Fußbodenaufbau

20.12.2004



Wir haben zwar kein Fachwerkhaus, aber beim Fußboden spielt das wahrscheinlich keine so große Rolle. Wir sanieren z. Zt. unser Bauernhaus ca. 100 Jahre alt. In den letzten 50 Jahren wurden einige halbherzige Renovierungen vorgenommen. Wir haben jetzt nochmal von vorne angefangen.
Das Haus steht auf Seegrund und die Mauern, Sammelsurium aus Bruchstein, Granit, Schiefer,Ziegel, weisen eine aufsteigende Mauerfeuchte von ca. 30 bis 40 cm auf. Das EG war wurde die letzten 15 Jahre als Abstellkammer genutzt und war nur sporadisch beheizt.
Vorerst geht es um die Sanierung des EG. Das Haus ist nicht unterkellert. Es war kein alter Fußbodenbestand mehr vorhanden. Wir haben alle Fußbödenbeläge wie Linoleum, Asphalt und den darunterliegenden Betonboden entfernt, und ca. 50 bis 60 cm feuchten Sand und Erde ausgegraben. Auf die Lehmschicht haben wir ca. 10 cm Bruchstein und die Resthöhe mit gewaschenem Rollkies aufgefüllt. Unser Baumeister möchte nur Materialien verwenden die früher verbaut wurden. Dies befürworten wir grundsätzlich. Nur beim Fußbodenaufbau sind wir uns nicht sicher. Er möchte keine Folien als Sperrschicht verbauen. Er empfiehlt uns eine 8 cm Traßbetondecke einzubauen. Wir hätten gerne eine Fußbodenheizung. Welche Isolierung kann man einbauen um einen diffosionsoffen Bodenaufbau zu erhalten? Oder schließt sich eine Fußbodenheizung und diffusionsoffener Fußbodenbelag gegenseitig aus ? Kann man auf eine Fußbodenheizung einen Fußbodenbelag verbauen, der in eimem Kalkmörtelbett verlegt wird. Wir haben uns auch einen Dielenboden überlegt, trauen uns aber wegen des feuchten Untergrundes nicht so recht. Für die Mauerfeuchte haben wir ein Elektoosmosesystem vorgesehen. Außerdem würden wir zur Sicherheit 2 oder 3 Rohre der Fußbodenheizung, eigener Kreislauf, im Sockelbereich der Wand verlegen. Ein neuses Fundament fällt aus Kostengründen aus. Sind für jede Info dankbar.

Gruß an alle Renovierer
Hermann



Fußboden



was bedeutet Seegrund?
Nach der Beschreibung vermute ich, dass ein sehr feuchter Untergrund vorhanden ist. Dies lässt darauf schließen, dass aus diesem Grund kein Keller vorhanden ist und statt dessen das Erdgeschoss als Kellerersatz genutzt wurde. Liege ich damit richtig?
Nun bin ich der Meinung, dass man wenn man die Nutzung verändert auch das Grundkonzept des Gebäudes verändert und somit auch mit anderen Materialien arbeiten muss, kann und darf.
Auch ich würde eine Betonsohle einbauen kenne aber nicht den Begriff Trassbeton. Unter die Sohle gehört eine PE-Folie, damit die Betonbrühe nicht die Hohlräume der Kiesschicht verschließt und damit die kapillarbrechende Wirkung aufhebt. Auf der Sohle würde ich eine Absperrung aus Bitumenschweißbahn (G200) aufbringen und dann einen Dielenboden auf Lagerhölzer. Zwischen die Lagerhölzer eine Dämmung, die die Forderungen der EnEv erfüllt. Ein entsprechender Nachweis ist Pflicht.
Fussbodenheizung ist für mich keine gute Lösung und bei einem Dielenboden sowieso überflüssig. Sollte dennoch eine derartige Heizung eingebaut werden, sollte aus meiner Sicht der alte Grenzwert aus der Wärmeschutzverordnung (U-Wert <= 0,30 W/(m²K)) eingehalten werden.
Das Elektroosmoseverfahren kann ich nicht beurteilen. Auf der Seite www.baubiologie.de kann man einen Artikel zu diesem Thema finden. Ich würde an dieser Stelle überlegen, ob eine Verkieselung eine mögliche Alternative sein kann.



Diverses



Moin miteinander,

hier haben wir noch eine richtige Gemengelage - deshalb erst mal der Versuch, verdaubare Häppchen zu basteln.

Diffusionsoffenheit:

Eine Betondecke (egal welcher Mischung) ist nicht diffusionsoffen. Deshalb würde es auch keine Rolle spielen, aus diesen Überlegungen heraus, auf eine Folie verzichten zu wollen.

Einen Vorteil der Folie hatte Fred Heim schon skizziert. Ein weiterer besteht darin, mit der Folie eine Vertikalsperre zwischen Fundament und Sohle zu errichten.

Elektroosmose:
Kann dazu wenig sagen, weil ich nur zwei Meinungen kenne: die positive aus der Werbung und die kritische von Fachleuten.


Zusätzlicher Heizkreislauf im Sockelbereich:

Fußbodenheizung i.V. mit Dielenboden ist wenig vorteilhaft. Darüber wurde hier im Forum auch schon reichlich berichtet. Hier wäre als Alternative eine Wandheizung zu überlegen.

Das erst einmal in Kürze.

Bernd



Elektroosmose



Lieber Hermann

Nur kurz zur Elektroosmose:
Bitte überlegt euch noch einmal den Einsatz eines aktiven elektroosmotischen Systems. Die bisherigen Praxisberichte neutraler Beobachter stimmen bedenklich.
Wenn du willst, sende ich dir auch gerne einige Stellungnahmen als pdf Datei zu.

