Innenputz-Wahl (Haus von 1912)

22.12.2015 jazzalex



Hallo zusammen,

wir führen eine Altbausanierung (Baujahr 1912 – 45er Ziegelwand) durch. Bald steht der Schritt an, dass wir uns konkret für einen passenden Innenputz entscheiden müssen.

In diesem Zusammenhang sind uns die folgenden Punkte wichtig:

x) Der Putz soll später direkt gestrichen werden (keine Tapete).
x) Die Bearbeitungsdauer und Kosten sollen überschaubar sein.
x) Der Putz sollte nicht zu empfindlich sein (viele kleine Kinder im Haus).
x) Der Putz soll natürlich der Wand nicht schaden.

Ich denke, dass Kalkputz hier die gängigste Wahl ist, aber ich frage mich, welche Kombination (Luft, Sumpf, …) hier die beste ist.

Spricht eigentlich etwas dagegen, Zementputz zu nehmen (weil günstig und einfach zu verarbeiten) ?

Danke Euch im voraus und
viele Grüße

Alex



Innenputz



P II CS II(Kalkzementputz). Der lässt sich besser verarbeiten als Zementputz.



Kalkputz !



Für eine Beratung wären ein paar Infos zum Umfeld notwendig.
- Welche Putzflächen stehen etwa an - vollflächig oder Ausbesserung
- Wollt Ihr selber Putzen oder ein Firma
- Bei Eigenleistung: Hand- oder Maschine zum Putzauftrag ??

Grundsätzlich immer ein Kalkputz oder Kalkzementputz - über den Anteil des Zementes entscheidet die Situation vor Ort (kritische Putzundergründe, expandierte Lage, Anzahl der Lagen bei einer Sanierung, Unterputz für Fliesen, mögliche Frostgefahr usw .....). Ich persönlich nehme Weißkalkhydrat, Sand und etwas Zement, Mischung vor Ort mit großen Quirl - da schafft man etwa 20m2 am Tag. Reiner Zementputz als Innenputz kommt eigentlich kaum zur Anwendung, Ausnahmen gibt es aber immer (Landwirtschaft,Industrie)!





x) Welche Putzflächen stehen etwa an - vollflächig oder Ausbesserung

vollflächig (haben alten Putz komplett entfernt) - in Summe gut 300 qm

x) Wollt Ihr selber Putzen oder ein Firma

Das lassen wir eine Firma machen.

x) Bei Eigenleistung: Hand- oder Maschine zum Putzauftrag ??

Wir vergeben es ja extern, aber trotzdem von Interesse: Bei der großen Fläche wäre es von Hand sicherlich zu zeitaufwändig, oder ?

Danke, Grüße

Alex



Keine Tapete



Wenn Sie nicht auf ein rustikales Aussehen stehen sollte der Putz vor dem Streichen mit einem Kalkspachtel geglättet werden.



dann



würde ich einen Kalkzementausgleichsputz und eine Kalkoberputz im System beauftragen. Das ist ohnehin in der Regel Sackware. Bei Fliesenuntergrund nur KZ-Ausgleichputz. Kalkglätte - naja, ist Geschmachssache, ein gut gefilzter Putz mit seiner feinen Struktur sieht meiner Meinung besser aus im Altbau - da sollte man sich aber bei der Firma eine Oberflächenmuster zeigen lassen und die als Vertragsgrundlage nehmen. "Rustikal" einen Filzputz zu bezeichnen ist übertrieben. Da gibt es verrücktere Sachen. Abrechnung nach den Regeln der VOB. An den Fenstern auch innen mit den entprechenden Anputzleisten arbeiten - Luftdichtigkeit nochmal überprüfen - jetzt kann noch nachgebessert werden!
Handputz wird bei Firmen wohl keiner mehr ausgeführt - das war ja nur, wenn Ihr es selber machen wollt Es hat ja nicht jeder Zugriff auf eine Putzmaschine.



Handputz



Hallo Olaf, natürlich wird auch von Firmen noch Putz per Hand aufgetragen. Bei 300 qm rechnet sich zwar schon eine Putzmaschine, bei Flächen unter 100 bis 150 qm arbeiten wir herkömmlich im Handauftrag.



Verhältnis



Hi und danke für die zahlreichen Antworten ! Also werde ich wohl einen Kalk-Zement-Putz nehmen. Könnt Ihr mir noch etwas zum Mischverhältnis sagen ?

Danke und Grüße

Alex



Kalk-Zement-Putz



gibt es als Sackware fertig für 3,25 den 40kg Sack. ( nennt sich Putz-und Maurermörtel)



Danke !



Klasse Sache - alle Unklarheiten beseitigt ! Ich danke Euch !



wenn



das eine Firma macht, dann überlasst denen die Herstellerwahl (System) - dafür bekommt ihr ja Gewährleistung.



