Heizung im Teil-Fachwerkhaus

01.03.2009



Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zum Thema Heizung: Ich bin gerade dabei meinalstes FW-Haus zu restaurieren. Das Haus (Wohnfläche ca. 130 qm) ist im EG mit Hohlblocksteinen gemauert, im 1.OG soll das vorhandene Fachwerk sichtbar bleiben. Eine großartige Dämmung wird es wohl nicht geben. Ggf. im OG eine Innendämmung (Lehm Strohmatten etc.)

Ich stehe vor der Frage welche Heizungsanlage nehme ich?
Gedacht hatte ich an eine Pelletheizung verbunden mit einer Solaranlage zur Warmwasser und ggf. Heizungsunterstützung. ist das Sinnvoll und effizient? Oder ist es aus Kostengesichtspunkten nur eine Brauchwasserunterstützung ausreichend?

Ist überhaupt Pellet das richtige, Eine Ölheizung sollte es nicht unbedingt sein, oder was meinen die Fachleute?

Wie sieht es mit einer Wandheizung aus, ist sowas sinnvoll für das beschriebene Objekt. Ich dachte an Heizkörper im EG und Wandheizung im OG? Was sind die Vor- und Nachteile einer Fußleistenheizung?

Also Ihr seht, ich weiß wirklich nicht welche Heizung aus Kosten/Effizienz Sicht am Besten ist.

Vorab danke ich schon für Eure Informationen und Antworten



Heizkörper ud Wandheizung



(Niedertemperaturheizung) zu kombinieren macht wenig Sinn. Um das System zu bedienen muß eine zweiter Wärmetauscher eingebaut werden der das Wasser auf Niedertemperaur runtermischt.

Auf Deine Frage welche Heizung die beste ist gibt es keine pauschale Antwort.

Die Fußleistenheizung wird auch mit einer rel. hohen Vorlauftemperatur betrieben, ist güstig hat aber im Gegensatz zur Wandheizung einen höheren Konvektionsanteil.

Grüße aus Koblenz



@ Markus



Magst Du vielleicht erst etwas hier im Forum mit der Suchfunktion arbeiten (links unter "Schwerpunktthemen">>"Heizung"?

Das Thema wurde hier schon ergiebigst erörtert, auch zum Thema Fachwerkhaus.

Ich schließe mich Gerd's Posting an.

Grüße

Thomas



Heizung



Hallo,

mit Pellets und Solar können Sie eigentlich nichts verkehrt machen. Einen ausreichend dimensionierten Pufferspeicher einbauen nicht vergessen !
Grundsätzlich aber hängt die Wahl ihres Energieträgers von der Verfügbarkeit ab.
Hat man Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung erübrigt sich schon das Nachdenken. Mag man Holzscheite, dann hat man einen unschlagbaren Vorteil bei den Brennstoffkosten.

Neben reinen Verbrennungslösungen werden aber auch Gasabsorptionswärmepumpen und Mini-BHKW immer interessanter, letztere gibt es jetzt schon als "Mikro" in den Leistungsklassen 800Wel, 3 kWel. Damit läßt sich schon eine Grundlast fahren und dabei noch Strom erzeugen, wobei es auch auf den selbstverbrauchten Anteil jetzt Geld gibt.

Grüße vom Niederrhein



Ansprüche - Prioritäten



Hallo Markus,
es kommt auf Ihre Ansprüche an, daraus resulitiert "Ihre beste Heizung". Wie setzt sich Ihre Prioritätenliste zusammen? Was ist für Sie wichtig, gut, weniger wichtig, usw.?
Nach dem durchstöbern der Fachwerk-Antworten und bei eventuell gebliebenen Unklarheiten, gerne detailliertere Antworten - hier oder direkt an mich.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Fürstberger

P.S. Eine gute Heizleistenheizung hat keinen Konfektionsanteil, der die Luft im Raum umwälzt.



@ Bernhard Fürstberger



jede Heizung hat eien Konvektionsanteil nur sind diese unterschiedlich!

Bei eine Deckenheizung ist der Strahlungsanteil am größte, danach folgt die Wandheizung dann kommt die Fußbodenheizung und danach kommt die Heizleistenheizung.

Warmluftheizung 0 %
Heizkörper 10 – 50 %
Fußbodenheizung 50 – 70 %
Wandheizung ca. 70 %
Deckenheizung > 90 %

Grüße



Gerd...