Tenor aller Stimmen ist:
Funktioniert in der Theorie - aber in der Praxis leider nicht.

Das passive elektroosmotische System und das funktechnische System (Funkkästchen - Zauberkästchen) kann sich nach Einschätzung der Fachkreise nicht einmal des theoretischen Funktionierens in einem Gebäude rühmen.
(Was aber nicht heißt, dass die Vermarktung (sogar mit Garantie) nicht funktioniert.)

Gruß

L. Parisek



Fußbodenaufbau



Hallo Herr Heim,

das Haus steht in Seenähe ca. 800 m, nach ca. 70 bis 80 cm graben kommen wir auf Grundwasser. Ob der Boden jetzt vom vor einigen tausend Jahren größeren See oder vom Grundwasser feucht ist weiß ich nicht, aber wie Sie schon richtig feststellen ist der Boden ziemlich feucht. Das EG wurde eigentlich nicht als Keller genutzt, sondern es waren Büro- und Fertigunsräume. Das mit der Folie leuchtet uns schon ein, aber wir haben die Befürchtung, daß sich das Schwitzwasser das sich wahrscheinlich unter der Folie bildet, wenn es nicht über die Fußbodenfläche, ich sag mal ausdünsten kann, verstärkt in die Mauern abwandert. Von der Verkieselung möchten wir eigentlich Abstand nehmen, da wir, wenn es nicht funktioniert etwas in der Wand haben, was wir nicht mehr rausbekommen. Vielleicht löst sich unser Problem mit den feuchten Mauern auch wenn das EG wieder bewohnt und somit regelmäßig beheizt und belüftet wird?

An Bernd
möchten wir die Frage richten ist eine Wandheizung bei einer nicht isolierten Außenwand sinnvoll ?
Der Mauer würde es zwar bestimmt gut tun, aber unserem Geldbeutel in Bezug auf Heizkosten ? Ist eine Außenisolierung sinnvoll oder schaffen wir uns noch mehr Probleme mit feuchten Wänden? Wir haben gehört, daß die Taupunktberechung bei so einem alten Gemäuer schwer wenn nicht unmöglich ist.

An Herrn Parisek,
es wäre sehr nett, wenn Sie uns die Infos als pdf Datei zusenden könnten. Wir sind uns bewußt, daß in Bezug auf Elektoosmose die Diskussionen sehr kontrovers geführt werden, aber im Gegensatz zu den Wundertüten die aus irgendwelchen Drahtgeflechten bestehen, müssen wir wenigstens ein Gewebe einputzen, einen Plus und Minuspol setzen, und Schwachstrom läuft durch. Das ist etwas was wir mit unserem in dieser Beziehung durchaus einge-schränkten physiklaischen Verständnis noch nachvollziehen können. Wir haben uns auch im Vorfeld bei Anwendern, Raiffeisenimmobilien, Österreich,deren täglich Brot es ist Immobilien zu kaufen und zu sanieren, und die dieses System seit Jahren verbauen über den Erfolg bzw. Mißerfolg erkundigt, und nur sehr positive Antworten erhalten. Genau wissen werden wir es erst, wenn wir den Schalter umgelegt haben und 1 Jahr vergangen ist. Wir haben ja auch nicht viele Möglichkeiten, neues Fundament ist zu teuer, Edelstahlbleche einschießen geht nicht, Mauersägen geht auch nicht, Chemie einspritzen wie von Herrn Heim angeregt wollen wir nicht und nur auf einen Sanierputz wollen wir uns nicht verlassen. Eine Alternative wäre evtl. noch die Wandheizung, wenn die Kostenseite genauer beleuchtet wurde, bzw. die Bauteilerwärmung im Sockelbereich.

Tja meine Herren, viele Antworten werfen wieder neue Fragen auf. Wir bedanken uns auf jeden Fall schon vorab für das gezeigte Interesse an unserem Problem und die aufgezeigten Möglichkeiten. Vielleicht haben Sie ja noch den einen oder anderen Vorschlag im petto.

Würden uns freuen
Margit und Hermann



Wandheizung



Bitte zur weiteren Info einmal in der Suchfunktion das Stichwort "Großeschmidt" eingeben.

Bis später

Bernd



@Hermann Volkwein



1. um zu verhindern, dass sich zu viel Wasser unter der Folie ansammelt (durch Kondensat kann ich allerdings im Augenblick noch nicht so ganz nachvollziehen), sollte die Kiesschicht eine Drainage erhalten. Ich glaube nicht, dass Diffusion durch den Fußboden in den Innenraum eine Lösung sein kann.
2. mit Verkieselung meinte ich natürlich nicht die Chemie Verpressungen aus Kunststoffen, sondern die mineralische Variante auf der Basis von Wasserglas. Ich bin allerdings im Augenblick überfragt, was hier noch auf dem Markt ist.
3. Ich finde es nicht gut eine ungedämmte Wand mit einer Wandheizung zu belegen. Aber schauen sie sich die Informationen von Großeschmidt ruhig einmal an.



Fussbodenaufbau



Hallo Herr Volkwein,
es käme eventuell eine flächendrenaige mit pumpensumpf in frage (nachschub-und transportzone unterbinden).röhren aus gebrannten tonröhren ziehen das wasser an, also entziehen das wasser dem fundament.
abgedichtetes drückendes wasser könnte die mauer hochkommen.
eine mauer verdichten würde bedeuten negative beeinflussung der verdunstungszone.
mit freundlichen Grüssen
Mladen Klepac