Wand- & Deckenheizung

05.03.2013 Daniel



Hallo,

prinzipiell hatte sich mich fürs Dach im 2.OG (Kehlbalkendach mit Holzbalkendecke, mittig sind beidseitig Gauben, die 1/3 ausmachen) auf eine Wandheizung in Lehm eingeschossen. Dämmung ist bis auf die Giebel soweit zeitgemäß.
Das ist jedoch nicht so ohne, da eben Dachschrägen und Senkrechten vorliegen. Dazu müßte im Nasssystem erst noch eine großflächige Lattung mit ggf. Schilfrohrmatten, dann die Heizung, dann ne ganze Menge Lehmputz drüber. Durch die Gauben wird das sehr verwinkelt, auch die Verrohrung wäre nicht ohne.
Alternative Trockensystem sind im Lehm recht preisintensiv, im Gips zwar nicht so sehr, dafür hat man ein 11,6er Rohr.
Andere System wo der Wärmeübergang erst vom Rohr auf Blech auf Gips geht, erscheinen mir ineffektiv. Klimasan z.Bsp gibt 70W/m² bei deltaT 10K an. Je nach Zimmer und Lage im 1.OG könnte das knapp werden. Zu lesen sind 90W/m² bei Decken für „Behaglichkeit“.

Zudem weiß ich einfach nicht, was ich mit den Giebel mache. Sonne ranlassen oder doch außen mit Öko-Dämmung unter Sichtschalung. Die beiden Giebel sind z.Z. nur 24er Mauerwerk. Dort wäre eine WH ja zweckmäßig, aber bei dem u-Wert wohl nicht sinnvoll. Innendämmung hat ja immer diesen faden Beigeschmack.

Einfacher, da nur eine Ebene wäre die Decke, diese ist jedoch kleiner als die Grundfläche. Die Decke ist auch deswegen interessant, da ich später so auch die anderen Räume im 1.OG nachrüsten könnte und über eine abgehangener Decke im zentralen Flur am leichtesten erreichen könnte. Ein Heizkreisverteiler mit Pumpe wird eh nötig und aus Platzgründen kommt er wohl ins 1.OG. Der Mieter im EG behält wohl auch langfristig seine Heizkörper.

Nun die Fragen:

Hat jemand mit Nicht-Lehm-Trockenbau-Deckenheizung Erfahrung? Gefunden habe ich Mair Thermopanel, Variotherm, Klimatop Klimasan und andere Industrielösungen
Hat jemand schon mal Lehmplatten auf Lücke verlegt, dazwischen die Rohre verlegt und nur dünn entverputzt?

Die einen schreiben bei deltaT 5K, die anderen 10K und dann noch die, die nur schreiben xy Watt bei Vorlauf- und Zimmertemp. Vorlauf läßt sich begrenzen aber wie verhält es sich mit der Spreizung?

Wäre es sogar mehr als sinnvoll einen 2. Strang hochzuziehen und unten im Heizungskeller den Vorlauf abmischen und oben nur reine Verteiler? Was fürn heiden Aufwand....

Wäre der jetzige Giebel akzeptabler bei einer Deckenheizung, da entgegen einer Wandheizung die Wärme nicht so direkt abhaut?

Die Giebel, je 12m² in O-W Ausrichtung, dämmen? Außen geht der Dachüberstand fast verloren, innen müßte erst begradigt werden. Mit Lehm wird’s aufwendig und feucht.

Sorry für den vielen Text, aber es ist halt nicht einfach...

Vielen Dank



Heizung DG



Warum immer so kompliziert und verwurschtelt?
Die zweitbeste Lösung geht auch und ist in der Regel viel billiger und einfacher. Die sehe ich hier in stinknormalen Heizkörperflächen an den innengedämmten Giebelwänden. Wenn das nicht reicht (bei einem sehr langen Haus z.B.) dann geht auch mal ein Heizkörper an einer Innenwand, z.B. ein Handtuchheizkörper im Bad.
An Ihrer Stelle würde ich mich auf die Dämmung/Bekleidung der Umhüllungsflächen konzentrieren.
Damit meine ich keinen sinnlosen Dämmstoffoverkill sondern ein ausgewogenes Maß an Dämmung, Feuchteschutz, Flächenausnutzung und sommerlichem Wärmeschutz.

Viele Grüße



Lehm



Nun, ich kenne zwar nicht die Preise für die Alternativen, also Heizschleifen in Gipsplatten eingebettet o.ä., aber wenn im gesamten restlichen Haus bereits Wandheizung nach einem anderen System verlegt ist, würde ich so einen Systemwechsel als kritisch ansehen. Vor allem hat man ja nicht die gewünschten Lehmeigenschaften. Wenn nur unterm Dach normale Heizkörper installiert werden, muss wegen der unterschiedlichen Vorlauftemperatur an anderer Stelle wieder teure und aufwändige Technik installiert werden.

Ich habe bei ähnlicher Aufgabenstellung unter der Dachschräge da, wo der Platz es zulässt, WEM-Klimaelemente, also in Lehmplatten eingebettete Heizschleifen genommen, ergänzt durch extra verlegte Heizrohre in den Winkeln und an der Kniefläche. Für die Zwischenräume nehme ich die kleinformatigen ProCrea-Lehmbauplatten von Hock/Thermohanf.
Es müssen dann nur noch kleine Teilstücke an den Dachschrägen verputzt werden, das ist unproblematisch.

Es muss natürlich ein entsprechendes Holzgerüst vorhanden sein, an dem die Platten verschraubt werden, aber das gilt ja auch für die Gips- oder Blechheizplatten.



Heizung



Ich habe auch ein ausgebautes Dachgeschoss, ca. 60 m² Grundfläche, beheizt mit einem großen HK im WZ und zwei kleinen HK in Bad und SZ. Die kleinen sind meistens ausgeschaltet. Versorgt werden sie von einer gasgefeuerten Brennwerttherme. Wenn ich mit meinen Freunden Silvester feiere drehen wir den HK vorher ab; allein die Körperwärme reicht aus um den Raum auf Temperatur zu bringen, inklusive lüften.

Viele Grüße

p.s. Ich empfehle ihnen nicht an Rolläden zu sparen, auch bei Dachflächenfenstern!



des Pudels Kern



liegt im Giebel

"An Ihrer Stelle würde ich mich auf die Dämmung/Bekleidung der Umhüllungsflächen konzentrieren."

Ok, innen oder außen? Einer der Giebel hat eine Trennwand zw. einem Zimmer und dem Treppenhaus. D.h. eine Innendämmung müßte man doch an der Trennwand reinziehen? Zudem sollte man doch eine ID über die Etagen hinwegmachen, oder? Drunter sind Wohnräume, drüber kalter Spitzboden. Das im Prinzip unbeheizte, aber zur Wohneinheit gehörende Treppenhaus innendämmen und dadurch einengen... naja. Hier könnte durch eine Außendämmung "bequem" von außen alles erschlagen werden. Oben in Höhe Spitzboden könnte man sich ja wieder die Dämmung unter einer Holzschalung sparen.

Nun schauen meine Fensterrahmen aber generell nur 25mm aus der Laibung, d.h. mit Laibung dämmen wirds eng...

Vielen Dank