...lies doch mal genau, Herr Fürstberger hat auch nicht Konvektionsanteil gemeint, sondern "Konfektionsanteil" :-).

Gruß Patrick.



Patrick



Du hast recht aber was ist denn den Konvektionsanteil bei einer Heizleistenheizung?

Grüße



Na der Konvektionsanteil...



...ist mit Sicherheit geräumig, ohne Konvektion kein Uganda oder so Effekt:-). Der Konfektionsanteil, puuhh, das wird schwierig. Vielleicht gibt es so etwas ähnliches wie Konfektionsgrößen bei Sockelleistenheizungen? Meine Theorie: Je mehr Meter der Heizleisten aus Standardlängen besteht, desto größer der Konfektionsanteil. Der Rest sind Sonderlängen.
Wär doch eine Erklärung, oder :-).

Gruß Patrick.



Konfektion



"Konfektion ist ein Wort, das über das Französische (confection) aus dem Lateinischen (confectio) abgeleitet ist. Es bezeichnet im üblichen Sprachgebrauch die serienmäßige Herstellung von Kleidungsstücken, aber auch die derart hergestellten Kleidungsstücke selbst."(Wikipedia, weil die so schön formulieren können.)

Einen Konfektionsanteil bekommen Heizleisten dann, wenn Sondermodelle wie "Eisenstrick XXL Flauschi" mit knuddelgemütlichen Textilüberzügen versehen werden. Verringert den Wirkungsgrad, sollte man meinen. Über den UGANDA-Effekt (Verwirblung um jede Masche) wird jedoch ein rechnerischer Konvektionsanteil von über 150% erreicht.

Ganz im Ernst, Fasching ist ja nun vorbei: Kennt jemand seriöse Berechnungen oder Zahlen über den tatsächlichen Konvektionsanteil einer Heizleiste? Die im Verhältnis zum normalen Heizkörper bessere Wärmeverteilung ist sicher unstrittig. Der eher exotische Coanda - Effekt, auf den sich (alle?) Hersteller berufen, greift hier m.E. nicht. Somit interessieren mich hier produktneutrale Aussagen.

Grüße

Thomas



Ernsthaft...



...die Dinger selbst sind ja reine Konvektoren. Wie groß der Strahlungsanteil wird, ist ja stark abhängig davon, an welcher Wand sie montiert sind. Normale Heizkörper sind ja traditionell unter Fensterns zu finden, an einer normalen Wand montiert kommt zu deren eigenen Strahlungsanteil auch der Anteil der erwärmten Wand darüber hinzu (schön bei mir im Treppenhaus zu merken).
Ob man nun richtige Werte überhaupt seriös nennen kann, wenn der "Anschraubort" einen so maßgeblichen Einfluß hat, kann ich mir nicht vorstellen. Allenfalls Näherungswerte. Blöd nur, daß im Netz halt eigentlich nur "Verkäufer"-Seiten zu finden sind, auf denen sicher keine seriösen Werte zu finden sind.

Gruß Patrick.



Wechstaben verbuchselt!



Rechtschreibfehler eingestanden – f und v liegen ja auch nahe
untereinander.

Wenn nicht nur die einzelnen Buchstaben genau unter die Lupe
genommen werden, sondern auch die ganzen Sätze, ist die
Akribie schon in Ordnung.

Daß, und wie HL-Heizungen funktionieren habe ich vor einiger
Zeit bereits klar, verständlich und ausführlich beschrieben.
Unterschiede in der Ausführung ziehen Unterschiede der Heizleistung
nach sich.

Der „Konvektionsanteil“ bei HL ist der, von den Lamellen erwärmte
Teil an Warmluft, der nach oben steigt, die Wärme an die Oberfläche
der Wand abgibt, diese sich dabei erwärmt und in den Raum abstrahlt.
Die abkühlende Luft, gleitet an der Wand entlang wiederum langsam
nach unten und lässt die Raumluft unberührt.
Somit ist diese Luftbewegung nicht gleichzustellen mit der Konvektion,
die bei anderen Heizsystemen auftritt. Die daraus resultierende Wärme
wird ausschließlich über Strahlung weitergegeben.

Mit welchen Einschränkungen greift hier der Coanda-Effekt, bzw. nicht?


Schöne Grüße

Bernhard Fürstberger



Coanda



Besser wäre die Frage: Warum soll der Effekt hier greifen? Da wissen Sie sicher noch viel dazu, Herr Fürstberger.

