Innendämmung bei Feldsteinmauer/ Gewölbe in Fensterlaibung

05.08.2020 Sebl


Hallo Zusammen. Nachdem die Google suche mich jetzt schon öfter hier in dieses Forum gelotst hat, hab ich mich nun auch einmal angemeldet.
Ich Wohne in einem von meinen Eltern (weitestgehend) übernommenen Bauernhaus aus 1812. Nächstes Jahr möchte ich die Küche angehen. In dem Bereich sind die Feldsteinmauern (fichtelgebirgsgranit) ca. 85cm Stark, das Fensterbrett hat ca 63cm bis zum Holzfenster. Die Laibung macht Richtung Wohnraum ca. 15-20CM auf, ist also Schräg zum Fenster. Darüber befindet sich ein Gewölbebogen. Die Holzfenster (ca. 20 Jahre alt und ohne Bisheriges Streichen in Top zustand) sind aber Rechteckig.)
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die Küche mit Multirpor WI Platten 60 oder 80mm von Innen zu Dämmen. Vor Außendämmung hätte ich bei der Mauer starke Bedenken.... Die Küche Steht mit der Ecke, wo die zwei Fenster sind in Richtung Westen/Wetterseite. In der Vergangenheit gabs in dem Eck immer mal wieder Schimmel an der Wand. Meine Eltern sind dem mit einer Heizwendel im Sockelbereich und einer Hinterlüfteten Panelwand begegnet.
Durch die Tiefen Laibungen hab ich ja gehörig Fläche bei der es umso wichtiger ist, die Laibungen mit der Dämmung mit zu erschlagen. Leider sind die Fenster sehr knapp eingemessen und Eingeputzt, es bleibt gerade genug luft um die Fensterflügel zu öffnen.
Muss unter das Fensterbrett dann auch eine Laibungsplatte oder wie wird das Gehandhabt?
das Detail das mir eignetlich kopfzerbrechen bereitert ist der Gewölbebogen. Wie kriegt man da Laibungsplatten hin? So Schmal Stückeln und dann mit Leichputz wieder zum Bogen Abziehen?.
Demnächst werde ich im Flur schon mal mit den Multipor Platten "Üben".
Gibts von jemandem von euch Vorschläge?
Bilder kann ich heute Nachmittag nachreichen.

Gruß
Sebastian



Bruchsteinmauer dämmen



mit 85 cm Mauerwerk hast Du natürlich eine ordentliche Speichermasse. Die machst Du Dir mit einer Innendämmung nicht nutzbar, mit einer Außendämmung schon.
Wie heizt Ihr momentan ? Über die Rahmenbedingungen für Schimmelbildung kannst Du Dich im Netz informieren, jedenfalls haben Deine Eltern mit der Erwärmung der Wandoberfläche schon eine gute Entscheidung getroffen, die hinterlüftete Paneele ist nicht so eine gute Idee, weil dann die warme Raumluft erst recht hinter die Paneele zieht, die verhindert aber, dass sie die Wand erwärmen kann und es kommt zu Kondensatausfall. Unsere Bruchsteinwände sind nur 65 cm dick, aber mit Schimmel haben wir in der Küche selbst bei immensem Kochgeschehen keinen Schimmel. Wie ist denn der Wandbelag, was ist auf den Wänden drauf.
Geh doch mal auf ubakus.de, dort kannst Du nach einer kostenfreien Anmeldung mal die Szenarien durchspielen, die angezeigten Feuchtewerte stimmen bei der Innendämmungsvariante nicht, weil die Wirkung der Kapillaraktivität vernachlässigt wird, aber die Temperaturverläufe an der Oberfläche und in der Wand sind gut simulierbar.
Die Kosten einer Dämmung sind natürlich wesentlich davon abhängig, wieviel Du selber machen kannst.



Innendämmung bei Feldsteinmauer/ Gewölbe in Fensterlaibung



Ich weiß nicht genau wie Akut das Schimmelproblem aktuell ist. Mein Vater meint, dass das in der Vergangenheit "Hausgemacht" war. Das Haus gehört zu einem Landwirtschaftlichen Betrieb und in der Vergangenheit wurde dort auch viel Viehfutter gekocht (Kartoffeln für die Schweine etc.) Ich könnte mir vorstellen dass viel von dem Schimmel auch von da ursprünglich her gekommen ist. Auch war wohl mal eine Dachrinne bzw. deren Abfluss in den Kanal verstopft.
Das Haus steht direkt auf "Taubem Fels" wie man bei uns sagt, also verwitterter Granit mit einer gewissen Reststabilität. Keller gibts im ganzen Bau keinen.
Du schreibst was von der Speicherfähigkeit.... Würde es dann nicht ewig dauern bis das haus mal "Satt" ist?
Ich hab halt Angst dass das Haus Absäuft wenn man außen dicht macht.

Geheizt wird Zentral mit einer Scheitholzheizung/Holzvergaser mit 30kW aus eigenem Wald und in der Küche örtlich im Winter und Übergangszeit mit einem Kachelofen. Die Heizung hat 3000L Pufferspeicher. An durchschnittlichen Wintertagen mit ~-5°C was hier im Fichtelgebirge keine Seltenheit ist, reicht ein Schürintervall von 24h im Schnitt aus. Wenns kälter wird können auch schon mal 16 oder 12h draus werden, aber da sprechen wir dann von -15°C.
Heizkörper sind bis auf wenige Ausnahmen schon moderne Kermi Konvektionsheizkörper

LG Sebl

edit:

Ubakus hab ich die letzten wochen schon ausgiebig in anderen bereichen bedient, hab mir jetzt soger für die oberste Geschossdecke die Plus version gegönnt, könnte durchaus Hilfreich sein...

Ahja und machen möchte ich das Allermeiste selbst, bzw. hab ich im Bekanntenkreis Maurer und Schreiner, ersterer aber ohne Erfahrung im bereich Kalziumsilikat u.ä.



Außendämmung



bei entsprechender Dämmung (Mineralwolle oder Holzfaser) außen, säuft Dein Haus nicht ab. Dann nutze mal Deine Ubakus-Plus Version und modeliere mal eine 100- er Außendämmung mit Mineralwolle von Weber. Da wirst Du sehen, dass null Kondenswasser anfällt. Ja, vielleicht dauert es eine Weile, bis das Mauerwerk im Herbst " satt mit Wärme" ist, dafür hält es eben auch länger die Wärme, auch im Frühjahr. Gemeinhin wird von einer wesentlichen Erhöhung des Wohnkomforts geschrieben, weil die kalte Strahlung von der massiven Wand gemildert wird.
Ein positiver Nebeneffekt wäre, dass Du Dir das Geattel mit den Fensterleibungen sparst.




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