Fachwerk freilegen - innen - wie Holz behandeln

09.11.2006


Hallo,
wir legen eine Fachwerkwand frei, die verputzt war. Die Gewerke sind mit Bimsstein ausgemauert. Die Holzbalken sind zum Glück alle ok, sehen aber etwas mitgenommen aus. Wir haben sie jetzt erst mal grob "entputzt". Wie kann ich das Holz wieder schön rausarbeiten? Abschleifen? Und wenn ja mit was (ich denke mal, dass es Eiche-Balken sind und die sind steinhart). Und mit was behandle ich sie anschliessend? Leinölfirnis?
Danke schon mal,
Sylvia



es gibt derer viele Arten ...



die Balken zu bearbeiten:
eine elektrische Balkenbürste
mit der Drahtbürste per Hand
mit der Flex mit Topfbürste
mit Dampfstrahler oder JOS-Verfahren
u.s.w
ich arbeite gerne mit Flex und Topfbürste

und danach würde ich mit Leinöl arbeiten

schauen Sie mal bei
www.leinoelpro.de
vorbei und lesen Sie dort

alles Gute

FK



Eiche-Fachwerk muß nicht oberflächenbehandelt werden,



das ist eine reine kosmetische Entscheidung.



man muss nicht streichen...



Aber es sieht schön aus :o)

Wir haben Eichebalken 2x mit farblosem Hartwachsöl von Osmo gestrichen. Nun glänzen die Balken leicht und tief dunkelbraun. Viel schöner als vorher (matt und ausgelaugt).

Ein Balken wurde mit OSMO Landhausfarbe gestrichen - aber beim "anfingern" kriegt man blaue Finger... Also Landhausfarbe von der Firma und Eiche vertragen sich net so gut :o)

Grüße Annette

PS: Wir haben für unsere Flex Schleifscheiben für Metall benutzt - da kriegt man auch Eiche schön mit und die Schleifscheiben halten "eeewig"...





Guten Tag,
entschuldigen Sie, aber irgendwie kann ich es nicht lassen.
Bitte nehmen Sie meine Frage auch nicht persönlich!
Aber warum legen Sie eine verputzte FW-Wand frei? Dem Wunsch nach FW-Dekor im Innenbereich begegne ich recht oft. Die technische Ausführung ist aber sehr oft fragwürdig.
Oftmals sehe ich dann auch noch Baumkanten, die Ausfachungen können dann aber nicht richtig angeschlossen werden und alles endet in einem Kissenputz.
Aus bauhistorischen Gründen kann ich es sowieso nicht nachvollziehen.
Nun gut, Ihr Haus, Ihre Entscheidung, wenn es denn kein Denkmal ist.
Ein Bauherr, war seinerzeit auch hier im Forum, hatte mal für seinen Winkelschleifer größere Topfscheiben besorgt, die mit Kunststofffasern (d=ca. 5 mm) bestückt waren. Damit hat er die Lackierung seiner Treppenstufen rasant schnell entfernt. Das Holz (Frühholz) wurde nicht abgetragen.
Solch guten Ergebnisse hatte ich bis dahin nicht gesehen. Leider habe ich mir den Produktnamen nicht gemerkt, bei Bedarf stelle ich aber gerne den Kontakt her.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies





Herr Kibies,

sieht beispielsweise ein Treppenhaus nicht schnuckeliger aus, wenn man das Fachwerk sieht anstatt diese riesigen hohen nur weißen Wände?...

Ist doch schön, wenn man zeigt, was man hat :o)

Und dafür hat man doch ein Fachwerkhaus, um es anzugucken, sonst kann ich mir auch einen Betonklotz kaufen, wenn ich es weiß und steril (und sauber!) will...

Grüße Annette
(ohne Fachwerk innen, ABER außen...)





Sehr geehrte Frau Tessin,
Sichtfachwerk im Außen- und Innenbereich nach Befund macht Sinn.
Die Ausführung aber nach „Schnuckeligkeit“ zu wählen und zu bestimmen, halte ich für fragwürdig, besonders natürlich in einem Denkmal (in diesem Fall gehe ich mal nicht davon aus). Der Vergleich von verputzten Wänden und „Betonklotz“, hinkt natürlich sehr.
Da die gewünschte Gestaltungsart reversibel ist, kann ich natürlich gelassen sein.
Auch hier bitte: Es ist nicht persönlich gemeint!
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies





Hallo,
vielen Dank erst Mal für die vielen Antworten. Dieses Forum ist wirklich ein Segen.

Warum wir das Fachwerk an der Innenwand freilegen? Na, warum denn nicht? Es ist momentan eine Aussenwand, durch Anbau mit Holzständer wird sie allerdings zur Innenwand des neuen Schlafzimmers. Der Putz muss also auf alle Fälle runter, schön ist der nämlich wirklich nicht. Also bleibt mir entweder neu Verputzen oder Fachwerk frei lassen. Und so haben wir uns für letzteres entschieden. Die anderen Wände im Zimmer werden alle mit Lehm verputzt. Genauso die restlichen Wände im "alten" Haus, die (Bausünde unseres Vorgängers) mit Styropor gedämmt und mit Holz verschalt wurden. Das muss alles raus und wird mit Wandheizung versehen und mit Lehm verputzt. Soweit unsere (Grünschnabel-)Theorie.

