Feuchter Teilkeller!

28.07.2006



Hallo,
haben Ende letzten Jahres ein denkmalgesch. Fachwerkhaus Bj. 1886 gekauft und sind Mitte März diesen Jahres eingezogen. Das eine gewisse Feuchtigkeit da war, war eigentlich klar. Aber dass sich nun der Schimmel auf unserem Wein niederlässt macht uns doch Sorgen.
Also haben wir eine Firma (mit Holz- u. Bautenschutzbeauftragtem, TÜV gepfüft...), die in der lokalen Zeitung insereiert hatte, angerufen.
Der Herr kam dann auch und meinte man müsse den ganzen Keller sanieren. Am Besten ums Haus drum herum 2m tief ausschachten und dann von innen und außen abdichten. Das Ausschachten hätte zur Folge, dass wir auch einen Sandsteintreppenblock entfernen müssten. Der Sansteinsockel um das Haus herum, so glaube ich, wird das Ausschachten auch nicht überleben.Zusätzlich meint er, müssten wir die Kellertreppe entfernen und eine neue einbauen, damit er an alle Wände gut herankommt. Die alte wäre sowieso an einigen Stellen morsch. Der Spass soll dann 10.000- 15.000 EUR kosten. Dabei müssten wir noch selbst ausschachten. Er meinte er, es würde nicht lange dauern, dann hätten wir die Feuchtigkeit auch in den Wohnbereichen.
Da wir gerade parallel Ärger mit der Firma haben, die uns zehn neue Fenster einbauen sollte, nicht fertig wird und zudem unsere Fassade beschädigt hat, ist das mit dem Keller ein ziemlicher Schlag ins Gesicht.
Ausserdem bricht es mir beinahe das Herz, ums Haus 2 m tief auszuschachten und dabei mehr zu beschädigen als andere.
Hat jemand einen guten Tip oder Erfahrungen die er uns dazu mitteilen kann?
Vielleicht kennt ja auch jemand eine vertrauenswürdige Firma die uns im Raum Wolfenbüttel/Braunschweig wegen des Kellers wenigsten mal beraten könnte??
Lieben Dank schon ein mal für die Antworten.
Bianca



So ein schmarrn :o)



Das Haus steht jetzt schon 120 Jahre "so rum" und es steht immer noch...

Lassen Sie sich nicht beirren, der wollte ihnen nur was verkaufen...

Zum Thema Keller gab es hier schon einige Fragen, einfach mal rechts in der Suche eingeben.

1. Ein feuchter Keller ist super, grade für Wein und andere Getränke. Die Weinbauern tun nämlich sogar ihre Fässer im Keller immer feucht abspritzen... (war ich nämlich mal bei einem).
2. Es kommt drauf an, was für ein Schimmel das ist! Es ist nicht jeder ungefährlich!
3. Sie bekommen einen alten Keller nie ganz entfeuchtet, wenn Sie nicht zumindest eine Heizung einbauen und beispielsweise Estrich oder so legen.
4. Richtig Lüften ist angesagt. Im Winter die Fenster auf, im Sommer (mit hoher Luftfeuchte) die Fenster zu.
5. Es ist nicht so ohne, einen Sockel aufzugraben... schon garnicht 2 meter tief. Das Fundament könnte sich nach außen drücken, da es ja keinen Widerstand mehr hat.

Das alles mal so kurz zusammengefasst. (wie gesagt, rechts oben suchen).

Und ich rate zu folgendem: Erstmal Ruhe bewahren und NIX überstürzen. Was haben wir schon für Fehler gemacht, nur, weil uns jemand (Architekt) zu was gedrängt hat. Der Keller steht in nem Jahr immer noch ;o). Ich würde erstmal alles andere machen und da in Ruhe drüber nachdenken (aber wie gesagt, kommt auf den Schimmel drauf an. bei echtem Hausschwamm wirds doch dann eeeetwas brenzlig).

