Horizontalsperre Bohrkernverfahren ?

17.11.2016 Maximilian



Ich erwäge, eine Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit mittels Bohrkernverfahren in Eigenleistung zu machen. https://de.wikipedia.org/wiki/Horizontalsperre#Bohrkernverfahren
Es geht in Summe um ca. 8 Laufmeter einer sehr alten Vollziegelmauer, ca. 50 cm dick. Das Haus hat keinen Keller.
Ich konnte bis jetzt aber nicht in Erfahrung bringen, welches Produkt üblicherweise verwendet wird, um die Bohrlöcher zu verfüllen.
Bei jeder Beschreibung des Bohrkernverfahrens wird von einem „dichten Mörtel“ oder „Sperrmörtel“ gesprochen.

Was nimmt man da am besten?
Mörtel oder Beton mit Dichtzusatz? Z.B. http://www.hornbach.de/shop/Bostik-A-603-Dichtzusatz-Beton-und-Moertel-5-Liter/5991963/artikel.html ?
Dichtschlämme starr? Z.B. http://www.hornbach.at/data/shop/D04/001/780/499/814/63/6073240_Doc_02_AT_20160912203712.pdf wäre schon teuer.
Reparaturbeton ist zu teuer.
Normaler Trockenbeton gemischt mit Dichtzusatz und Dichtschlämme und Quellmörtel?



Jetzt sag



aber nicht, dass du die Bohrkronen auch bei Hornbach kaufen willst!
Sorry aber ich finde deine Idee verrückt.



die gute alte aufsteigende Feuchtigkeit...



... wahrscheinlich Kondensat am Wandfuss weil man dort Wärme sowohl nach aussen als zum Fundament / Erdreich verliert.

Lösung:

lüften
heizen
aussen dämmen
ev. Feuchtigkeitseintritt vom Fussboden minimieren



Horizontalsperre Bohrkernverfahren ?



Wahrscheinlich sollte ich etwas über das Haus schreiben:

Bei großen Teilen der Mauer wurde schon vor fast 30 Jahren vom Vorbesitzer eine Horizontalsperre durch Mauertausch hergestellt. Die Sperrschichten wurden durch Bitumenmatten in einer Lagerfuge der getauschten Mauerteile hergestellt. Diese Horizontalsperre hat sehr gut funktioniert, die Mauer ist an diesen Stellen jetzt noch trocken. An vielen Stellen sind sogar 25 Jahre lang Einbaumöbel an diesen Wänden gestanden und die waren nach dem Abbau hinten trocken und frei von Schimmel.

Die Horizontalsperre wurde damals bei jenen Teilen der Mauer nicht hergestellt, die verdeckt waren, z.B. durch alte Kachelöfen, oder Installationen für Heizung usw., oder bei Mauerteilen die damals nicht als Wohnräume genutzt wurden. An den Stellen ohne Horizontalsperre ist die Mauer nass. Auch diese Mauerteile sollen jetzt mit einer Horizontalsperre versehen werden, weil sich 1. die Nutzung geändert hat und 2. eine Wärmedämmung außen angebracht werden soll.

Zur Zeit des Einbaus der Horizontalsperre wurde auch der Boden „getauscht“, also anstatt Bretterboden auf gestampfter Erde wurde ausgehoben, Rollierung, Feuchtigkeits- und Wärmeisolierung, Betonplatte, Estrich und Fliesenboden angebracht (nach Angaben des Vorbesitzers – stimmt wahrscheinlich auch).
Damit statisch sicher nichts passieren kann, wurde damals vor dem Mauertausch außen ein Betonsockel angebracht, welcher die Trennfuge (Gleitfuge) 40 cm nach oben überragt und der natürlich bis heute besteht.

Methusalem, aus welchen fachlichen Gründen findest du die Idee verrückt? Welche Alternativen zur Sanierung würdest Du vorschlagen?

Yugomon, warum meinst du, dass es sich nicht um kapillar aufsteigende Feuchte, sondern Kondensat am Wandfuß handelt? Dort wo die bestehende Horizontalsperre ist, dort ist die Wand trocken, wo sie nicht ist, ist sie nass.



neues aus dem Kaffeesatz



Es kann sich hier um kleine Abweichungen handeln - es geht um das Gleichgewicht zwischen Auffeuchtung und Trocknung.

Wurde der Fussboden in den jetzt noch betroffenen Räumen ausgetauscht ? Oder ist das noch der alte Bretterboden auf gestampfter Erde ? Bitte darauf achten dass die Wärmedämmung UNTER dem Beton landet, dann "heizt" die Bodenplatte den Wandfuss mit.

Was für Ziegel wurden beim Tausch verwendet ? Vollziegel, oder moderne Hochlochziegel ? Die Hochlochziegel dämmen natürlich etwas besser. Auch das macht einen kleinen Unterschied.





10 cm Bohrkerne (Lt. Wiki Link überlappend), 50 cm Mauer, 8 m Länge


das sind 100 Bohrungen à 50 cm, nacheinander, zwischendurch Trocknung des "Sperrmörtels" bis zum Erreichen der vollen Belastbarkeit.
haben die genannten Mat. für diesen Zweck die nötige Festigkeit?

hört sich recht langwierig an.

