Ideen für Bodenaufbau/Schüttung/FBH auf Kappendecke gesucht

24.01.2022 pumuckli


Hallo zusammen,
ich saniere ein altes Bauernhaus, das EG ist fertig, jetzt gehts ein Stockwerk höher. Aktuell beschäftigt mich folgende Frage:

Ich habe eine Kappendecke (statisch alles geprüft und saniert) mit einer Schicht Magerbeton. Darauf muss nun ein Bodenaufbau, da das Niveau der Decke aber deutlich niedriger als der Rest der Decken ist und viele Leitungen/Rohre/sonstige Konstruktionen am Boden sind, brauche ich irgend eine Schüttung, mit der ich knapp 20cm ausgleichen kann. Das Ganze soll dabei möglichst leicht sein (wegen der Kappendecke drunter). Darauf soll dann im Endergebnis ein FBH System, darauf dann Fliesen im Bad und Dielen in den restlichen Räumen.

Im EG habe ich mit Glasschaumschotter/Cemwood/Litotherm gearbeitet und bin sehr zufrieden mit der Lösung, für oben suche ich nun aber was anderes, da die Lithotherm Steine schon sehr schwer sind, und dazu eine Schüttung mit Cemwood auf knapp 20cm auch ordentlich ins Geld geht.

Die Ideen waren nun:
- Schüttung Perlite, Trockenestrichplatten drauf: An sich bin ich kein Freund von noch nachzuverdichtenden Schüttungen, da stelle ich mir es schwer vor auf eine gerade, auf die richtige Höhe abgezogene Fläche zu kommen.
- Schüttung Blähton (z.B Liaporfit), darauf dann ein Trockenestrich oder eine trittfeste Holzweichfaser?


Hat hier noch jemand Ideen, wie ich den Bodenaufbau gestalten könnte? Ich bin also zum einen auf der Suche nach einer Schüttung/anderen Lösung gut 20cm auszugleichen, auf der anderen Seite auch nach einem Fußbodenheizungs-System, das mit Lagerhölzern zum Dielen Verlegen und gleichzeitig am besten mit Fliesen funktioniert (wie meine Litotherm Platten im EG).

Vielen Dank!



Gebundene Schüttung



Gegenfrage: Sind die 20 cm, die du auffüllen musst, bis OKFF gemessen? Oder ist das "nur" die Schüttung, auf die der weitere Aufbau ( Heizestrich + Bodenbelag) noch oben drauf kommen?

Anyway, ich denke, wenn du es mit dem Abziehen von leichtem losem Material nicht so hast, könntest du z. B. den Blähton mit einer dünnen "Plörre" aus klebrigem Kalk-Haftputz vermischen. Die Haftputz-Suppe muss so dünnflüssig sein, dass sie die Blähtonkügelchen nur dünn umschließt, damit sie zusammen kleben. Sie muss nicht die Hohlräume zwischen den Kügelchen ausfüllen. Mit der 4/8er Körnung (nur Kugeln, kein gebrochener Anteil) habe ich das schon ein paar Mal gemacht. Da die Kügelchen rund sind, gibts da auch nichts zu verdichten. Wenn du die lageweise einfüllst, beim Einfüllen die Masse durch kurzes, oberflächliches "Verreiben" mit der Schaufel leicht "zusammenrüttelst" und dann die Oberfläche abziehst, haben sie sich selbst schon so verdichtet dass es nicht weiter verdichten geht. Du würdest nur die spröden Kügelchen zertrümmern. Da sich die Kugeln sofort mit einander etwas verkleben, fliegt (Perlite)und rollt (trockener Blähton) auch nichts mehr unkontrolliert rum. Wenn der Haftmörtel dann getrocknet und fest ist, ist das Ganze sehr druckfest und auch zum Weiterarbeiten begehbar. Nur sollte man darauf nicht unbedingt "mit den Hufen scharren", um die Oberfläche nicht aufzureißen. (die ersten Tage evtl. ein paar Schaltafeln auslegen)
Zum Abziehen könntest du dir ein paar gerade Dachlatten oder schmale Bretter auf die benötigte Höhe ausrichten und darüber dann abziehen. Wenn ein gegossener Heizestrich rein kommt, kommt es bei der Höhe und der Ebenheit auch nicht unbedingt auf den mm an. Geringe Unterschiede kann man auch mit dem Estrich noch ausgleichen.
Der Nachteil einer solchen gebundenen Schüttung ist, es dauert einige Zeit, bis das Anmachwasser des "Klebers" raus verdunstet ist. So lange sollte das Ganze nicht dicht abgedeckt werden.

Gruß,
KH



Trocken ist an sich gut



Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Die 20 cm sind tatsächlich nur Schüttung, insgesamt habe ich ca 27 cm auszugleichen... I

ch glaube ich habe mich falsch ausgedrückt, ich habe grundsätzlich überhaupt nichts gegen das abziehen einer trockenen Schüttung (habe das mit dem Cemwood im EG bisher überall so gemacht), ich bin mir aber nicht sicher ob das mit dem trockenen Perlit, das man ja verdichten soll, bei der Höhe so easy geht. Außerdem würde ich gerne direkt auf die Schüttung eine Holzweichfaser, da dann direkt die FBH im Trockensystem drauf, da bin ich auch unsicher ob das mit dem Perlit so geht, oder obs da nicht doch zwingend einen Trockenestrich braucht.

An sich hört sich die Lösung aber schon einmal machbar an, darauf dann mit Fließ/Trockenestrich weiter (ich tendiere zu allem ohne Wasser und ich denke der Trockenestrich ist auch wieder um einiges leichter als ein Fließestrich), oder könnte ich da auch direkt mit der HWF und Fußbodenheizung weiterbauen?



Es hilft schon 'mal,



sich die Anwendungsempfehlungen des Herstellers anzuschauen und nicht, falschverstandener Sparsamkeit wegen, sich für eine Hohlraumschüttung fehlzuentscheiden.

Insgesamt sind die Risiken so großer Schütthöhen derart, daß ich da keinesfalls so arbeiten würde. Eine Gebundene Schüttung bietet eine bessere Basis.

Grüße

Thomas



Danke



Thomas, mein bisheriger Plan war mit Liaporfit (trocken, aber als tragfähige Ausgleichsschüttung zugelassen) oder bitumierten Perliten aufzufüllen, also nicht mit einer Hohlraumschüttung. Am liebsten würde ich Cemwood nehmen, das habe ich wie schon geschrieben schon erfolgreich eingesetzt, aber ich überlege wie/ob ich die 3500€ die das kosten würde zu einer irgendwie kleineren Summe kriege :).

Zum letzten Kommentar denke ich muss ich nichts sagen hier.



Wie gesagt,



...meine Wahl wäre eine zementär gebundene mineralische Schüttung aus vorzugsweise Blähton (Maxit Clay, Liapor...). Waagerecht abgezogen.