Ich habe noch eine Idee. Hier gibts einen gaaanz tollen Architekten (auch rechts oben suche). Hamesse heißt er mit Nachnamen und der ist aus Braunschweig und ein gaaanz ein Netter, der hilft Ihnen bestimmt gerne! Der kennt sich super mit Altbauten aus, er hat auch ein Buch geschrieben und ist auch schon im Rentenalter, wenn mich net alles täuscht...

Alles Gute!
Annette
PS: Meldet Euch doch mal wieder, wenn Ihr näheres wisst und übrigens wollen wir Fotos vom Haus sehen :o)



Danke schön...



Hallo nochmal,
lieben Dabnk für die schnelle Antwort! Das hat mich innerlich schon mal sehr beruhigt.
Wir kenne auch nen ganz netten und kompetenten Architekten Herrn Haar. Ist halt immer ne Frage des Geldes. Aber wir investieren doch lieber im Vorfeld, als hinter her allzu böse Überraschungen einzukassieren. Herrn Haar wollten wir auch noch mal zur Rate ziehen.
Der "ich-saniere-euren-Keller-und-reisse-einen-riesen-Graben-um-euer-Haus-Kerl" kam Gott sei Dank völlig kostenfrei.
Ich versuch mal zwei Bilder hochzuladen. Das eine Foto ist leider sehr verschwommen. Aber Umrisse kann man erkennen. Typisch Frau :-). Einmal die Pfuscherei des Fensterbauers und eins so vom Haus. Wobei der Anblick der Fassade wegen des Fensterbauers uns im Moment sehr traurig macht.

Bis dahin...
Bianca



wenn die korken



schimmeln,ist es eigentlich schon ein bißchen zu feucht,
aber zunächst würde ich versuchen, das problem übers winter-lüften in den Griff zu bekommen.
nach dem kunstfoto (wieviel bier? :-))) ), ist es ein erdkeller? wenn die lüftungsmöglichkeiten nach außen beschränkt sind, würde ich zuerst da an abhilfe denken wollen und für den winter eine querlüftung möglich machen (ich habe für zwei kernbohrungen die woche 100,00 euro bezahlt), notfalls würde ich den prozess mit einem entfeuchter etwas anschieben. und dann ein paar jahre warten. keinesfalls im sommer lüften.
heizungsanlagen in solchen kellern verbieten sich von selbst.
sie können auch nicht ohne Statiker ihr haus rundrum aufschachten bis zur fundamentsohle - deswegen sollen sie das vermutlich auch selber machen; ein schelm, wer böses dabei denkt.
wenn sie überhaupt über so was nachdenken, lassen sie ein seriöses tiefbauunternehmen ein angebot unterbreiten, die auch bereit sind, die Haftung zu übernehmen.



Der Architekt



Hallo Bianca (und Annette),

Jean-Elie Hamesse weilt nicht mehr unter uns. Wenn ich mich recht entsinne, verstarb er ganz plötzlich Ende Nov. letzten Jahres.

Aber ich schicke Dir (Bianca) per Mail eine andere sehr gute Adresse in Wolfenbüttel.

Grüße



Nochmal Danke!!



Zu diesem Zeitpunkt war kein Bier im Spiel, die Linse war irgendwie verschnutzt ;-).

Wir haben breits einen Entfeuchter hineingestellt, der auch etwas Feuchtigkeit anzieht. Wenn ich mich recht entsinne, kam der Schimmel auf den Flaschen (nicht am KOrken, der ist noch überzogen) erst, als mein Freund dachte, er müsse im Keller lüften. Ha, ha... Wir haben ein Kellerfenster.
Wir werden das mit dem "richtig" lüften mal versuchen.
Lieben Dank nochmal für die tollen Tips. Das beruhigt mich wirklich sehr!!!!!