Ich kann nur berichten, dass ich dort, wo die ungedämmten historischen Fußböden erhalten geblieben sind (Terrazzo) am Wandfuß Kondensat habe, während 5 m weiter, im selben Raum, dort wo der Fußboden erneuert wurde (incl. Iso) kein Kondensat ist.
Dieser Kälte Effekt ist so stark, dass an den betroffenen Wänden an einzelnen Stellen auch auf der anderen Wandseite (Isolierter neuer Fußboden) Kondensat auftritt, weil eben die ganze Wand unten auskühlt.
Der Vorgang betrifft auch nur den Putz und nicht etwa die ganze Dicke der Wand und auch vornehmlich im Sommer (Heizungsrohre dort laufen zu lassen hilft also nicht)

Eine fehlende Sperre spielt in meinem Falle ganz sicher keine Rolle, weil es sich um innenliegende FW-Wände handelt, die verputzt sind.
Da ist die Schwelle eine ideale Sperrschicht. Die Temperaturmessung zeigt, dass an den betroffenen Stellen die Oberflächentemperatur lediglich 1,5 - 3° niedriger ist. Das reicht.

Ich würde wie geplant den Boden neu machen und außen Isolieren (und heizen). Die Mauer würde ich so lassen wie sie ist.

ich denke, dass in dem vor 30 Jahren renovierten Abschnitt nicht die Horizontalsperre die Lösung ist, sondern der isolierte Fußboden.

gruß

GE



Horizontalsperre



Wie feucht ist Ihre Wand?
Gemessen über den Querschnitt von innen nach außen, wie ist es innen nach oben?
Welche Werte haben Sie gemessen (Durchfeuchtungsgrad)?
Wie hoch ist der Salzgehalt?

Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Bringen Sie ein paar Fotos vom betreffenden Wandabschnitt, innen und außen. Bis dahin können Sie das Bohrgerät ruhig beim Maschinenverleiher lassen.



Aufgrund der gestellten Fragen noch mehr über das Haus



Nach Auskunft des Vorbesitzers ist der gesamte Fußboden ausgetauscht worden, also überall im Erdgeschoß (es gibt keinen Keller). Es ist auch überall Fliesenboden auf Estrich vorhanden. Die Trockenheit des Estrichs an den Stellen, wo die Fliesen entfernt wurden und die Bodenoberflächentemperaturen sprechen eher dafür, dass unter Estrich und Betonplatte tatsächlich Feuchtigkeitsisolierung, Wärmedämmung und Rollierung sind, wie vom Vorbesitzer angegeben.
Das scheinen meine „Probebohrungen“ zu bestätigen, allerdings kann man das nur schwer sagen, wenn man einfach mit der Schlagbohrmaschine durchbohrt.

Ich habe an einer Stelle den Putz abgeschlagen und fotografiert, wo die Horizontalsperre unterbrochen ist. Auf dem Foto ist links die getauschte Mauer mit der Horizontalsperre, rechts die alte Mauer aus Vollziegel. Die alte Mauer ist unten, direkt beim Estrich, sehr feucht, wobei die Feuchte nach oben hin schnell abnimmt (jetzt noch schneller, weil die Austrocknung nicht von einer Putzschicht behindert wird). Auf der Außenseite sieht es ähnlich aus – die Feuchtigkeit der Mauer nimmt nach oben hin schnell ab. Ich konnte keine wesentlichen Schädigungen durch Salze feststellen.



Noch etwas



Damit man sich die bauliche Situation noch besser vorstellen kann, habe ich einen Grundriss des Hauses (mit angedeuteten Dachflächen) und einen Schnitt durch den hofseitigen Bauteil mitgesendet.

Der hofseitige Zubau, der Austausch des Bodens und die Horizontalsperre waren Teil eines Ausbau- und Sanierungskonzepts, welches der Vorbesitzer, gemeinsam mit lokalen ausführenden Firmen, von den 1970er Jahren bis 1990 umgesetzt hat, entsprechend dem damaligen Stand der Technik. Jetzt, nach fast 30 Jahren Nutzung, werden Ausbau und Sanierung als gelungen angesehen.

Mit der Vervollständigung der Horizontalsperre und dem Anbringen einer Außendämmung beim hofseitigen Bauteil wollte ich die damalige Sanierung weiterführen. Ohne Vervollständigung der Horizontalsperre wäre es wahrscheinlich nicht sinnvoll eine Außendämmung anzubringen.



Anscheinend



geht nur ein Bild pro Antwort. Also jetzt noch der Grundriss (Ansicht von oben mit angedeuteten Dachflächen)
Weiter hinten im Hof stehen Nebengebäude (Wirtschaftsgebäude). Die sind auf diesem Grundriss (bzw. Ansicht von oben) weggelassen. Das Haus ist auf dem Grundriss rechts sehr nahe an der Grundstücksgrenze, man darf nach rechts also keine Fenster machen.
Ach ja, die mitgesendeten Bilder, Foto und Schnitt, sind sehr groß. Man erkennt die wesentlichen Details am besten, wenn man sie in voller Größe öffnet.



Abdichtung



Leider ist das Foto so schlecht das man nicht genügend Details erkennen kann.
Zu den geschilderten Sanierungsmaßnahmen kann ich nur sagen das sie völlig überzogen und in manchen Teilen unsinnig waren.
Ich bin immer noch nicht von Ihrer These mit der Kapillarfeuchte überzeugt. Leider fehlen exakte Werte um beurteilen zu können a) ob etwas und b) was gemacht werden sollte.
Dafür braucht es Messwerte wie ein Feuchteprofil durch die Wand, die Bestimmung des Salzgehaltes und des Durchfeuchtungsgrades.
Ohne diese Werte arbeiten Sie und die beauftragten Firmen nach Gefühl und dem Hörensagen.
Noch zwei Fragen zum Schluß:
Ist der vorgesetzte Betonklotz auch am noch nicht abgedichteten Bereich vorgebaut?
Ist Ihnen mal der Gedanke gekommen das es auch noch andere, vielleicht billigere und einfachere Verfahren zur nachträglichen Abdichtung geben könnte?