Fachwerk

16.02.2006



Ich möchte ein Carport erstellen in Fachwerkbauweise, wobei die Gefache ausgemauert werden sollen.

Meine Frage ist, welche Holzarten sind hiefür nach DIN zulässig?

Vielen Dank Gruß
Sönke Wendt



Auf Anhieb fällt mir kein Holz ein,



dass nicht zulässig wäre. Besonders widerstandsfähig ist sicherlich Eiche. Für einen Carport tuts aber sicherlich auch Fichte, Kiefer oder aber wieder etwas besser weil wiederstandsfähiger: Lärche.



Vielleicht...



...Pappel?
Natürlich als Nichteinsetzbarkeit!
Wäre für unsere vielen "billigbauenundumsonstabfragendebaumarktenthusiasten" die preiswerteste Alternative.

Verholzte Grüße
Udo



Hallo Udo



gibt's Pappel wirklich im Baumarkt?
Wahrscheinlich gibt es auch noch ein zwei andere Holzarten die nicht funktionieren, wie wäre es z.B. mit Buche, ich bin gespannt auf weitere Antworten.



Die verschlungenen Wege!



Ich dachte da so an die Variante: Große dicke Pappeln werden gefällt und man bekommt diese für'n Appel und Ei-Preis.
Einschneiden lassen bei einem Bekannten mit z.B. mobilen Sägewerk und dann einfach draufloszimmern.

Grüße



Überaschung und wie war das mit der Aufzäumrichtung der Pferde?



Guten Tag, Pappel ist gemäß europäischer Baunormen als Bauholz zulässig und in eine (geringe) Festigkeitsgruppe eingeteilt. Wenn das Holz entsprechnd der europäischen und nationalen Vorschriften richtig sortiert und gekennzeichnet ist, darf es verwendet werden. (Erfordert auch statische Berechnung nach der neuen DIN 1052) Denkt doch einmal an die armen Niederländer, die haben gar nicht so viel anderes Holz.
Wir können jetzt gleich zum zweiten Punkt überleiten:
Es ist zu überprüfen, welche Gefährdungsklasse nach DIN 68800 vorliegt. Dann kann man entscheiden welches Holz ohne bzw. mit chemischem Holzschutz zulässig ist. Wenn man sich an die alte DIN 1052 hält, die noch bis Ende 2007 parallel zur neuen gültig ist, gibt es dort eine Liste der zulässigen Bauhölzer, in dieser Liste kommt Pappel nicht vor.)
Jetzt zur Gefährdungsklasse:
Ein Sichtfachwerk ist ein bewittertes, tragendes Außenbauteil. Das bedeutet Gefährdungsklasse 3, ohne chemischen Holzschutz ist hier nur splintfreies Eichenholz oder einige nicht heimische Hölzer zulässig. (Die Dauerhaftigkeit von Hölzern wird in DIN EN 350-2 beschrieben. Es geht um Stiel- oder Traubeneiche, amerikanische Roteiche ist nicht widerstandsfähig!)
Alle anderen in den vorherigen Beiträgen genanten Hölzer sind nur zulässig, wenn sie chemisch vorbeugend geschützt wurden!!!!!
Es ist ein Holzschutzmmittel mit bauaufsichtlicher zulassung in den vorgeschriebenen einbringmengen erforderlich. Das Mittel mus die Prüfprädikate P Iv und W haben.
Der bauliche Holzschutz ist TROTZDEM auszuschöpfen. Beispielsweise muss das Holz aus der Spritzwasszone gehoben werden=Sockel.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Aus Pappel macht man -



Holzpantoffeln , Küchen / Schneidebretter , Kuchenschieber
und Blindholz-Mittellagen für furnierte Möbel.
-
Pappel ist ein minderwertiges Holz.

A. Milling



Pappel



Hallo, ich habe nicht gesagt, dass ich Pappelholz für ein gutes Bauholz halte, das tue ich nämlich nicht. Es ist nach Europanormen jedoch als Bauholz zulässig.
Der Sinn der Fragestellung ging ja dahin welches Holz verwendet werden sollte, die Pappel war nur Randgeschehen.
Fest steht: ohne chemischen Holzschutz nur splintfreie Sieleiche oder Bongossi & Co.
Die viel zitierte Lärche ist beispielsweise in gK3 ohne chemischen Schutz NICHT zulässig.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



@ Ulrich,



in meinem Beitrag zu diesem Thema habe ich beschrieben, was man u.a. aus Pappelholz machen kann.
-
Über die Verwendbarkeit dessen als Bauholz, habe ich kein
einziges Wort verloren.
-
Hatte leider nur versäumt zu erwähnen, daß sich Pappelholz
auch hervorragend zur Herstellung von Streichhölzern eignet.
-
Aber, Bitteschön, wenn die EU- Richtlinien besagen,
daß Pappelholz als Bauholz zulässig ist - dann soll es
so sein.
-
Für meinen Teil würde ich aus Pappelholz nicht einmal eine
Hundehütte bauen.
-
A. Milling



Hallo Andreas



Hallo, es war kein böser Wille, daß ich mich nicht weiter auf die Diskussion gemeldet habe. Ich habe wochenlang mit meinem Computer gekämpft. Es ist schön festzustellen, dass wir uns ja beide eigentlich einig sind und nur jeweils den Beitrag des Anderen leicht in den falschen Hals bekommen haben. Bis demnächt Dein Uli Arnold