Feuchtigkeit an nicht unterkellerter Außenwand

04.02.2010



Hallo

Im Wohnzimmer wurde an beiden Außenwänden im Fußbodenbereich Feuchtigkeit festgestellt (Baujahr 1936)

Dieser Teil des Hauses ist nicht unterkellert.
Aufbau im Außenbereich:
Betonfundament ca. 1,25 m tief.
Darauf wurden Natursteine gemauert (6 Lagen, 1 davon im Erdreich).
Darüber existiert eine (noch funktionierende ?) Horizontalsperre.
Der Rest der Wand wurde mit 24er (vermutlich) Bimsstein aufgemauert.
Außenwand ist verputzt und gestrichen.

Aufbau im Innenbereich:
Innen wurde ca. 20 cm über Straßenniveau mit Erdreich aufgefüllt.
Darauf wurde eine Betonplatte gegossen.
Darauf wurde eine Holzbodenkonstruktion wie folgt erstellt:
1 Lage Dachpappe
Holzbalken
Bodenplatten aus Holz

Vor etwas mehr als 10 Jahren wurden von innen Verbundplatten (Rigips mit 2 cm Styropor) geklebt. Allerdings im Fußbodenbereich nur bis zur Bodenplatte.

Und darunter (zwischen Betonplatte und Bodenplatte aus Holz) wurde die Feuchtigkeit festgestellt.

Ursache ist meiner Vermutung nach folgende:
Die Wand kann nicht genug Wärme durch die Verbundplatten aufnehmen.
Demnach ist der freie Bereich im Hohlraum unter der Bodenplatte aus Holz kälter als üblich.
Dorthin gelangt die Feuchte Luft und kondensiert.

Da zunächst aufsteigende Feuchtigkeit vermutet wurde ist der Außenbereich bis fast Fundamenttiefe ausgebaggert worden. Die Unebenheiten wurden verputzt und anschließend Dichtschlämme aufgetragen. Zusätzlich wurde dann noch das Ganze mit Teerfarbe gestrichen.
Die Fugen der Natursteine wurden ebenfalls erneuert.
Das wurde aber schon vor ca. einem halben Jahr gemacht.
Zu der Zeit wurde auch die Holzbodenkonstruktion erneuert.
Zusätzlich wurde zwischen den Balken Dämmwolle gelegt.

Das hat vermutlich zusätzlich zur Kondensbildung beigetragen.
Kurz nach dem die Fußbodenplatte und die Dämmwolle entfernt wurden, verschwand auch die Feuchtigkeit an besagten Stellen.

Jetzt meine eigentliche Frage:
könnte man die vermutliche Kondensbildung damit verhindern in dem die Verbundplatten entfernt werden, oder diese bis zur Betonplatte verbaut?

Wäre bei der Konstruktion des Hozboden mit Dämmwolle eine Dampfsperre sinnvoll bzw. ein Muß gewesen?

Sollte der Bereich zwischen Betonplatte und Holzboden luftdicht gemacht werden, damit sich kein Kondensat bilden kann?

Wäre das Einbringen eines Estrichboden sinnvoller?
Oder kann man das Problem nur mit einer Außendämmung in den Griff bekommen?

Bei Bedarf könnte ich Bilder zur besseren Veranschaulichung hochladen.

Georg





Hallo Georg,

Der Verdacht, das es sich um Kondensat handelt liegt hier nahe.
Grade untere Bereiche von Räumen sind, da sie kühler sind, immer auch Kondensat anfälliger.
Die Innendämmung hätte hier Idealerweise vor dem auffüllen bis unten erfolgen sollen. Styropor und Rigips, sowie das verfüllen mit Erden sind sind keine besondere glückliche Wahl.
Die Dämmung der Bodenplatte mit Mineralwolle ist gleichermaßen ungeeignet.
Die Fußbodendämmung hätte am besten durch die Verfüllung mit anderen Materialien in einem Zuge erreicht werden können.
Hier währe Glasschaumschotter sicher eine sehr gut Alternative gewesen.
Die Frage ist, in wie weit Sie noch mal sanieren wollen?

Grüße aus Schönebeck



Bodenplatten aus Holz ....



... ich vermute mal, dass diese auch zu dicht sind und über die Ränder dennoch feuchtwarme Luft darunter kondensieren kann.

Styro/Gips und Bodenplatten sind in diesem Fall die Eigentore. Die Steinwolle bringt leider auch keine Leistung an dieser Stelle.

Bitte auch mal prüfen, wieweit eine Veränderung der Beheizung gegen das Kondensat helfen kann.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo

Erst mal vielen Dank für die Antworten.

Das Auffüllen mit Erdreich wurde beim Bau des Hauses (1936) gemacht. Da dieser Bereich nicht unterkellert ist, hat man sich damit an das übrige Niveau (unterkellert) angepasst.

Mein Fehler war wohl daß ich die Verbundplatten nachträglich an die Außenwand angebracht hatte, die aus Unkenntnis nur bis zum Fußboden reichen.

Wäre es besser diese Verbundplatten wieder zu entfernen? Oder würde es etwas bringen sie bis zur Betonplatte zu verlängern? Bei letzterem wäre dann auch der Bereich innerhalb der Holzkonstruktion isoliert. Hier war ja die Feuchtigkeit aufgetreten.
Mir ist klar daß dann bei der Anbringung der Fehlstellen darauf geachtet werden muß daß keine feuchte Luft an diese Stelle dringen kann.

