Innen und Aussenwände komplett verkleidet. Was muss ich wissen

08.10.2018 Herr Yonnik



Hallo zusammen,
Ich lebe in einem Fachwerkhaus, welches aufgrund nicht zu rettender Innenbalken neue Balken bekommen hat, welche komplett verkleidet worden sind. Sowohl die Aussenwände innen sowie Wände im Innern des Hauses wurden komplett mit Fermacellplatten geschlossen, wie auf dem Foto ersichtlich.

Jetzt habe ich schon etwas über eine solch falsche Sanierung gelesen, aber es nicht ganz verstanden. Könnte mir bitte jemand erklären, was das fatale ist? Wenn ich richtig verstanden habe, die kalte Luft, die hinter dem Fermacell kondensiert und als Tropfen innen an der Wand herunterrinnt. Ist das so korrekt?

Aber diese kondensierte Luft kann doch durch das Fachwerk und die Lehmaussenwand verdunsten oder nicht?

Bitte um Erklärung, ob ich mir jetzt sorgen machen muss. Es riecht nichts nach Schimmel aber ich kann leider als Mieter schlecht hinter die Wände gucken.
Die Sanierung ist 16 Jahre her, wie lange hält ein derart gemachter Ausbau?
Gruß
Yonnik



Noch ein Bild..



..der Innenbalken.



Mieter



Nach meiner Erfahrung mit Holz und Rigips verkleideten Innenwänden muss nicht unbedingt etwas passieren. Ich habe bei mir entsprechende Konstruktionen die in den 70er Jahre mit Styropor oder alukaschierter Glaswolle isoliert wurden. Darauf waren dann Rigips oder Holzbretter. Abgesehen von den Schäden durch Marder und Mäuse war da nichts an der Konstruktion zu finden. Ich hab das alles ausgeräumt, vor allem da die Isolierwirkung durch die "Umbaumaßnahmen" des Marder quasi nicht mehr existent war. Also bei mir hat das 40 Jahre gehalten und wäre auch für das Haus nicht weiter schädlich gewesen. Nur die Isolierwirkung war nicht mehr ganz zeitgemäß.

Wenn gut gelüftet wird und die Konstruktion ohne Hinterlüftung mit Raumluft und einer funktionierenden Dampfsperre gebaut wurde, kann der Aufbau auch korrekt sein. Mit den wenigen Angaben lässt sich da kaum eine belastbare Aussage machen. Wenn das ganze dann schadenfrei ist und keine Gerüche auftreten würde ich nichts daran machen. Als Mieter dürfte das auch nicht ihre Aufgabe sein.

Was macht sie so sicher, dass die damalige Renovierung falsch ausgeführt wurde?



Erstmal vielen Dank...



... für ihre ausführliche Stellungnahme!

Was mich vermuten lässt, dass der Aufbau aus heutiger Sicht falsch ausgeführt wurde, ist, dass ich an vielen Stellen hier im Forum bei meinen Recherchen gelesen habe, dass es schlecht und falsch sei, auf solch eine Art und Weise ein Fachwerkhaus neu aufzubauen.

Die Sanierung, bei der nur noch das Holzgerüst stand, wurde 2002 durchgeführt, von einer Firma, die nachweislich mehrere Fachwerkhäuser saniert hat.
Warum mich das interessiert ist, weil ich vorhabe das Haus zu kaufen. Es riecht nichts nach Schimmel und das haus macht einen sehr guten Eindruck, auch wenn es untypisch von innen verkleidet ist, hat man den Vorteil normaler gerader Wände und Decken im Inneren.

Gruß
Y