Daemmung von unebenem Fussboden im Dach

27.10.2012



Hallo,

Wir bewohnen ein altes Fachwerkhaus in der Altstadt von Brandenburg an der Havel. Wir wollen den Dachboden nicht zu Wohnzwecken ausbauen. Daher soll nicht das Dach sondern der Fussboden des Dacbodens gedaemmt werden. Dieser ist aber sehr uneben. Der Hoehenunterschied betraegt an manchen Stellen sicher mehr als 10 cm. Wer kennt eine geeignete Methode, diese Unebenheiten beim Einbringen der Daemmung auszugleichen, so dass im Dach ein ebener Fussboden verlegt werden kann? Fuer Hinweise oder Ratschlaege waeren wir sehr dankbar.
Ian und Almuth McWilliams



Moin Ian und Almuth,



wenn ihr den Dachboden sowieso nicht ausbauen wollt, ist es doch eigentlich egal wie schief der Boden ist, oder?

Eine Möglichkeit:

Baudielen hochkant aufstellen und mit Winkeln befestigen, dazwischen Dämmstoff einbringen (z.B. Zelluloseflocken, Hanf, Perlite, Steinwolle) und den begehbaren Teil mit Rauhspunddielen abschliessen.

Wenn ihr den höchten Punkt im Raum ermittelt habt, könnt ihr die Baudielen entsprechend unterlegen, um einen geraden Fussboden zu bekommen.

Gruss, Boris



Nachtrag zur Frage



Wir wollen den Dachgboden ywar nicht zu Wohnzwecken ausbauen, aber der Fussboden sollte schon eben sein, damit man dort SAchen lagern kann oder Wäsche trockjen etc.
Danke für den Tip.

A. McWilliams



Die Dielen-Winkel-Kombination...



scheint mit unnötig hoch zu werden, und auch nicht sonderlich solide.

So die Balken halbwegs kantig sind, würde ich 16 oder 18cm hohe Bohlen (40mm) seitlich direkt an die Balken schrauben, nivelliert vom höchsten Punkt her.

Damit geht nicht mehr als erforderlich von der Aufbauhöhe verloren. Im Balkenzwischenraum kann dann gedämmt werden.

Je nach Gegebenheiten sollte über eine Dampfbremse nachgedacht werden.

Grüße

Thomas



@Thomas:



"16 oder 18cm hohe Bohlen (40mm)" = "Baudiele"

;-), Boris



@ Boris



Unter Baudiele kann man vieles verstehen, auch der Handel hat da nicht nur je eine Stärke und Breite. Ich wollt's für die Almuth ein bisschen plastischer formulieren :-)

Grüße

Thomas



2.Nachtrag



d.h.man müsste die vorhandenen Fussbodenbretter erstmal aufnehmen?



Das wäre...



bei meinem Vorschlag erforderlich.

Die Dämmung im Balkenzwischenraum böte einige Vorteile.

Grüße

Thomas





Hallo alle.
Nur so nebenbei,von Schüttung(zb.Fermacell)und begehbaren Dämmplatten haltet ihr wo nichts.



@Harry



Könntest Du das mal näher erklären?



Der Krümel...



wäre im tiefsten Punkt 10cm dicker aufgetragen als am höchsten Punkt, die Dämmwirkung wäre sehr ungleichmäßig (Gefahr der Kondensatbildung). Und wenn der Rieselschutz irgendwo nachgibt, rinnt die Schüttung in den Balkenzwischenraum. Und die Platten sacken ab.

Begehbare Dämmplatten? Ob das unter diesen Bedingungen eine solide Fläche wird? Auch für Punktlasten wie Schrankfüße?

Üblich wäre auf Schüttungen z.B. 2x OSB überlappend, das ist aber wieder recht dampfdicht.

Auf die seitlich angebrachten Bohlen sollte ein 28er Rauhspund kommen, das ist eine bewährte und solide Konstruktion.