LG
Sylvia





Hallo Herr Kiebies,

es fällt schon net um deswegen ;o)

Grüße Annette





Sehr geehrte Frau Tessin,
würden Sie meine Beiträge aufmerksam lesen, hätten sie sich bestimmt die Mühe gemacht, meinen Namen richtig zu schreiben. Ihre Antwort weiß ich entsprechend einzuordnen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



eine "freudsche" Namensverwechslung, Herr Kibies



Die Annette heißt Annette Tessin
und nicht "Frau Monetti!!"





Hallo Herr Schillberg,
vielen Dank für den Hinweis.
Grüße
Bernd Kibies



Wenns denn sein muß...



... rate ich, damit es nicht zur Qual wird, zu einer elektrischen Balkenbürste (Makita oder Festool). Messingbürste reicht vermutlich, bei der Stahldrahtvariante vorsichtig arbeiten, die greift richtig gut. In jedem Fall wird durch verstärkt abgetragenes Frühholz die Oberfläche strukturiert (nur in Faserrichtung arbeiten).

Von reinem Leinöl rate ich ab, das trocknet zu lange und dringt auch nicht gut ein. Leinölfirnis (ggf. etwas verdünnt) oder ein Hartöl z.B. von Naturhaus ist besser geeignet, wenn gestrichen werden soll. Von Öl/Wachsgemischen rate ich ab.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas W. Böhme



Wenns denn sein darf ...



Hallo

dem Satz:
Von reinem Leinöl rate ich ab, das trocknet zu lange und dringt auch nicht gut ein. Leinölfirnis (ggf. etwas verdünnt) […] ist besser geeignet,
möchte ich widersprechen!
Aufgrund des Molekülaufbaus gibt es grosse Unterschiede zwischen Leinöl "kaltgepresst" und dem oxidierten Leinöl (Leinölfirnis).
Leinöl zieht wesentlich tiefer ins Holz ein als Firnis!
Mit der Trocknung haben Sie recht - aber das ist für mich hier kein Argument, da ich auch beim Luftkalkmörtel oder -putz mit längeren Trocken- und anderen Zeiten rechnen muss-mir aber die nachhaltige "Qualität" wichtiger ist.
"Schneller" ist nicht immer besser!

FK



Hallo Florian,



was die Eindringfähigkeit betrifft, habe ich nur meine Erfahrung parat und täusche mich ja vielleicht in Bezug auf Firnis (da gibt es auch sehr unterschiedliche Qualitäten), bin aber fest davon überzeugt, daß ein Hartöl (ich arbeite mit Naturhaus Hartöl Spezial) besser eindringt als Leinöl pur.

Langsam trocknende Öle ziehen gern Staub an, deshalb passt der Vergleich zu Mörteln nicht. Der Trocknungsprozess dicker Leinölschichten kann über Jahre gehen auch auch dazu führen (Volumenzunahme durch Oxydation), das Öltröpfchen wieder aus dem Holz gedrückt werden. Hier geht es außerdem um alte Balken, die mit Sicherheit viele Risse haben und große Mengen Öl aufnehmen. Dann ist mir, auch weil die derzeit von Naturhaus verwandten Trockenstoffe (Volldeklaration) als unbedenklich gelten, schneller doch lieber. Nicht zu vergessen wäre die oft "speckige" Optik durch pure Öle.

Dein Motto könnte ich auch unterschreiben, aber hinsichtlich Leinöl im Verhältnis zu guten Hartölen sehe ich keine nachhaltigen Vorteile für Leinöl. Einfacher ist es sicher.

Abendliche Grüße aus Dresden

Thomas W. Böhme



nur noch eines:


Balkensanierung-03

………
"weil die derzeit […] verwandten Trockenstoffe (Volldeklaration) als unbedenklich gelten"

Nicht die Trochenstoffe und leicht flüchtige Terpene, die die Öle schnell und dünn machen schützen das Holz, sondern das Öl selbst!

Überständiges Öl mit Lappen entfernen ... nach "Gebrauchsanweisung"!

... ob man allerdings im Innenraum Holz schützen muss, ist wieder eine andere Frage ...

FK



Florian, das ist nicht neu...



daß die Trockenstoffe der Öltrocknung dienen und die Citrusterpene als Verdünnung dienen (die verfliegt und leider auch bezahlt werden muß). Schlussletzendlich wirkt nur das Öl.

Und noch für alle, die jetzt sofort zum Öle greifen wollen:

Bitte die verwendeten Lappen hinterher naß machen, auf die Leine hängen oder verbrennen - Öl ist in zusammengeknüllten Lappen selbstentzündlich.

Gutes Gelingen

Thomas W. Böhme



Eiche frisch geölt...


Eiche frisch geölt...

...und oben unbehandelt nach sämtlichen Arbeiten und der Freilegung.
Die enorme Glanzwirkung legt sich nach einigen Wochen und dann sieht die Eiche wieder richtig schnuckelig aus.
Und dazu die wandbegleitenden Putzoberflächen aus Lehm.

Grüße Udo




Holz-Webinar Auszug


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