Haus kaufen: Geschichteter Feldsteinsockel

12.08.2014



Wir wollen ein kleines Landarbeiterhaus (ca 1900 bis 20iger Jahre) kaufen. Das Haus besteht aus 24er Ziegelwänden außen und Fachwerkwänden innen. Das Haus ist nicht unterkellert und das Fundament besteht aus unvermauerten Feldsteinpackungen. Am Haus wurden schon einige Sanierungsarbeiten vom Vorbesitzer im Selbstversuch durchgeführt. Ein Zimmermann, der den Dachstuhl beurteilen sollte und durchaus Erfahrung mit alten Gebäuden hat, kommentierte diese mit "Alles raus reißen und neu machen.
Es geht nun um den Fuboden im Erdgeschoss, lt Besitzer wurde dieser ausgeschachtet, mit Sand gefüllt, verdichtet und ein Estrich mit Fußbodenheizung aufgebracht. Außerdem wurde eine Sperrschicht mittels Mauersäge und Teerpappe ins Mauerwerk eingebracht.
Wir machen uns nun Sorgen um die Standfestigkeit des Fundaments, die Tipps gehen bloss nicht anfassen, bis zu Aufgraben und befestigen des Fundaments. Unter den Estrich lässt sich ja nicht schauen, bevors Haus bezahlt ist. Wir wären bereit auch einen Gutachter zu zahlen, der sich dann aber mit solcher Bauweise auskennen müsste. Habt ihr Tipps an einen solchen zu kommen?



Fundament



Solche Streifenfundamente aus Bruch- oder Lesesteinen sind durchaus üblich gewesen.
Sie funktionieren solange man sie in Ruhe lässt, also nicht die Flanken freischachten!
Beim Fußboden sollten Sie den Verkäufer fragen ob bzw. was für eine Dämmung in welcher Stärke unter dem Heizestrich liegt.



Fundament



Vielen Dank für die prompte Antwort.
So wie ich den Verkäufer verstanden habe ist der Aufbau Sand, Folie, 5cm Hartschaumplatte, Folie, Estrich mit Heizungsrohren. Der Verkäufer hat alle Gewerke in Eigenleistung gemacht und leider, auch für den Laien erkennbar, nicht unbedingt in mittlerer Art und Güte. Er hat innen ausgeschachtet, wohl nicht so tief, dass er weiß wie tief das Fundament geht, dann mit einer Mauersäge meterweise einen Schlitz gesägt, gefaltete Bitumenpappe eingelegt und dann verfugt.
Die Frage ist nun Sollte man den Boden wirklich wieder aufmachen, um zu schauen oder besteht die Gefahr, damit erst recht Schäden auszulösen? Die Ziegelwand ist leider auf beiden Seiten eingepackt (Styropor, Rigips), so dass man nicht nach Rissen im Mauerwerk schauen kann.



Hauskauf



Wenn das alles in Eigenleistung passiert ist sollten Sie vorsichtig sein. Das mit dem Heizestrich mag ja noch gehen aber das mit dem Gipskarton innen davor und der waagerechten Abdichtung kann problematisch werden. Kleinere Risse unter einem Millimeter sind unkritisch, schlimm wird es wenn Fensterbänke reißen, Haustür und Fenster klemmen. Bringen Sie dem Verkäufer schonend bei das Eigenleistungen bei solchen relevanten Arbeiten immer ein Risiko für den Käufer darstellen und wertmindernd wirken.
Fordern Sie von ihm einen Energieausweis.
Wenn Sie kaufen wollen- lassen Sie sich von ihm eine schriftliche Erklärung geben das keine Mängel am Haus vorhanden sind und das er die Sanierungsarbeiten fachgerecht und nach den Regeln der Technik ausgeführt hat. Vereinbaren Sie einen Sicherheitseinbehalt in Höhe von 10% des Kaufpreises, zu hinterlegen auf ein Notaranderkonto. Wenn innerhalb von 6 Monaten nach Kauf keine Mängel zu finden sind wird das Geld ausbezahlt.
Wenn er nicht mitmacht- lassen Sie die Finger von dem Haus.



Klare Ansage



Da bleibt nur noch ein Neubau. Da gibt es dann Gewährleistung und alles ist gut. Irgendwann stehen Sie auf der anderen Seite und müssen die Immobilie wieder verkaufen. Dann kommt auch ein Fachmann und erklärt Ihnen was Sie alles falsch gemacht haben. Wer hier die Meinungen der Fachleute liest, kann nur zu dem Schluss kommen, einen Neubau zu kaufen.



Hauskauf



Sie irren sich, auch bei so einem Verkauf steht der Verkäufer in der Gewährleistung.
Nur der Sicherheitseinbehalt ist nicht gesetztlich festgelegt.
Viele Verkäufer versuchen sich aus der Verantwortung zu nehmen in dem sie beim Kaufvertrag verdeckte Mängel von der Gewährleistung ausschließen.



Als Käufer auch an den Verkauf denken



Das Forum hier ist ein einziges Mahnmal für den Neubau.



Hauskauf



…und immer wieder verirren sich Trolle und landen hier im Forum.



Trolle?



Haha es ist ziemlich früh am morgen aber die Trolle sind der Knaller…

aber mal im ernst - hust - also Neubau liebe Ann ist glaube ich für die meisten Leute hier im Forum nicht wirklich DIE Alternative. Die meisten lieben Ihre alten Häuser mit Charakter, Historie und Geschichte - ja auch wenn uns allen auch mal zum weinen ist - tauschen für viele vielleicht nicht die Option - aber auch das eine Geschmacksache.

Nun aber mal zu Deinem Thema: Neubau und alles gut? Wieviel Gerichtsprozesse(und dazugehörige Mängel) möchtest Du denn haben um mal ins überlegen zu kommen. Klar der ein oder andere macht als Privatmann Fehler und produziert Mängel - aber was ist den den vermeintlichen Fachleuten im Neubau. Eine Neubaustelle ohne Mängel gibst eigentlich nicht - und da ist noch die Frage der Gewährleistung….wie Herr Böttcher schon erwähnt hat liegt der Unterschied der Anforderung in der Ausarbeitung des Kaufvertrages und wie beschrieben eine Sicherheitseinbehalt auf Notaranderkonto ist vielleicht sicherer als eventuell nem nackten Unternehmer in die Tasche greifen zu wollen.

VG Hüpenbecker