Bianca



bratwurscht-linse, ah ja :-)))



nein, lüften im sommer - speziell in diesem heißen und schwülen sommer - ist tödlich.
ich hatte mal einen relativ trockenen (erd)keller. da der Zugang von außen ist, stand er im rahmen der bauarbeiten mehr oder weniger permanent offen (irgendwann habe ich es aufgegeben, den handwerkern hinterherzurennen und sie anzuhalten, die klappe zu schließen und schließlich kam sie ganz abhanden). nun habe ich eine tropfsteinhöhle :-(((
ist auch ein normaler prozeß: die warme feucht luft von außen strömt in den immer kälteren keller und an den kühlen wänden kondensiert die feuchtigkeit. soweit die kurzfassung. andersherum - wie gewünscht - funktioniert es nur, wenn die Außenluft deutlich kühler ist, als der keller und wenig feuchtigkeit enthält. die knack-trockenen frosttage sind am besten.



Richtiges lüften heißt immer - abhängig von Temperatur und Feuchte...



aber wie kommt man nur auf den Dreh - im Winter die Fenster auf?
Wenn dann noch jemand im EG wohnt und heizt, heißt das der Boden wird kalt und es muß mehr geheizt werden.
Ob dies so richtig ist?
Und weiter, immer dann, wenn innen die Luftfeuchte reduziert wird d.h. die Oberflächen abtrocknen saugt man mehr (auch Salz) nach. Finde ich auch nicht gut!
Wenn jedoch innen eine dampfdichte Schicht aufgebracht wird die auch noch thermisch getrennt (Luftpolster dazwischen wie bei meinem I-Bausystem) ist, dann funktioniert das auf dauer.
So eine alte Mauer geht doch nicht kaputt, nur weil sie feucht bleibt!
Und die Warnung von außen aufgraben... und so weiter hilft bei Kondenswasser auch nicht.
Dagegen hilft auch nicht eine Wärmedämmung außen aufzubringen. Oder denkt jemand eine Wärmedämmung macht warm?
Das mit dem Luftentfeuchter in Verbindung einer dichten Wand ist meiner Meinung richtig. Bei mir funktioniert es seit über 20 Jahren.
Das Bild zeigt einen Kellerraum mit Sanierputz und darunter Dichtungsschlämme und einen Lüfter was hat es geholfen?



Wir haben die Lösung!



Hallo Bianca,
Viele Jahre haben Vermieter bei Schimmelbildung die Mieter
beschuldigt, schlecht oder wenig gelüftet zu haben. Das löst aber nicht das Problem von feuchten Mauern.Deshalb
setzen Sie sich mit uns in Verbindung nach dem Sie einen
Blick auf unsere Homepage geworfen haben.

MfG Jürgen R. Weitzer



Ursachen, Wirkungen und Lösungen ...



... bevor man sich über Löungen Gedanken macht, sollte man über Ursachen nachdenken.
Ist der Keller feucht, weil
a- an den Wänden Kondenswasser niederschlägt ?
b- die Wände nicht dicht/feucht sind ?
c- die Horizontalabsperrung nicht oder nicht ausreichend vorhanden ist ?
Jede Ursache hat eigene Lösungen.
Genauso mit dem Schimmel: - was schimmelt, wo, wann und wie siehts aus ?
- a: Ein bißchen Schimmel auf dem Papier von Weinflaschen sagt nur, daß es insgesamt im Keller zu feucht ist. Dagegen hilft richtiges Lüften. Zur Not und wenn nur ein Fenster vorhanden ist, muß ein Lüfter mit Rohr nach oben/aussen eingebaut werden. In trockenen kühlen Nächten dann das Fenster öffnen und den Lüfter einschalten. Morgens nicht vergessen, das Fenster zu schliessen und den Lüfter auszumachen.
Das ist ein kleiner, preiswerter chirurgischer Eingriff für den Lüfter, den man an einem Samstag selber machen kann. bei der Position des Lüfters darauf achten, daß er gegenüber dem Fenster angebracht ist.
Sollte das nicht reichen, muß man nach weiteren Ursachen für die Feuchtigkeit suchen. Z.B. klären, ob Punkt b. oder c. für Feuchte Wände verantwortlich sind.
- b: Oft hilft es, zu klären, woher z.B. eindringendes Wasser kommt. Dringt es nur bei Regen ein, können schlechte Regenrohre schuld sein, oder ein schlecht funktionierender Hofablauf. Das kann man ändern ohne das Fundament völlig freizulegen.
Dringt es immer ein, kann eine Wasserader in der Nähe sein etc. Dann sollte man den Bruchsteinkeller imho verputzen, schlämmen und drainagieren - was ziemlich aufwändig werden kann.
- c: Viele Fachwerkhäuser mit Keller haben eine Horizontalabdichtung direkt unter den Schwellbalken - das hilft dem Balken, aber nicht dem Keller. Frühere Lehmböden haben die Luftfeuchtigkeit des Kellers trotzdem gut ausbalancieren können. Oft wurden sie aber mit einer dünnen Schicht Estrich bedeckt, weshalb dieses "System" nicht mehr funktioniert.
Der einfachste Weg wäre, den Estrich zu entfernen und Feuchtigkeitsüberschüsse abzulüften. Dabei kann man auf "Hauptwegen" Platten legen ohne die natürliche Kraft des Kellerbodens zu beeinträchtigen.
Wem das zu archaisch ist oder wer seinen Keller intensiver nutzen möchte, der kann ja dann auf moderne Wundermittel der Chemie und Unternehmen zurückgreifen, die sich darauf spezialisiert haben, Bruchsteinkeller "bewohnbar" zu machen.
Stellt sich die Frage: Warum dann ein Fachwerkhaus ...?