Wobei die komplette Entfernung meiner Meinung nach auch Abhilfe schaffen könnte. Denn dadurch würde die Außenwand innen mehr Raumtemperatur annehmen und diese nach unten in den kritischen Bereich weitergeben.
Ist doch so, oder?

Die Idee mit der Dämmwolle war wohl auch ein Eigentor.
Vermutlich hätte das auch nichts daran geändert wenn oberhalb der Dämmwolle eine Dampfsperre anzubringen.
Von dem Problem diese rundherum dicht zu bekommen mal abgesehen.

Ihr merkt schon daß ich im Moment etwas verunsichert bin.
Ich habe halt keine Lust nach einem halben Jahr den Boden schon wieder zu öffnen, weil wieder Feuchtigkeit da ist.

Wie ist die Frage zur Veränderung der Beheizung gemeint?
Der Raum wird als Wohnzimmer genutzt und dementsprechend beheizt. Meinem Gefühl oft zu warm. Aber das erkläre mal jemand meiner Frau. So sind sie halt.

Für weitere Empfehlungen wäre ich dankbar.

Gruß
Georg





Hallo Georg,

die Entfernung der Innendämmung in Verbindung mit einer Wandtemperierung, beispielsweise über Heizleisten, wird das Problem mit Sicherheit an den Wänden lösen. Dann bleibt aber noch der Fußboden mit der Dämmwolle.


Grüße aus Schönebeck



Die genannten Verbundplatten an der Wand..



... (gips/Styro) sollten wirklich entfernt werden. Alternativ könntest Du da einen mineralischen Dämmputz aufbringen - z.B. Biotherm von HAGA:

http://www.haganatur.de/biotherm.html

Mit der Heizung wäre es eine Lösung Richtung Randleistenheizung gewesen - evtl. auch nur durch die Umlegung der Zu- und Ableitungen zum Heizkörper an den Außenwänden entlang.

Sorry, aber der Boden wird in diesem Zustand weiter Probleme verursachen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ich sehe Fehler



sowohl in der Innendämmung durch die Verbundplatten, wie auch im Aufbau des Fussbodens. Ich denke aber, dass es Lösungsmöglichkeiten gibt, wenn man den Fussboden noch einmal öffnet und neu aufbaut und die verbundplatten durch andere Materialien ersetzt. Eine genauere in Augenscheinnahme und vielleicht die ein oder andere kleine Berechnung ist notwendig um eine sichere Konstruktion zu erstellen. Noch mehr versuche helfen hier sicherlich nicht weiter.



Styropor abnehmen



Hallo Georg,
ich habe in einigen ähnlichen Fällen zur Proben einige Stellen Freilegen lassen. Dahinter war es pitsche nass.
Durch die Innendämmung wird der Taupunkt weiter nach Innen verlagert. Wenn dann die Dämmung nicht zu 100% vollflächig angeklebt ist, bildet sich Kondenswasser, welches nach unten abläuft. Besser ist eine Innendämmung mit Holzweichfaserplatten. Dazu gibt es reichlich Infos im Netz, oder bei mir.





Hallo

Der Boden ist schon seit ein paar Tagen im Bereich der Außenwände offen. Die Dämmwolle wurde dort ebenfalls entfernt. Am nächsten Tag war auch die Feuchtigkeit weg.

Ich habe mich jetzt (schon fast) dazu durchgerungen die Innendämmung zu entfernen und die Dämmung im Fußboden zumindest ca. 60 cm von den Außenwänden wegzulassen. Das Problem mit der Taupunktverlagerung hatte ich aus Unkenntnis nicht beachtet. Diese Problem dürfte sich dadurch zumindest vermindern.

Eine Beheizung im kritischen Bereich der Wand wäre sicherlich nicht verkehrt. Allerdings ist das bei mir mittels umlegen von Heizungsrohren nicht möglich. Ich heize mit Nachtspeicheröfen. Da käme wohl eher eine Art Frostschutz-Heizkabel in Betracht. Damit habe ich mich jedoch noch nicht auseinander gesetzt.

Würde ich die Bodenplatten aus Holz nach Entfernung der Innendämmung wieder verwenden, entstünde an den Außenwänden zwangsläufig ein Spalt von von 3 cm. Wenn ich dann neue Platten verlege, sollten diese rundherum abgedichtet werden?
Oder wäre ein kleiner Spalt zu allen Wänden hin besser?

Auf jeden Fall werde ich dieses Mal nichts übers Knie brechen um den Raum so schnell wie möglich wieder zu nutzen.
Daher bin ich weiterhin für Tipps und Anregungen offen.

Gruß
Georg



Kann selbstregulierende Heizbale nur empfehlen



Hallo,

kann die selbstregulierenden Heizkabel nur empfehlen. Habe selbst Elektro-Strahlungsheizung, jedoch durch Strahlungsschatten in nicht unterkellerten Räumen Kondesatprobleme. Seit dem parallel zur E-Heizug angeklemmte Heizkabel unter der Sockelleiste installiert sind, sind die Probleme alle verschwunden. Also klemm die Heizkabel parallel zur Nachtspeicherheizung unter Randleisten etc. und deine Probleme sind Schnee von gestern...