Welche Dämmung unter Betonplatte?

29.10.2006



liebe Forumsmitglieder und Besucher,
wir haben uns ein altes Haus gekauft und angefangen zu renovieren. Der Boden der ehemaligen Waschküche (Beton) liegt 50 Zentimeter tiefer als das Niveau dees Wohnbereichs und soll um diese 50 Zentimeter angehoben und zum Badezimmer mit Waschmaschine werden. Mein Schwager (Maurer) ist voller Tatendrang und meint, mit dem Schutt der auf der Baustelle anfällt auffüllen, 6cm Styrodur drauf, Folie, 10cm Beton mit Eisenmatte und darauf Fliesen.
Im Prinzip denke ich ein sinvoller Aufbau. Nur mag ich keine Folie, Styrodurs und -pors. Das Haus ist aus Stein, Holz Eisen, Stroh, Lehm, Kalk und Sand gebaut und das finde ich gut und will ich bei der Renovierung auch nicht grundlegend ändern, also lieber recyclebare Naturbaustoffe verwenden als Sondermüll für meine Kinder zu produzieren.
Ich könnte in diesem besonderen Fall, (kein Keller unter der Waschküche, Fliesenbelag wegen Waschmaschine) mit einem Kompromiss leben, wüsste aber doch gerne, ob's Alternativen gibt. Außerdem wüsste ich gerne, ob ihr bei oben genanntem Aufbau 6cm Dämmung für ausreichend haltet.
vielen Dank schon mal für jede Antwort,
lieben Gruß,
Marcus



Zement darf nicht austreten



Guten Tag, die Plastikfolie sollten Sie verwenden, weil diese Folie verhindert, dass Zementleim aus dem Beton nach unten wegläuft und die Betonqualität miserabel wird. Ich persönlich halte 6 cm Dämmmung schon für gut, entscheidend sind im Zweifelsfall die Bauteilanforderungen nach EnEv obwohl die eigentlich immer erst ab 20% Veränderung an der Gesamtfläche greifen. Der Raum hat vermutlich ja weniger als 20 % der Grundfläche in der Etage. Mit dieser speziellen Auslegung bin ich jedoch überfragt. Der "Mindestwärmeschutz" nach DIN 4108 muss auf jeden Fall hergestellt werden. Diese Anforderung ist aber geringer als EnEV. Die Dämmung muss den Einbaubedinbgungen widerstehen, d. h. sie muss unverrottbar, feuchteunempfindlich und ausreichend druckbelastbar sein. Gegenüber "Styrodur" fällt mir da nur Schaumglas ein. Das ist teurer, jedoch etwas ökologischer, es gibt auch Schaumglasschotter, der angeblich aus Altglas hergestellt wird. Wenn Sie schon mit Bauschutt verfüllen wollen, achten Sie peinlich genau darauf, dass keine Holzreste enthalten sind. Verdichten Sie den Schutt ausreichend, dass er nicht nachsackt. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold





Ich schlage vor, den Altboden mit Bauschutt, Schotter usw. aufschütten, ggfs. verdichten, dann die 10 cm dicke Betonplatte einbringen. Auf den Beton eine Wärmedämmschicht aus Kokosfaserplatten aufbringen. Dieses Material nutzte man, als es Styropor noch nicht gab. Kokos ist feuchteresistent und lässt sich nicht zusammendrücken wie andere Fasedämmstoffe. Vor dem Einbringen des schwimmenden Estrichs müsste aber eine Feuchtigkeitssperre, die an den Randseiten hochgezogen wird, verlegt werden. Hierfür gibt es ökologische Lösungen.
Gruß, Jörg Steinhäuser



vielen Dank



vielen Dank für die Antworten. Ich werde es dann wohl doch so machen wie mein Schwager vorgeschlagen hat.
@Ulrich Arnold: Ich weiss schon, dass da kein Holz rein soll, aber was ist eigentlich so schlimm daran? Holz ist zwar keins dabei, aber der Schutt besteht zu einem großen Teil aus abgeschlagenem Kalkputz und da sind die Tapetenreste unmöglich restlos rauszulesen. Muss ich da etwas befürchten?
mit freundlichem Gruß
Marcus



Futter für Pilze



Guten Tag Hr. Curtis,
das mit dem Holz hat folgenden Hintergrund:
Es könnte Substrat=Nahrungsquelle für holzzerstörende Pilze werden, die sich dann evtl. weiter im Gebäude ausbreiten. Pilzsporen sind immer in der Luft, genug Feuchtigkeit finden sie in dem Bodenaufbau unter der Abdichtung, das bischen Sauerstoff was sie brauchen finden sie da auch noch und es besteht das -zugegeben geringe- Risiko, dass ein Pilzherd entsteht. Papier besteht aus Zellulose und wird von den Pilzen auch abgebaut, deshalb sollten Sie möglichst keins mir "verbuddeln".
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Nochmals danke



dann werde ich also möglichst penibel sein mit den Tapetenresten und das Beste hoffen. Allerdings ist's von unter der Betonplatte bis zum nächsten Stück Holz ein recht weiter Weg ( im betreffenden Raum ist eine Stahlträgerdecke), Ich bin also recht zuversichtlich.
Grüße aus Aschaffenburg,
Marcus