Fundament Bruchsteinmauer endet auf OK Kellerfussboden

19.10.2010 Michael F.



Guten Morgen!
In unserem Gewölbekeller ist derzeit eine ca. 2cm dicke Betonschicht mit diversen Löchern, die soll raus.
Der geplante Bodenaufbau war/ist Ziegelpflaster und 5cm Split drunter. Unter den Split würde ich evtl. noch ein Flies legen, dass der nicht von unten versandet/verlehmt (lehmiger Boden).
Bei Probeschachtungen habe ich festgestellt, dass die Bruchsteinmauer auf Höhe des Fussbodens endet. Das Niveau im Endzustand wäre dasselbe wie heute, ich gehe mal davon aus, dass Ziegelpflaster mit Split darunter keinen Schub aufnehmen kann.
Besteht hier die Gefahr eines "Grundbruchs"?
Mir wurde vorgeschlagen, ringsum Stückweise frei zu graben und eine Art Ringfundament aus bewehrtem Beton vorzubetonieren. Dann den Split rein und Pflaster drauf, siehe Skizze.

1)-->Taugt dieser Ansatz? Wenn ja, in welchen Dimensionen wäre das Fundament zu erstellen (Maße A,B und C)?
Taugt er nicht, was habe ich für alternativen?

2)-->Soll die Schalung vor dem Betonieren mit Folie ausgelegt werden, um zu verhindern, dass der Sockel ständig feucht ist?

Würde mich über einige Meinungen freuen! Vielleicht hatte ja der eine oder andere ein ähnliches Problem und kann mir seine Erfahrungen schildern!

Viele Grüße
Michael

PS: Hatte die Frage bereits in einer anderen / alten Frage zu diesem Keller gestellt, da ging es aber ursprünglich um was anderes, deshalb hier nochmal.



War bei uns...



... auch so.

Hier der Link

Wir haben den Keller abschnittsweise (ca. 80cm) mit Beton unterfangen. Die Folie bringt nur etwas wenn die Kellerwand zum Erdreich außen auch abgedichtet wird. Wir habe unseren Keller erdfeucht belassen. Die Heizung in diesem Raum hält alles schön trocken.

Gruß T. Bucher



Fundament



Hallo,

die mögliche Gleitfläche für einen Grundbruch sieht etwa so aus und führt dann im Keller wieder nach oben. Für den Grundbruchnachweis ist NUR die senkrechte Kraft maßgebend. Durch das Abgraben entfernst du die günstig wirkenden Gegenkräfte so daß die größte Gefahr des Grundbruchs gerade im Bauzustand bestünde.

Das zweite ist der sog. Nachweis gegen Gleiten, in dem die Aufnahme des durch den Höhenversatz verursachten Schubes nachgewiesen werden muß. Im vorliegenden Fall hat das offensichtlich bisher ausschließlich über Reibung funktioniert.

Eine 20cm Standard-Bodenplatte mit Mindestbewehrung zwischen den Mauern würde hier einen erheblichen Sicherheitsbonus bringen und gleichzeitig als zusätzliche Auflast die Grundbruchgefahr verringern ...

Bei Ausführung nach deinem Plan mit einer stückweisen Unterkofferung wäre auch sicherzustellen, daß das neue Fundament auch wirklich sofort unter Spannung steht und nicht erst nach einigen unkontrollierbaren Setzungen.

Viele Grüsse,



Danke



für die bisherigen Antworten!

@T. Bucher:
Haben Sie auch umlaufend einen Sockel vorbetoniert oder die alten Fundamente untergraben und drunterbetoniert?
Welchen Bodenaufbau haben Sie heute, eine Betonplatte?

@ Niko Böhm:
Im Ursprungszustand ist die OK der unbewehrten 2cm Betonschicht quasi gleich mit dem Ende der Bruchsteinmauer. bezieht sich Ihre Aussage "Im vorliegenden Fall hat das offensichtlich bisher ausschließlich über Reibung funktioniert." darauf? Meint also, dass die Wand bisher nicht nach innen ausgewandert ist wegen der Reibung zwischen Mauer und Grund?

Bzgl. "zusätzliche Auflast die Grundbruchgefahr verringern":
Mit dem neuen Aufbau wird die Last doch zumindest nicht wesentlich geringer sein als vorher.

Wir möchten die Bruchsteinmauer nicht unterfangen, sondern nur davor runtergraben (30cm) und den Betonsockel vorbetonieren um die evtl. anfallenden Schubkräfte in tiefere Schichten abzuleiten. Wenn es Schub gibt, müsste der Sockel doch an der oberen rechten Ecke gegen die Wand drücken (Scharnier) und unten Auswandern.
Sie schreiben "..daß das neue Fundament auch wirklich sofort unter Spannung steht und nicht erst nach einigen unkontrollierbaren Setzungen." Gilt das auch beim "vorbetonieren" oder nur beim unterfangen der Fundamente?
Würden Sie mir von dem vorhaben abraten? Wie kritisch stufenb Sie das ein?

Vielen Dank & viele Grüße
Michael



Gleiten / Grundbruch



Da die 2cm Betonschicht unter einem eventuell auftretenden Druck - verursacht aus Schub - sicher ausgeknickt wäre verhindert bisher ausschließlich die Reibung zwischen Mauer und Sohle eine Verschiebung nach innen.

Wie auf der neuen Skizze aber zu sehen ist gibt es ja ein Gewölbe, das sich in diesem Fall positiv auswirkt, da ja dessen Resultierende (Stützlinie) parabelförmig nach außen zeigt.

Der geplante Fundamentriegel würde nur etwas gegen dieses Gleiten bringen und müßte hierfür als "waagerechter Einfeldträger" bemessen werden und dann ordentlich am Auflager in den Giebelmauern verankert werden.

Wie sollen eigentlich die notwendigen Eisen eingebaut werden, wenn das ganze stückweise erfolgen soll?

Gegen Grundbruch bringt der geplante Riegel nichts - hierfür wäre eine zusätzlich Auflast im Keller probat und die größte Gefahr bestünde im Bauzustand nach Entfernen der Betonschicht - im Zustand der maximalen Entlastung.

Deshalb würde ich bei mir, falls die Nutzhöhen dann noch erträglich ist, eine anständige Bodenplatte betonieren, weil diese sowohl gegen Gleiten als auch gegen Grundbruch wirkt und zudem ziemlich wasserdicht ist.

Viele Grüsse,



Die Baufirma...



... hat die alten Fundamente (Bruchsteinwände) untergraben d.h. ca. 80 cm darunter freigelegt, eingeschalt und ausbetoniert. Ich habe die Arbeiten nur Teilweise mitbekommen bzw. gesehen. Eisen waren soweit ich weis keine drin. Anschließend wurde eine Beton-Bodenplatte auf den Kellerboden gegossen. Später kam noch ein Estrich drauf.

Gruß T.Bucher