Innendämmung

10.02.2003



Ich habe mein kleines Fachwerkhaus (Reihenendhaus) entkernt. Als Dämmung für die Vorder- u. Rückseite soll innen Isofloc eingeblasen werden. Als Dampfsperre soll eine OSB-Platte fungieren die abschließend mit Rigips beplankt wird. Wieviel cm isofloc wären als Dämmung außreichend (Fachwerk ca. 15cm) und mit welchen Kosten muß man in etwa rechnen? Ist eine zusätzliche Folie (isover o.ä.) notwendig?



Innendämmung



Es fehlen Information für eine genauere Antwort:
1. Wie niedrig soll der U-Wert sein ?
2. Bleibt das Fachwerk außen sichtbar oder wird es beplankt?
3. Welche Ausfachungen sind vorgesehen?
Die Firma Isofloc hat einen guten Katalog herausgegeben mit verschiedene Wandkonstruktionen.
Ich würde auf jedem Fall eine innere Konterlattung auf den Fachwerkständern vernageln und nochmals Isolieren (d=ca 4cm). Damit werden Kältebrücken vermieden. Auf jedem Fall reichen heute 15cm alleine nicht mehr aus.
Wie gesagt ein bisschen mehr müsste man schon wissen.
mfg
J.E.Hamesse



innendämmung / Fachwerkhaus



Hallo Frank !
Grundsätzlich sind Innendämmungen nie ganz unproblematisch... Wie auch immer -wenn du Deine Fassade erhalten möchtest ,bleibt nur dieser Weg. Auch wenn es im Wandaufbaudetail Sinn macht,theoretisch mit einer Dampfbremse zuarbeiten,möchte ich Dir davon abraten.Bedenke das denn der Dampf sich den Weg durch die Decke sucht und dann ,nicht auf der ganzen Fläche kondensiert,sondern in konzentrieter Weise da, wo Du Tauwasser überhaupt nicht haben solltest---
nämlich an deinen Balkenköpfen.vielleicht dimmensionierst du Deine Dämmung lieber so das Du
mit einem offenen Aufbau mit Glaser Diagramm, noch
die Verdunstung erreichst ,die etwas höher liegt als Dein Tauwasseranfall. Das hat zur Folge das du Dich unter Umst. von einem so hochgedämmten Aufbau verabschieden musst.Noch besser Du klebst
Dämmstoff X (z.B.Schilfrohrplatten)in Lehmputz an Deine vorhandene Wand.
Bei Tauwasseranfall erfolgt nämlich ein sogenn.
kapilarer Wasserrücktransport ,der Lehm könnte hier einiges kompensieren.Auch bei nicht so dicken Innendämmungen ist der Dämmeffekt erheblich.Ich denke, ein Niedrigenergiehaus im Sinne der neuen Wärmeschutzverordnung wird das dann nicht mehr.--Aber Deine Fachwerkkonstruktion
wird es Dir danken.



Innendämmung/weitere Informationen



Vielen Dank erstmal für die prompten Antworten. Herr Hamesse hätte gern noch weitere Infos:
1. Der U-Wert sollte natürlich so gering wie möglich sein (ca. 0,5)
2. Das Fachwerk bleibt an der Vorder- u. Rückseite außen sichtbar (keine Beplankung), die einzige Giebelseite soll später außen gedämmt werden.
3. Die Ausfachungen an Vorder- u. Rückseite bleiben erhalten und bestehen aus Lehmsteinen und einem Zement-Außenputz.
Der Vorschlag von Hans-Günter klingt auch interessant. Wie hoch wäre denn der Dämmeffekt z.B. bei einer 5cm Schilfrohrplatte?



Innendämmung / Daten



Hallo Frank ...
Daten : Wie stark sind Deine Fachwerkwände /Putz
o.ä. ,wie hoch schätzt Du den Anteil an Ausmauerung bzw.den Holz anteil Deiner Wand?
Bis dahin.... Hans Günter



Innendämmung/Daten



Hallo Hans Günter,
Daten: Fachwerkstärke ca.16cm
Außenputz der Gefache ca. 2cm Zementputz
Innenwand zum größten Teil mit Lehmputz verstrichen (ca. 2cm)
Den Holzanteil würde ich ca. auf 40% schätzen. Kannst Dir ja mal das Foto in meinem Profil anschauen.
Frank



Fachwerkdämmung



Ein U-Wert von 0,5 entspricht der Wert von der Wärmeschutzverordn. von 1995. Als Vergleich kann dieser Wert mit ein 36er porosierter Hochlochziegel erreicht werden (Poroton, Unipor)
mit einer Lambda Wert (Wärmeleitfähigkeit) von 0,30. Dies entspricht wiederum der Wert des Leichtlehms mit Blähton. Dies als quantitative Theorie. Jetzt zur Qualitativen: Ein Wand (Ausfachung inclusive) aus Strohlem könnte dabei mit U = 0,5 auf 30cm reduziert werden. Damit wird ein fantastisches Raumklima erreicht. Die Idee mit den Schilfohrplatten ist noch besser, die Stärke der Wand wird auf 24cm reduziert.
Damit wird die innere Feuchtigkeit auf der gesamte Wand verteilt und wieder diffundiert, das Schilffrohr übernimmt ein Teil der Dämmung.
Noch ein Hinweis: Entfernen Sie der Zementputz im Außenbereich, er arbeitet als Dampfsperre und vermeidet dass die Feuchtigkeit nach Außen entweichen kann. Ersetzen Sie den Zementputz durch einen offenporigen Kalkputz und ein entsprechender Haftputz für Lehm.
mfg
J.E.Hamesse





Hallo Frank..
Ich war viel unterwegs, deshalb meine etwas spätere Antwort ...
Die kann der Antwort von Herrn Hamesse nichts mehr hinzufügen.----wenn`s dann ans schaffen geht und Du Verarbeitungsfragen hast, im Bezug auf die lehm/Schilflösung,--melde Dich ...
grüsse... Hans Günter



Fachwerkdämmung



Vielen Dank für die Auskünfte ! Hat mir sehr geholfen. Nette Grüße , Frank.



Innendämmung / noch eins....



....sollte es bei Dir zur Ausführung der besprochenen Lösung kommen--verwende eine "offene"
Wandfarbe,sonst ist die physikalische gewollte Funktion eingeschränkt bzw.aufgehoben.z.B. eine Kalk-oderMarmorKaseinfarbe.Du bist ja vom Fach...
Also dann...Mut zur Farbe
Grüsse... Hans Günter