Grüße

Thomas





Hallo Almuth.
Ich habe bei mir vor 12 Jahre den Dachboden ausgebaut(trieft bei euch nicht zu).Den gesamnten alten Fussboden habe ich neu befestigt bzw.Bretter teilweise ausgewechselt.Danach alle Fugen und Schlitze zugemacht.So eine Art Packpapier ausgelegt.
Bei uns wahren es im Schnitt 3cm Schüttung von Fermacell danach Trittschalldämung und dann noch Fermacellplatten.
Trittschall braucht ihr nicht.anstatt Fermacellplatten die begehbare Dämmung.Es gibt eine bestimmte Höhe,ich glaube es waren 3-5cmm,(müsste nachschauen) wie man die Schüttung benutzen kann,wird es höher muss man unten noch etwas beilegen zB andere Dämmplatten die sich eignen.Viele Grüsse Harry



Beilagen



an die Balken anbringen kann etwa so aussehen - Ausgleich von 0 bis x (abhängig von den Maßen der Beilagen):



Beilagen seitlich an Dachbalken



In vielen Decken kommt relativ dicht unter den Bodendielen eine Schicht aus Lehm, Sand oder Schlacke. Die möchte und sollte man sicher nicht entfernen, wenn es nicht gerade auf jeden cm Höhe ankommt.

Wie sähe es denn da mit dem seitlichen Anbringen der Beilagen aus? Wieviel cm freie seitliche Dachbalkenhöhe müsste man haben, wenn man da seitlich etwas anschrauben möchte, was am Ende eine gewisse Tragfähigkeit für den Dachboden ergeben soll?



bei



handbehauenen Balken und wenigen zentimeter würde ich lieber Keile aufsetzen, da die Beilagen so ja kaum senkrecht stehen bleiben würden. Einfacher würde das, wenn man ein paar Zentimeter höher gehen könnte, damit statt eine Keils eine Pfoste (4 cm) mit Auflageklötzel ausrichten könnte (Alternativ quer über die Balken legen, wenn alle Balken nach einer Seite absenken, da kann man mit unterschiedlich dicken Pfosten etwas einfacher arbeiten). Die Tragfähigkeit ist so kaum zu verbessern, max. bessere Lastverteilung.
Für eine Erhöhung der Tragfähigkeit braucht man eine statisch wirksame Verbesserung des Querschnittes - das hat nichts mit dem Ausgleich zu tun.





Ich schätze, dass man wohl mindestens 10cm seitlich an den alten Balken haben sollte, damit man die Beilagen gut befestigen kann.

Als ich mich nach einem möglichen Aufbau für meine Bodendeckendämmung erkundigte, kamen von allen Bauleuten auch nur Vorschläge, bei denen die neuen Dielenträger statisch tragend mit den Deckenbalken verbunden werden. In meinem Fall wurde KVH 80*160 empfohlen, das auf die Balken gelegt und mit ihnen verschraubt werden sollte.

Zur Baudielenvariante hieß es von allen: Das kannst du dir selbst bauen, von mir bekommst du das nicht.

Mir geht bei dem Aufbau durch den Kopf, dass ich irgendwann meine Meinung ändere und den Dachboden doch ausbauen will. Dann stört der hohe Aufbau und man würde ihn entfernen wollen. Niemand wird aber später gern Teile entfernen, die in die Statik der Decke eingebunden sind.

@Almuth
Bodendielen entfernen ist meistens sowieso ein gute Idee, wenn die Decke gedämmt werden soll. Normalerweise ist die Dielenlage seitlich unterlüftet. Wenn man die alten Bodendielen lassen will, muss man alle Stellen an den Seiten finden und irgendwie winddicht verschließen, sonst bläst der Wind unter der Dämmung durch.



6cm...



...reichen gut aus, wer sauber arbeitet kommt auch mit weniger hin.

Der Bauleute gibt es gar viele, ein normaler Zimmermann kommt mit sowas problemlos klar.

Grüße

Thomas



Danke



für all die vielen Beiträge. Es scheint ja diverse Möglichkeiten zu geben. Wenn wir irgendwann fertig sind, werde ich berichten.