Verunsichert ...



Hallo nochmal,

heute hatte ich 2 Leute von Knauf im Haus. Die rieten mir davon ab, Kalk-Zement-Putz zu nehmen. Anstelle dessen empfohlen sie mir Gips-Putz (natürlich von Knauf :-) ).

Es wurde folgendermaßen begründet:

x) Kalk-Zementputz ist ein reiner Handputz und somit nicht maschinentauglich - bei der großen Fläche müsste aber unbedingt eine Maschine zum Einsatz kommen, sonst dauert es unverhältnismäßig lange.

x) Bei der anvisierten Stärke von 2 cm oder ggf. mehr hätte man mit Gipsputz wesentlich weniger Arbeitsvorgänge.

x) Gips kann besser Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Kalk-Zement wäre hingegen sehr dicht und somit für das Klima nicht ideal.

Was denkt Ihr darüber ? Meine Anforderungen habe ich ja in der Thread-Eröffnung geschrieben und suche natürliche das beste Kosten/Nutzen-Verhältnis.

Ich freue mich über jeden Kommentar !

Danke nochmals und Gruß

Alex



Innenputz



Holen Sie sich zwei Leute von Solubel ins Haus.
Oder zwei Leute von Conluto.
Oder zwei Typen von Maxit.
Was glauben Sie was die Ihnen erzählen werden?
Bei zwei Mann von Rigips vor Ort werden Sie vom Einsatz von Trockenputz begeistert sein.
Halten Sie sich an das was Olaf geschrieben hat.



Maschinentauglich ?!



Na klar, allerdings wundert mich, dass die Jungs so auf Gipsputz beharrten, denn Knauf bietet ja nun auch Kalk-Zement-Putz etc. an. Übrigens ist nicht Trockenputz gemeint sondern ganz klassicher Nass-Gipsputz.

Was mich dann aber wieder stutzig machte, war die Aussage, dass Kalk-Zement-Putz per se nicht maschinentauglich ist. Das ist doch schlichtweg falsch, oder ?



Unglaublich !



OK - das ist dann ja schon fast kriminell, das eigentliche Gespräch an der Maschinentauglichkeit festzumachen ...

Damit wäre meine Verunsicherung nun vollends verschwunden - herzlichen Dank !

Dazu noch eine Frage:

Da ich mich nun um das Material kümmere, muss ich sehen, welchen KZ-Putz ich nehme. Noch ist nicht klar, ob wir manuell oder mit Maschine putzen werden. Es gibt KZ-Putz, der extra als "Maschinenputz" ausgewiesen wird. Muss dieser zwingend genommen werden, wenn man mit der Maschine arbeiten will oder geht auch die "Standard"-Sackware ?



dieser



Vertreterbesuch zeigt mal wieder, wie finanzielle Intertesse vor der Ehrlichkeit steht. Die Aussagen sind schlichtweg falsch, Quick-Mix, Sakret, Bayosan, Maxit - alles maschinengängige Kalkzementputze. Mal selber auf der Herstellerseite recherchieren ! Es kommt auch nicht auf die Anzahl der Arbeitsgänge an, sondern aufs gewollter Ergebnis.
Wenn alles auf ein Minimum an Arbeit reduziert wird, wohnen wir bald in Wohnwagen .....
Kümmere dich erst mal um die Maschine - und wenn Du jemanden hast, der die bedienen kann und auch ein paar Leute mit Putzerfahrung, dann klärt sich die Frage nach dem Material von selber. Wenn Du aber mit der Hand putzen willst, dann kannst Du auch Sand, Kalk und Zement kaufen - dann bist Du das Problem los. Wo ist das denn in Sachsen. Dresdner Putzsand wäre hier meine Wahl. Aber auch die Kiesgrube Penig/Lunzenau hat feinen 0-2 mm Putzsand.



Leipzig



Hej Olaf, erstmal ganz großen Dank speziell an Dich für Deine Kommentare - große Hilfe !

Ich lebe in Leipzig bzw. Markkleeberg (wenn man's ganz genau nimmt). Großes Vertrauen habe ich in eine sehr kleine polnische Firma (Vater und 2 Söhne), mit denen ich bisher alles gemacht habe und die sehr schöne Referenzobjekte (Altbausanierungen) in Leipzig haben. Die Jungs werden es definitiv machen, aber ne Maschine haben sie nicht. Die müsste ich leihen. Denen ist es quasi egal. Schön wäre es, wenn man einen Putz für beide Varianten hätte.



b1



Und ich schon wieder ;-)

Bei Toom gibt's ja die b1-Billigmarke. Da kostet der Putz- und Mauermörtel 7 Cent / kg.

Spricht etwas dagegen, hiermit zu putzen ? Das nächst teurere ist dann Quick-Mix zu 15 Cent.