Trocknen Sie Ihr Haus einfach aus



Nasse Wände im Keller oder gar im Wohnbereich sind ein Problem, das man abstellen sollte.
Im Laufe der Jahrzehnte sind -jeweils dem Stand der Technik entsprechend- hierfür unterschiedliche Methoden
und Produkte entwickelt worden. Deshalb findet man heute die ganze Palette von Möglichkeiten und
muß sich zwangsläufig für eine dieser Methoden entscheiden.
Der „Besitzer“ des Nässeschadens hat die Qual der Wahl. Er sollte daher etwas über die Eigenschaften der
unterschiedlichen Methoden und Produkte wissen, weil er vielleicht sonst später seine Wahl bereut. Es
werden nämlich auch heute noch Produkte angeboten, die längst überholt sind und technische Nachteile
haben, die vor Jahrzehnten (zur Zeit ihrer Entwicklung) in Kauf genommen werden mussten, weil es nichts
Besseres gab. Technische Nachteile gibt es allerdings auch bei etlichen neuen Produkten und Methoden,
weil sie kritiklos aus anderen Baubereichen auf Wohngebäude übertragen wurden.
Was im Tunnel- oder Bergbau ausreicht, muß im Wohngebäude nicht zwangsläufig gut sein! Auch muß nicht
immer das Teuerste das Beste sein. Allerdings kann das, was auf den ersten Blick einen etwas höheren
Preis hat, auf längere Sicht das Preiswertere sein.
Für den, der nicht ständig mit der Beurteilung und Beseitigung von Nässeschaden zu tun hat, das können
sogar Architekten und Bausachverständige sein, ist die Fülle des Angebots und die Unvergleichbarkeit der
Werbeaussagen eher verwirrend als klärend.
Dieses technische Merkblatt soll Ihnen bei der Auswahl behilflich sein, damit Sie aufgrund der technischen
Eigenschaften der Produkte und Methoden entscheiden können, was für Sie richtig ist. Es ist Ihre Entscheidung,
denn es ist Ihr Geld das Sie ausgeben! Ob Sie sich dann für ein langlebiges etwas teuereres System
entscheiden, oder eine billige Lösung vorziehen, weil der heute abzudichtende Gebäudeteil in absehbarer
Zeit ohnehin abgerissen oder umgebaut wird, ist ganz allein Ihre Entscheidung.
Um eine sinnvolle Entscheidung treffen zu können, ist es allerdings notwendig zu wissen, wie ein Feuchtigkeitsschaden
entsteht und welche Möglichkeiten der Abhilfe zur Verfügung stehen.

http://www.porofin.de/POROFIN_INFOMAPPE_PMD.PDF

Bei weiteren Fragen bitte über dieses Forum oder rufen Sie mich an. 01636355991, 03067926862

MfG, Rupnow