Styroporkugeln als Schüttung zur Dämmung?

31.07.2012



Hallo!

Wir bauen gerade einen Fussboden neu auf. Aufbau ist, von unten nach oben: Planum, PE-Folie, Unterbeton, Bitumenbahn, Lagerhölzer in Konterlattung 2 x 8 cm hoch, Dielen. Zwischen die Lagerhölzer soll eine Dämmung als Schüttung. Nun schlägt das Ing.-Büro Perlite oder Schaumglas vor. Da es eine Kostenfrage ist, frage ich mich, ob nicht auch Styroporkugeln gehen würden.

Habt Ihr Erfahrungen, Meinungen?

Danke und Gruss!





Ich halte den geplanten Fußbodenaufbau, egal welcher Dämmstoff verwendet wird, für tauwasseranfällig und insoweit bedenklich.

Eine aus der hohlen Hand auf die Schnelle für ein Bauteil "Grundfläche" / den Bauteileinsatz "gedämmte Fußböden beheizter Aufenthaltsräume auf dem Erdreich" mit folgenden Annahmen
- 22 mm Fichtendielung
- 160 mm Blähperlit Schüttung
- 2 mm Bitumendachbahn Glasvlies
- 150 mm Beton normal DIN 1045
- 0,2 mm PE-Folie my*s=50m
durchgeführte Wärme- und Dampfdiffusionsberechnung hat zumindest ergeben, dass auf der Schichtgrenze zwischen Perlit und Bitumenbahn in der Tauperiode Tauwasser ausfällt (0,339 kg/m²), das nicht verdunsten kann!
Weiterhin wird mit dem v. g. Aufbau der lt. EnEv geforderte U-Wert von 0,30 W/m²K nicht ganz erreicht (er liegt nur bei 0,324 W/m²K)!

Sofern vom Architekten keine Berechnung vorliegt, die das Gegenteil beweist, sollte m. E. konstruktiv nachgebessert werden, was prinzipiell kein Problem wäre!



Aha...



Was ist denn daran konstruktiv zu verbessern? Wir haben mit dem Fussbodenaufbau ein Ing.-Büro beauftragt, insofern bin ich davon ausgegangen, das er der Norm entspricht.

Verdunsten sollte der Tauwasserausfall schon können, da wir die Dielen nur diffusionsoffen behandeln wollen.



Dämmung von Fußböden beiheizter Räume gegen Erdreich



Dass die Aufbauten von Fußböden beheizter Räume gegen Erdreich (auch von Fachleuten) fachtechnisch falsch konzipiert werden, ist leider keine Seltenheit.
Das Problem ist meist, dass es auf der Betonplatte bzw. auf der darauf aufgebrachten Sperrschicht (Bitu-Bahnen o. ä.) bzw. unter der Dämmung, d. h. auf der Kaltseite, zu Kondensatbildung kommt.
Dieses Kondensat kann selbst bei diffusionsoffenen Deckschichten zur Warmseite hin den Gesetzmäßigkeiten der Physik folgend nicht ausdiffundieren.
Der "Kunstgriff" besteht nun darin, die oberen Lagen des Fußbodenaufbaus so dampfbremsend, u. U. sogar dampfsperrend auszubilden, dass es im Bodenaufbau an keiner Stelle zur Kondensation kommt.
Je nach gewünschtem Bodenbelag, Art der Dämmung und sonstigen bautechnisch / -physikalisch relevanten Faktoren ist die Kreation jedes Fußbodens individuell, gewissermaßen eine "Premiere".
Wenn gewünscht, können wir uns der der Thematik natürlich annehmen. Anruf oder Nachricht per eMail genügt.