Trompetensolo



Lieber Jazzalex, ich habe den Eindruck, Sie befinden sich gerade in einer langen Trompetenimprovisation. Und nun ist ja auch geklärt, das KZP maschinentauglich ist.Der Mörtelverkäufer sollte Ihnen sagen können, ob der 70 Cent-Mörtel maschinentauglich ist, wenn ichs richtig verstanden haben, leihen Sie sich die Maschine aus, also auch der Verleiher kann Auskunft geben.Also, wann setzt das Orchester wieder ein und es kommt zu einem fulminanten Abschlussputzchorus?



Ein Basssolo ...



... ist es, kein Witz ;-) - tatsächlich liebe ich die Improvisation (musikalisch und allgemein) ! Im Moment ist sie etwas "laid back", aber am Montag rücken meine Leute an, und dann Verputzen wir als Quartett in Doubletime :-)

Ne - kleines Missverständnis: Wir wissen's noch nichtg genau, aber klar ist, dass die Jungs von Hand extrem schnell und gut sind. Deswegen schaute ich mich nun auch nach einem Handputz um, und dieser b1 ist halt mit Abstand der günstigste. Jeder andere ist mehr als doppelt so teuer, was bei über 350 qm natürlich nicht unerheblich mehr ist. Mit dem Estrichbeton und dem Zementmörtel von b1 hatten wir bisher jedenfalls keine Probleme, aber kann ja sein, dass es hier skeptische Meinungen gibt - lieber einmal mehr als zu wenig gefragt.



Billigmörtel



schlechte Erfahrungen habe ich auch nicht, wenn auch selten verwendet. Wenn die Jungs schnell sind, brauchts einen fitten Mischmeister! Gutes Gelingen



Entscheidung !



Hallo zusammen,

ich habe mich nun mit meinen Leuten besprochen, und wir kommen zu dem folgenden Schluss: Wir werden es von Hand machen und den Kalk-Zement-Mörtel selbst anmischen. Sand und Zement kann ich hier bekommen:

http://www.lav-erdenwerk.de/dokumente/upload/e694a_neue_preislisten_2015_04_neu.pdf

Kann mir jemand von Euch eine Empfehlung geben, wo ich Kalk in entsprechend großen Mengen im Großraum Leipzig herbekommen kann ?

Danke mal wieder im voraus und Grüße

Alex



300



m2 sind keine Großmengen, Weißkalkhydrat in der Baywa, Raab Karcher oder sonstig Fachhändler, Zement könnte im Baumarkt ca 1 Euro billiger sein (Vorzeigeartikel), Sand 0-2 gewaschen in einer Kiesgrube oder bei Spedition.

Naßmischung hat nur 70% des Volumens der Trockenmischung - Also 300 m2 x 2 cm /0,7 = Gesamtmenge (Volumen) und dann die Mischungsanteile ermitteln. Das sollten aber Deine Fachleute auch bringen. Für Dich als Schätzung etwa 2 m3 Kalk und 6 m3 Sand und ein wenig Zement ....



Das Mischverhältnis



wird auf dieser Seite:

http://www.hausjournal.net/putzmoertel-selber-mischen

so angegeben: 1 Teil Zement, 2 Teile Kalk, 8 Teile Sand

Das ist mehr Sand, als Du empfiehlst - wir werden das reduzieren und sehen, wie wir klarkommen.

Danke auch für den Tip mit der Trocken/Nassmischung. Da wäre ich nicht drauf gekommen.



guten Morgen



lassen sie den Putzer selbst den Sand aussuchen,
weil auch bei der bezeichnung 0-2 mm gibt es himmelweite unterschiede in der Verarbeitung..
den Unterputz zb würde ich mit etwas gröberem Korn machen...
aber ihre Putzertruppe sollte wissen wie man mit Kalk umgeht..
und wenn es selbstgemischter Kalkputz werden soll halte ich auch das Mischverhältnis für zu Fett. 1-4 wäre angemessen denke ich.
greets Flakes



Fragen



Sie doch mal in einem Mörtelwerk in der Umgebung nach Fertigmörtel. Den gibt es trocken gemischt, teilweise auch als Frischmörtel zum sofortigen Verbrauch.
Wir haben auch teilweise selbst angemischt. Kalk gibt es in fast jedem Baumarkt, Zement auch - und den Sand haben wir aus einer Kiesgrube der Nachbarschaft nach Wunsch des Verputzers liefern lassen. Gewaschen 0- 2.
350 qm sind wirklich noch eine überschaubare Menge. Die lässt sich auch von Hand noch gut verputzen, wenn die Leute fit in ihrem Job sind.Ist halt etwas langwieriger - aber da ihr vermutlich nach qm abrechnet, ist das ja eher unerheblich.