Innendämmung von Lehmausgefasster Fachwerkwand

15.05.2006



Hallo, meine Hauptsorge ist die Innendämmung einer nicht schlagregenbeanspruchter Aussenwand von Innen. Von Mineralfaserplatten mit Dampfsperre und Rigips im Ständerwerk bin ich wieder abgekommen. Habe einiges über die Bauphysik gelesen (Wolgang Lenze, Gerner, Bewährung innengdämmter Fachwerkwände, usw.). Die Physik ist soweit klar. Für eine Lehmschüttung fehlt die Zeit (inkl.Austrocknung) und die Kosten dürften auch sehr hoch sein. Es muß doch vertrwetbare Alternativen geben. Jetzt wurde mir vorgeschlagen, eine Wand von innen vorzusetzen.
HAt jemand Erfahrungen mit der Mineraldämmplatte Multipor? Hört sich für mich nach einer Alternative an:
PRODUKTBESCHREIBUNG:

Die MULTIPOR Mineraldämmplatte ist eine umwelt- und praxisorientierte Alternative zu Dämmstoffen, die Fasern enthalten oder aus Kunststoffen hergestellt werden.
Die MULTIPOR Mineraldämmplatte ist ein massiver, komplett mineralischer Dämmstoff auf Basis der Rohstoffe Sand, Kalk, Zement und Wasser, der unter der Nr. Z-23.11-1501 eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erhalten hat.

Durch die besondere Materialstruktur bieten die handlichen Platten eine Kombination verschiedener Eigenschaften: formstabil, dampfdurchlässig, nichtbrennbar (A1) und faserfrei. Die Einsatzgebiete im Neu- und Altbau sind z. B. Innendämmung, unterseitige Decken-, Keller- und Garagendämmung, Massiv-Steildächer und vorgehängte hinterlüftete Fassaden. Eine weitere Anwendung findet dieser neuartige Dämmstoff in bauaufsichtlich zugelassenen Wärmedämmverbundsystemen.

Was haltet Ihr von dieser Lösung? Ich würde die Dämmung direkt an die Stroh/Lehmverputze Innenwand anbringen wollen.
Ich muß mich jetzt schnell entschjeiden, weil die Baustelle in Verzug gerät, wenn wir nicht wissen, wie die Aussenwände von innen gedämmt werden sollen ....hilfe....hilfe....hilfe... doch lieber minimalistisch dämmen (lt.Konrad Fischer) und das Risiko von Energieverschwendung und Geldvernichtung eingehen?



Innendämmung: einen homogenern Lehmwandaufbau



würde ich aus bauphysikalischen Gründen Ihrer Mineraldämmplatte vorziehen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, auch im schnellen Trockenbau z.B.:
1) mit ca 2-3 cm Abstand zum Vhd. Fachwerk vormauern mit 6cm LehmLeichtbauplatten (Format 100 x 6 x 24,5cm)
2) den Zwischenraum gleichzeitig mit dem aufmauern verfüllen mit erfeucht-trockenem Leichtlehmmörtel
3) Die Plattenoberfläche mit 15mm LehmWärmedämmputz incl. Jutegewebeeinlage verputzen.
Eine andere Methode einer Innendämmung wäre:
a) aufs Fachwerk Lattenrost schrauben/nageln
b) den Lattenzwischenraum mit 25-30mm LehmWärmedämmputz auswerfen
c) in den feuchten Lehmputz Schilfplatten d=2cm oder 5cm drücken und an den Latten fixieren.
d) die Schilfplatte mit Lehmputz d=15-20 mm verputzen.

weitere Infos mit Detailbeispielen gibts unter www.texbis.de



Innendämmung



Guten Tag,

es gibt immer mehr als nur eine Lösung. Ihre mit Mineralporplatte (ist wohl dasselbe wie die Calcium-Silikatplatte) ist gut und teuer, die Lehmbaumethode auch.
Weitere Variante: Holzweichfaserplatten ca. 40 mm als Putzträgerplatte einsetzen und wie gewünscht verputzen.
Es gibt noch mehr Methoden.

Grüße vom Niederrhein



Innendämmung mit Holzfaserplatten



Hallo,

Ich schliesse mich dem Beitrag von Herr Beckmann an.
Informationen zur Variante mit Holzfaserplatten, finden Sie auf der Gutex.de Seite unter Download: Infomaterial Lehmbauprospekt, hier wird der Wandaufbau mit Holzfaserplatten und Lehmputz recht gut erklärt.

Grüsse aus dem Allgäu
TK



bei leichter Innendämmung



wird die: Zitat aus www.gutex.de: "Speicherwirkung der Massivwände aufgehoben". Im Zuge der fortschreitenden Klimaerwärmung(immerhin um ca 2,5 Grad C in den letzten 35 Jahren) macht es Sinn, schwere Außenwandbauteile als Solarspeicher mit einzuplanen.



Holwolle-Leichtbauplatten



Hallo,

und erstmal vielen Dank für die konstruktiven Tipps zur Innendämmung. Der Vorschlag mit den Holzwolle-Leichtbauplatten hört sich gut an. Ist damit die Heraklith Platte gemeint? Es soll die einfache Holzwolle Leichtbauplatte geben und die Tektalan Platten (HDX und SD-FW). Quelle: Wolgang Lenze Fachwerkhäuser Restaurieren ...
Auch hierbei scheinen Austrocknungszeiten von 2.3 Wochen als erforderlich, bis ein Lehmputz als Feinputz aufgetragen werden kann.
Ist das so richtig? Was kostet der Spass pro/m²?
Und nochmal: Vielen Dank bis hierher für die netten und hilfreichen Tipps!!! Eine tolle Community! Gruss, Achim



Heraklith



also die zementgebundene Holzfaserplatte, vulgo "Sauerkrautplatte" ist ausdrücklich nicht gemeint.
Auf der Seite von Gutex oder von Pavatex finden Sie Holzfaserweichplatten. Das ist was ganz anderes !

Gutes Gelingen



Materialien



Es gibt wie gesagt die Holzweichfaserplatten und Heraklithplatten.
Dabei wiederum magnesithgebundene (bestens atmungsaktiv und eben nicht tot ummantelt, wie die zementgebundene) und die bereits erwähnte zementgebundene.
Trotzdem sollte jede Variante der Innen- bzw. Außenaufdopplung als Wärmedämmsystem, bauphysikalisch durchgerechnet werden.
Sonst kann es passieren, daß nach 5-7 Jahren (mehr oder weniger!!) diese Ebenen derart durchfeuchten, daß es zu gravierenden Bauschäden kommen kann.
Es sollten stets Tauwasserausfallberechnungen vorgenommen werden.
Laxe Ferndiagnosen können tödlich sein!
Sollte es zu Entscheidungen hinsichtlich Innenwanddämmungen gekommen sein, so sind diese dann homogen in ein Lehmausgleichsbett zu montieren.
Mechanisch zu befestigen und nachher mit einem 2-lagigen Putz und Gewebeeinlage zu verputzen.

Grüße Udo



Multipor



= Porenbeton WLG 045, also eher nicht geeignet für's Fachwerk