Fundament mit Betonschlale versehen

14.10.2015 pikolinos



Hallo liebe Leute, ich habe mal eine Frage, wir haben ein kleines feines Bauernhaus mit Feldsteinfundament gekauft. Das Haus ist in einem sehr gutem Zustand, was mir jedoch Kopfschmerzen bereitet ist, das der Verkäufer vor ca 6 Monaten das Fundament frei gegraben hat, Stichgräben und das alte Fundament mit einer 30cm breiten und 80 cm tiefen Betonschale einbetoniert, um anschließend auf dem neuen Fundament zu Klinkern. Es wurde Stahlbewährung verbaut, jedoch das Fundament nicht mit dem alten verbunden, nur gegen gegossen, das alte Fundament waren massive Feldstein mit Mutterboden dazwischen, das neue liegt auf der Lehmsohle auf. Nun meine Frage, hat es schon mal jemand so gemacht und hält das wirklich? Ich habe Angst, das der Mutterboden in den alten Fundamente gefriert und das neue raus drückt, oder sich das neue setzt und das Haus mit runter nimmt sodass Risse entstehen? So ist es gut gemacht und sieht auch massiv aus.



Fundament



Auf ein saubers Arbeiten kommt es an - der Mutterboden - wenn er denn gefriert - drückt den Beton dann nur gegen einen gefrohrenen Boden auf der anderen Seite der Betonschale. Da dürfte nichts passieren. Unterschiedliche Setzungen kann es hingegen geben - da ist die Frage, ob die Feldsteine vor dem Betonieren mit Wasser gesäubert worden.
Andere Frage - was ist auf den Klinkern dann drauf - die Außenwand ? Fotos wäre hilfreicher für so eine Ferndiagnose !



fundament



na es sieht jetzt so aus wie auf deinem Bild links, man sieht nur den neuen Betonstreifen. es waren wohl Feldsteine drin und wurde gesäubert leicht ausgekratzt und betoniert, an einigen Stellen war aber auch nur noch das halbe Fundament unter, da habe ich Angst das wenn das neue sich setzt, hängt das alte dann ja in der Luft. Auf das neue Fundament soll ein Klinker aufgemauert werden



Vorsatzschale



Wenn das Haus Ihnen gehört zwingt Sie keiner die Vorsatzschale auch zu bauen.
Können Sie ein Foto von der Fassade einstellen?



Fundament



Na wir würden schon gern das Haus verklinkern mit einem alten Backstein. Nächste Woche wird das Dach neu gedeckt und die Dachüberstände verlängert.



Fundament



habe im Moment nur dieses Bild, mache heute Abend nochmal eins von einer ganzen Seite.



Fundament



habe im Moment nur dieses Bild, mache heute Abend nochmal eins von einer ganzen Seite.



Verklinkerung



Auch auf die Gefahr hin das ich mich bei Ihnen unbeliebt mache:
Ich würde an Ihrer Stelle die Idee mit der Verklinkerung noch mal überdenken.
Ich sehe neben dem erheblichen Kostenaufwand auch technische Probleme bei der Gestaltung des Sockelbereiches.
Wenn es um Wärmedämmung gehen sollte sind auch andere Lösungen möglich.



Außendämmung



Statt Verklinkerung würde ich doch eher eine Außendämmung installieren.
Bei der Verklinkerung ist wegen des schmalen Fundaments nicht beides möglich.
Ganz abgesehen davon, daß ohne Dämmung gegen die Vorgaben der EnEv verstoßen wird, wäre eine diffusionsoffen hergestellte Außendämmung für das Gebäude technisch günstig und auch für eure Heizkosten.
Dämmung natürlich nicht mit EPS/Styropor sondern zB mit Stegträgern, Zellulosedämmung ,Holzfaserplatten mit Verputz oder auch Holzverkleidung.
Die alten Ziegel lassen sich sicher auch für eine Gartenmauer, Gartenlaube etc verwenden.

Bei einer Verklinkerung sind die Anschlüsse nicht so leicht herzustellen, Wärmebrücken sind schwierig zu vermeiden etc

Das alte Fundament wird sicher gesäubert worden sein, sodaß das neue Betonfundament aufgrund der Verzahnung sicher eine Einheit mit dem vorhandenen bildet.

Andreas Teich



Verblendung



Ein "alter Backstein" dürfte auch kaum das richtige Material für eine Vorsatzschale sein.



Fundament



Erstmal vielen Dank für die Antworten. Ui das versteh ich nicht ganz. Das neue gegossene Fundament ist ca. 30 cm breit, ich dachte da an 5cm Dämmung und dann den 7 cm breiten Verblender davor, dafür wäre das Fundament doch breit genug? Das Haus soll so stehen bleiben, nur verblendet werden. Bin mir nur nicht sicher ob sich das Fundament sich setzt bzw. Sich mit dem alten Feldsteinfundament verträgt, es wurde gegraben auf 80 cm, gesäubert, lose Steine entfernt und mit zwei 12er Bewährungsstangen voll Beton gefüllt. Der Verkäufer meinte das alte Fundament war so uneben und teilweise fehlten Steine, sodass im Prinzip der Beton sich mit dem alten Fundament verzahnt hat, ich hab nur Angst das es absackt wenn ich den Klinker rauf stelle und das alte Fundament auch mit runter zieht, vielleicht hab ich auch nur Wahnvorstellungen.



