Kellerinnenwand sanieren

11.02.2019 Schäufele



Hallo sehr geehrte Forumsmitglieder,

und zunächst vielen herzlichen Dank für die letzten 12 Jahre, in denen ich immer wieder Rat und Hilfe in diesem Forum durch Lesen der Beiträge gefunden habe!!

Doch dieses Mal nun bin ich unschlüssig über mein Vorhaben, daher bitte ich nun erstmals direkt um Rat.

Der Bestand: Altes Teil(Sicht)fachwerkhaus BJ. ca. 1920. Die Kelleraußenwände wurden vor 6 Jahren von einem Fachbetrieb fachgerecht trockengelegt, seitdem ist die Feuchte der Kellerwände schon deutlich verbessert.
Vor ca. 5 Jahren wurde dann komplett an den Kellerinnenwänden der alte, durchfeuchtete Putz entfernt.
Die Wände bestehen aus einer Mischung aus Vollziegeln und Granitbruchsteinen, an den Außenseiten mehr Granit, die innenliegenden Wände z.T. vollständig aus Ziegelsteinen.

Mein Vorhaben: Nun sollen die Kellerinnenwände neu verputzt werden. Einige Fugen sind bis zu 2-3 cm, vereinzelt auch tiefer nicht mehr existent, müssen also dementsprechend ausgebessert werden.
Der Keller soll zukünftig weiterhin als Lagerraum verwendet werden, kein Wohnraum etc. geplant.

Wie gehe ich da am besten ran? Von 2 Naturfarben/-putz-Verkäufern habe ich z.T. unterschiedliche Aussagen erhalten:
1. Fugen und Putz können zusammen mit Solubel erneuert werden. Solubel ist in meinem PLZ-Bereich (02) meines Wissens nicht erhältlich.
2. Vorschlag war entweder Trass-Kalk-Mörtel oder NHL, vermengt mit Sand und H2O.

Was ist denn nun empfehlenswert?
Muß ich separat verfugen? Wenn ja, womit?
Welcher Innenputz empfiehlt sich?

Besten Dank im Voraus!
Freundliche Grüße
Schäufele



Bruchsteinwand



vorab, ich bin kein Maurer und kann nur aus meinen 20-Jahren Sanierungserfahrung berichten. Ich habe die Fugen mit einer Baustellenmischung NHL 2-Kalk/ Sand 0-4 im Verhältnis 1:3 ausgeworfen , anschließend einen netzförmigen Vorspritz mit NHL und Sand 0-8 und anschließend mit der Fugenmischung einen Grundputz aufgezogen und grob verrieben - reicht für den Keller.



Sand und Boden



Hallo,

vielen Dank für die Antwort!

Was genau meinst du mit netzförmiger Vorspritz? Punktuelles Auftragen des Putzes in Netzform?

Und für mein Verständnis: Warum verwendet man in diesem Fall zwei unterschiedliche Korngrößen Sand, was ist der Vorteil und ist es unbedingt notwendig? Dann müsste ich nämlich zwei Fuhren Sand anliefern lassen.

Eine Frage, die ich im Anfangspost vergessen hatte: Was würdet ihr mit dem Boden machen? Er besteht aus einer alten Lage Beton(?), stellenweise versehen mit großen flächigen Natursteinen, an denen gerade im Sommer Feuchtigkeit aufsteigt. Zudem ist das Ganze recht uneben.
Sollte man da einfach ein dünne Schicht Beton drüber bringen oder was wäre hier empfehlenswert?

Vielen Dank!



netzförmiger Vorspritz



naja, das ist schwer zu erklären und ein Bild habe ich gerade nicht. Der Sand ist so grob, damit sich eine furchige Oberfläche zur besseren Haftung des Grundputzes herstellen läßt. Die Putzmischung ist fast flüssig und wird mit einem weitem Schwung auf den Untergrund aufgespritzt, sodaß sich eben kein geschlossener Belag bildet, sondern der Vorspritz eben wie ein Netz, mit vielen Zwischenräumen, aussieht. Hab ich mit 0-4 noch nicht versucht, kann aber auch funktionieren und gerne auch ne Spitze Zement in der Mischung vertragen. Der Vorspritz dient zur besseren Haftung der nachfolgenden Putzaufbauten auf dem wenig saugenden Bruchstein.
Zum Boden: Es steigt wahrscheinlich keine Feuchtigkeit an den Bruchsteinplatten auf, das wird Kondensfeuchte am kalten Stein sein. Im Sommer müssen die Fenster geschlossen sein, damit wenig feuchtwarme Luft in den Keller kommt. Auch die Eingangstür abdichten. Der Effekt ist auch als Bierflascheneffekt bekannt, wenn eine kalte Flasche Bier im Sommer auf den Tisch im Biergarten gestellt wird, läuft die sofort mit Kondenswasser an. Brillenträger kennen das auch, wenn sie mit kalter Brille in einen warmen Raum kommen. Mal in der Suche nach "Kellerlüftung" suchen. Ich würde den Boden so lassen.



Kalkputz



Guten Tag,
seit 1992 habe ich Erfahrungen hinsichtlich solcher Wand/Keller-Sanierungen sammeln dürfen. Wichtig wäre noch zu wissen, wie und wo die Kellerabdichtung erfolgte. Doch grundsätzich: .... wenn der Keller nur zum Lagern ist, so würde ich die Bruchsteine offen lassen und nur verfugen, wenn die Fugen tief sind. 2 - 3 cm Fugentiefe stellt noch keinen Handlungsbedarf dar. Verfugen wenn diese tiefer sind mit Sumpfkalk oder hydraulischem Kalk. Da die Frage öfters auftaucht, ja, es kann auf eine Mischung (80l) max. 1/2 bis 1 Schaufel Portlandzement genommen werden. Die Ziegel würde ich mit einem dünnen Pinselputz aus den vorgenannten zwei Putzen überziehen und keine Farben aufstreichen. ..... Bei Altgebäuden ist es bei mir Pflicht, das die Fußböden diffusionsoffen mit einer kapillarbrechenden Schicht ausgeführt werden. Es werden keine Dichten Schichten wie Fliesen oder Zementestriche in diesem Verbaut. Der genaue Aufbau rrichtet sich nach dem jeweils zur Verfügung stehenden Einbauhöhe.
viele Grüße aus Radebeul
Michael Reisinger ..... gesundes-Bauen.com