Hm, 6cm hört sich nicht viel an. Da könnte man in Erwägung ziehen, etwas von der Lehmschüttung weg zu kratzen, wenn nur 1 oder 2cm fehlen.

Sinn und Zweck des seitlichen Anschraubens soll ja sein, dass die Baudielen eine Verstärkung der Deckenstatik bewirken. Dafür kann ich mir nicht vorstellen, dass die seitliche Überlappung beliebig klein sein darf.

Wie würde man denn z.B. die 40mm Baudiele anschrauben? Mittig in den 6cm, also 3cm unterhablb der Oberkante der Deckenbalken? Sollte man möglichst waagerecht oder mehr von schräg oben schrauben? Was für Schrauben sollte man nehmen und in welchem Abstand sollte man die Schrauben setzen?

Wenn man das nicht so macht, dass die Verstärkung der Deckenstatik gegeben ist, dann ist es wahrscheinlich besser, wenn man die Baudielen auf die Deckenbalken legt.



Gedacht...



...ist das Verfahren für einen einfachen und aufbauhöhensparenden Ausgleich. Die mehr oder weniger starke statische Verbesserung ist ein Nebeneffekt, nicht mehr.

Das Schneiden keilförmiger, exakt passender Auflagen AUF den Balken ist deutlich aufwändiger, selbst für den Profi.

Sollte es mit der Statik grundsätzliche Probleme geben, muß anders vorgegangen werden.

Die Schrauben würde ich mit ca. 30 Grad zur Waagerechten einschrauben, etwas unter OK Balken an der Bohle ansetzend. 5x120mm, aller 40cm.

Grüße

Thomas





Danke. Als Laie tut man sich da schwer, denn die Schrauben müssen ja mindestens alles tragen, was man als Last auf den Dachboden trägt.

Keilförmige Auflagen, so dass die Bohlen der ganzen Länge nach auf den Balken aufliegen, kann ich mir auch nur schwer vorstellen. Ich denke, dass man in dem Fall nur mit Klötzen unterfüttern würde. Das wäre bei der Variante Bohlen quer zu den Balken ja auch nur so.



eine



Mittig im entstehenden System aus Ober- und Unterzug liegende Schraube überträgt nicht wirksam Kräfte (Querkräfte, meine Statikausbildung ist eine Weile her), und bei einer seitlichen Verbindung kann es noch zu Verformungen kommen, wenn die Deckenbalken schon an der Scherzgrenze belastet werden. Also vergessen Sie die "statischen Nebeneffekte".

Abgesehen davon: Mindestabstand Schraube zum Holzrand 2,5 d - bei 10er Bolzen/Schrauben wäre der notwendige "Arbeitsraum" für den gesunden Balken 2,5 + 1 + 2,5 cm = 6 cm als Mindestmaß !
Die Schrauben übertragen dann nur die verkehrslast auf die Deckenbalken - die dann auf die Wände abgeleitet werden.

Bohlen Quer zu den Deckenbalken lassen sich besser ausrichten, eine Punktlager mit einem 15x15 Klotz trägt vielleicht mehr als der ganze Balken. Man kann aber auch Balken 10x10 nehmen und am Auflager wie ein Wechsel ausklinken (4cm), so daß die Auflager 6-8 cm stark sind, im entgegengesetzen Fall wäre dann 6 cm unterzufüttern. - auf die Schnelle mal die Skizze (Sorry, nur Mauszeichnung) Abstand dann auf 60-80 cm , alles Klar ?



Ich habe vorausgesetzt,



aber bei der (gefühlt) 200sten Wiederholung dieses gar nicht neuen Themas 'mal nicht geschrieben, daß jeder Balken zweiseitig "bebohlt" werden sollte. Dadurch wären die Belastungen gleichmäßiger und seitliche Verformungen wenig wahrscheinlich.

Und, auch wenn der Statiker das nicht rechnen kann oder mag, seitlich angeschraubte Bohlen machen den Balken steifer. Ob's relevant ist, sei dahingestellt.

Grüße

Thomas

P.S. So schön kann ich nicht mit der Maus zeichnen.