Feldstein



Ich könnte dem Haus auch ne Wärmedämmung verpassen und mit Riemchen bekleben, das kann ich selbst, hab ich jahrelang beruflich gemacht, meine Frau will aber unbedingt Verblender, das macht mein Vater schon jahrelang, also der Aufwand ist der gleiche, auch finanziell, Verblender wären auch bei neuen etwas Kostengünstiger als WDVS und Riemchen, da die Riemchen pro m 2 genauso teuer sind wie neue Verblender. Aber ich bin ne Schissbüchs und hab Angst vor der Last.



Vorsatzschale



Was halten Sie von der Variante:
Wand nur neu streichen,
Sockelbereich nacharbeiten,
Innendämmung nach Bedarf einbauen.
Dann haben Sie noch die Variante Thermohaut mit Putz und Anstrich.
Nehmen Sie zu Ihrer Vorzugsvariante diese beiden und kalkulieren Sie die Preise aller drei Varianten.
Das sollte mit zu einer Entscheidungsfindung dazugehören.



die



separat stehende Vorsatzschale könnte ein Eigenleben entwickeln - insofern sind Deine Bedenken berechtig. Wie weit und was noch - das sind nur Vermutungen, aber die Garantie für "nichts passieren" könnte nur der Ersteller geben. Da wäre eine Wämedämmung mit gemauerten Sockel, dazwichenen eine flexible Abdichtung (Kombriband) wäre eine Lösung, ansonsten müßtest Du ab dem Fundament eine Dämmung und Riemchenverblender verarbeiten. Das wären zumindest die Anschlüsse besser zu planen. Riemchen sind zwar in Mecklenburg typisch, die Kosten aber entspechend höher als bei einer Putzfassade.



Verblendung



Ich werde jetzt was Ihre Idee betrifft etwas konkreter:

1. Der Fußpunkt der Vormauerung ist nicht so einfach lösbar.
2. Die Verankerung beider Mauerschalen ist kompliziert und aufwändig.
Warum: Vorsatzschalen aus Mauerwerk mit Dämmung sind für den Neubau entwickelt worden.
Die erforderliche Abdichtung der Bestandswand am Fußpunkt ist nachträglich nur mit großem Aufwand herstellbar. Die Verankerung der Mauerschalen ist nachträglich kompliziert. Im Neubau werden die Anker in der inneren, tragenden Wand mit eingemauert. Hier fehlen sie.

3. Zum Preis ein paar Zahlen:

Vormauerklinker: 260,- €/m²
WDVS: 106,- €/m²
Innendämmung + Fassade streichen: mineralisch 150,- €/m²

Alternativ: Rigitherm Innendämmung + Anstrich: 50,- €/m²

Das Einsparpotential beträgt ca. 100- 200,- €/m².
Bei 100 m² Fassadenfläche liegt die Einsparung beim Wert eines Kleinwagens.
Die Preise sind Durchschnittswerte, entnommen aus :
Schmitz/Krings/Dahlhaus/Meisel, Baukosten 2014/15
vom Verlag Hubert Wingen Essen



Außenwandverblendung



Neben den ganzen genannten Problemen ist auch die EnEV zu berücksichtigen.
Sie fordert für die Außenwand (einschließlich Einbauen wie Rolladenkästen, Geschossdecke) einen Wärmedurchgangskoeffizient von U = 0,28 W/(m2K).
Das ist mit den fünf Zentimetern Dämmung sicher nicht erreichbar.
Man kann die EnEV auch ignorieren. Nur: das ist eine Ordnungswidrigkeit und mit einem Bußeld belegt.
Nur so als Denkanstoß.



Es geht auch ohne Fundament



Ich hab vor Jahren für ein Telekomgebäude in Hamburg Kernbohrarbeiten gemacht. Da wurde eine Klinkerfassade mit Wärmedämmung vor die vorhandene Fassade gebaut. Vorhangfassade mit Wärmedämmung....

Im Sockelbereich wurden Anker aus Edelstahlplatten in die Wand eingelassen, an diesen Ankern Edelstahlwinkel waagerecht befestigt und auf diesen Winkeln dann die komplette Fassade über 4 Etagen hochgemauert. In jeder Etage wurde die Klinkerfassade mit Edelstahlwinkeln an der alten Fassade befestigt.

Mir ist bis heute nix bekannt geworden, daß die Hütte zusammengebrochen ist.

Ähm, wer halt zu viel Geld hat........
Alles ist möglich, wenns das Konto hergibt.....sfg



Andreas