super, wenn jemand eine Antwort darauf hat oder einen tipp, wo ich nachfragen könnte.
Danke1
VG MARGIT



Nachfrage



Sorry, was verstehst Du unter "Knick" im Dach ? Mein Dachstuhl hat zwei auf beiden seiten die gleiche Dachneigung, aber dafür ist ein endeutiges Gefälle entlang der Traufe festzustellen. Das hängt vermutlich an den verschiedenen Ausbaustufen beim Austausch das Fachwerkes/Mauerwerkes im EG zusammen, denn auch der Fußboden ist ebenso schief. Geute könnte man das mit einem 12t Wagenheber abstellen, früher war wohl nur ein Hebel mittels Balken möglich, da waren sicher Grenzen gesetzt.





Die Dachneigung ist auf beiden Seiten gleich. Kurz bevor die Sparren auftreffen ist dieser Knick zu sehen. Mit einem Bild wäre das einfacher zu beschreiben. Ich habe dieses Phänomen erst wieder gestern in Besigheim gesehen - die Stadtführerin wusste keine Antwort. Sie vermutete, dass man damit die schmalen Abstände der Häuser voneinander "bedachen" wollte. Also so quasi, dass diese "Winkel" geschützt sind. Man sieht das aber auch bei Häusern die längs zur Straße stehen.



ich nehme mal



an, das beruht auf den Aufschieblingen. Bei Dachstühlen, bei denen die Sparren in die Deckenbalken eingezapft sind, braucht es Vorholz vor dem Zapfenloch des Deckenbalkens. Darüber wird dann ein kleiner Sparren gesetzt, der sich oben an den eigentlichen Sparren, und unten an den Deckenbalken anschmiegt. Die Linie, wo dieser Aufschiebling auf den Sparren trifft ist ein Dachknick.
Keine Ahnung warum manche Häuser den asymetrisch haben. Normal ist symetrisch.
Ralph Schneidewind



nach



Deiner Beschreibung ist es wie Ralph vermutet, der Aufschiebling. Wenn es da Untersiede gibt, könnte es an der Wetterseite (größer) liegen oder man wollte auf der Sonnenseite mehr Schatten für das Haus haben. Für meine neu gebauet Scheune habe ich durch die Aufschieblinge einen Dachüberstand von 1 m erreicht - da stehen alle Schaufel, der Mäher und auch die Stühle relativ wettergeschützt. Ist aber für unsere Gegend eher untypisch.



Knick



Die echt alten F W -Häuser hatten keine Rinnen, das Regenwasser tropfte einfach ab. Kommt viel vom Himmel fällt es hinter dem Knick mit Schwung etwas weiter weg vom Haus. Beim Reed-Dach ist auch ein großer Überstand deshalb, und darunter kam man trocken um das Haus.



Danke



für die Antworten. Mit dem Überstand - das erscheint mir logisch. Aber warum unsymmetrisch? Vielleicht ist es aber auch wirklich nur Zufall und wenn man mal was entdeckt hat sucht man natürlich immer sofort danach...ist so ungefähr wie mit den roten Käfern ;-)



Erklärungsversuch.



Früher hatten viele Fachwerkhäuser auf einer Seite einen Laubengang. Bei meinem Haus war der Laubengang nur mit den Aufschieblingen gedeckt. Das führte zu unsymmetrischen Knicken im Dach.
Vor ca. 200 Jahren wurde zur Raumerweiterunbg der Laubengang geschlossen und die ehemalige Außenwand entfernd. Dabei wurde der dachstuhl nicht geändert. So habe ich nun diese unsymmetrischen Knicke im Dach.

VG,
Volker