Hier noch ein Zitat:
"Viertens sollten die Heizkörper die
Wärme möglichst direkt abgeben. Bei
Heizkörpern mit Rippen zum Beispiel
erhitzen sich die Rippen gegenseitig;
es entsteht eine Wärmezone,
in der vor allem die Luft erhitzt wird.
Dies entspricht dem konvektiven Prinzip.
Das Urprinzip der Strahlungswärme
dagegen ist eine erwärmte Blechplatte,
die die Wärme direkt in den
Raum strahlt. (KF, 2007)

Dem kann man zustimmen.

Was wären Heizleisten weiter als Rohre mit Rippen drauf, in einer Hülle verpackt? Konvektoren eben.

@ Patrick

Schönes Fundstück.

Grüße

Thomas



Zum Thema Coanda...



...bin ich in einem anderen Beitrag mal einem Link von gefolgt (http://www.flugtheorie.de/19COANDA.HTM).
Meine Antwort dazu:

---Forenreferenz-----------
Hmm... -
...übertragen auf die Sockelleiste, die warme Luft produziert wird's aber echt schwierig für den "Effekt".
Im Gegensatz zu der Tragfläche, die an der stehenden Luft vorbeipfeift, findet hier die Relativbewegung zwischen Wand und der Luft nur deshalb statt, weil die Dichte der von den kleinen Konvektoren erwärmten Luft geringer ist, als die umgebende Luft. Wenn das ganze nun ausreicht, um einen schönen "Luftzug" zu erhalten, der sich an die Wand anschmiegt, braucht man schöne Konvektionsbewegungen. Dann wäre eine Sockleleistenheizung aber eine Konvektionsheizung, wenn auch klein in der Höhe und recht breit.
Die Konvektionsbewegung läßt sich übrigens nur entsprechende aufrecht erhalten, wenn entsprechend während des Vorbeistreichens Wärme abgegeben wird (An die Mauer z.B.:). Sonst hätte die Luft ja nicht den für die Konvektionsbewegung notwendige Dichtezunahme. Daß sie die warme Luft an die Wände abgibt und somit als "Wandheizung" (für Kassenpatienten) interpretiert werden könnte, gefällt ja den Verfechtern. Nur braucht es für das "Anschmiegen" ein laminare Strömung. Und die nur durch Temperaturgefälle durch Abkühlen an der Wand in bewohnten Räumen hinzukriegen (in so einem Raum steht ja Zeug und das ganze Strömungsgeraffel findet ja im Dreidimensionalen statt).
Wenn ich da an Ströhmunglehre denke...
Wie sagt Thomas immer: Eine Heizleiste ist ein Konvektionsheizkörper...Ich würde mal sagen, er hat recht!

Gruß Patrick. mehr ...
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Daß ein Konvektionsheizkörper die darüber liegende Wandfläche erwärmt (egal ob lang und flach oder eine normale Heizplatte), möchte ich nicht bestreiten.
Aus Sicht der Ströhmungslehre sollte aber dringend von davon Abstand genommen werden, anzunehmen, daß eine Art laminarer Luftvorhang in den von Eisenschink (so hieß er doch?) "aufgemalten" Bewegungsabläufen sich einstellt. Auch für kleine, lange Konvektoren in Gasatmosphäre (Luft) gelten die Gesetze der Strömungslehre. Und das Ganze noch Coanda zu nennen, ist weit hergeholt. Das ein Luftstrahl sich an eine Fläche schmiegt, da braucht es ganz schön Geschwindigkeit:-).

Gruß Patrick Neika.



Heizung



Um das zu ergänzen:
Die Oberfläche einer Flugzeugtragfläche wird möglichst glatt gehalten, um Verwirbelungen zu vermeiden.
Eine Wand kann man damit nicht vergleichen.
Wieviel Wandfläche ist denn ideal glatt und für laminare Strömungen geeignet?
Es gibt Fenster, Schränke, Fensterbretter, Vorhänge, Bilder...
Dazu kommt noch der Sörungsfaktor Mensch. Die restliche Luft im Zimmer ist nicht ruhig. Türen gehen auf und zu, Menschen geben selber Wärme ab, atmen, bewegen sich.
Der Coandaeffekt ist in der Wohnungsheizung (und wahrscheinlich nicht nur hier) ein schönes Märchen, mehr nicht.

Viele Grüße