Flächenheizung ungedämmte Außenwand

16.01.2019 typewriter



Ich habe hier jetzt sehr viel zum Thema Wandheizung gelesen. Da die verschiedenen Projekte hier aber alle doch recht unterschiedlich sind, was die Situation der Außenwand angeht, habe ich Momenten noch etwas Schwierigkeiten, mich zu orientieren, was Vorgehen und (gesamt) Kosten angeht.

Aus diversen gesundheitlichen Gründen brauche ich eine staubaufwirblungsfreie oder zumindest -arme Heizung. Da kommen eigentlich nur Temperierung oder Wandheizung in Frage.

Das Häuschen (9 + 9,6m) von 1952 ist unterkellert (Keller schaut zu ca. 25%) aus der Erde raus, hat ein Geschoss und ein Satteldach. Das Mauerwerk besteht laut den alten Plänen aus 30er Bimshohlblöcken.

Die Fenster werden getauscht, der Kellerboden gedämmt und das Dach komplett neu gemacht inkl. fetter Dämmung. Im Dach (dann gedämmt bis auf die Stirnseiten) sind Schlafzimmer, Bad und ein Arbeitszimmer untergebracht, im EG Wohnzimmer, Küche, ein kleines Bad und ein Flur mit dem Treppenabgang is Dach/OG.

Im gedämmten Dach ist die Art der Heizung mehr oder weniger egal, weil so gut wir keine Wärme verloren gehen kann. Im Prinzip geht es darum, wie ich das EG, also den Wohnbereich versorge.

Ich habe jetzt länger mit jemandem gesprochen, der Temperierungsanlagen konzipiert. Was ich da gehört und gesehen habe ist ja längst nicht mehr der der spartanische Großeschmidtansatz, sondern von der Zahl der "Heiz-Schleifen" her schon irgendwie auf dem Weg zu einer Wandheizung. Das System wird mit zwei Kreisläufen betrieben: der klassische Großeschmidt Dauer-Kreislauf im bodennahen Sockelbereich und ein Kreislauf mit dann doch nicht so wenigen Schleifen zum Versorgen kritischer Wandregionen und gewissermaßen zum zusätzlichen Heizen.

Ich habe jetzt kein vollwertiges Angebot bekommen, aber grob geschätzt hätte ich beim Verlegen einer Temperierunganlage im ganzen Haus - also inklusive Dach und einer leichten Temperierung der Keller-Lagerräume mit Handwerkerkosten von rund 6000 EUR zu rechnen zzgl. Material - also haufenweise Kupferrohre und Planungskosten. Dann muss dann ganze noch eingeputzt werden, wobei diese Kosten eh' anfallen, weil ich den alten Putz wegen potentiellen Schimmelbefall (das Haus war viele Jahre und bewohnt und nicht beheizt) ohnehin vorher entfernen muss.

Bei einer klassischen Wandheizung bin ich mir nicht sicher, ob ich beispielsweise beim Verbauen der WEM (Lehm-)Klimamodule direkt auf das Mauerwerk gehen kann oder vorher noch eine Innendämmung anbringen muss. In Anbetracht des vorhandenen Mauerwerks muss ich im Wohnbereich (ca. 30qm) vermutlich die ganze Außenwand mit Modulen belegen. Über den Daumen muss ich im Wohnbereich da vermutlich rund 20-25 Module verbauen und komme auf ca. 3300 EUR für die Elemente zzgl. Einbau, wobei das ja vergleichsweise schnell gehen sollte.

Alternativ bliebe mir nur die Möglichkeit, von außen zu dämmen. Das sind abzüglich Fensterflächen ca. 110qm. Der Architekt hat dafür rund 30.000 EUR veranschlagt. Was ich unwirtschaftlich finde, zumal mir dann ja trotzdem noch die Heizung fehlt.

Ich wäre für konkrete Erfahrungswerte, was eine sinnvolle und wirtschaftliche Lösung angeht sehr dankbar.

Ich versuche hier einmal den Grundriss des aktuellen Planungsstandes hochzuladen. Da ist auch eine Außendämmung eingezeichnet, die ich für diese Kosten aber nicht machen lassen kann/will.



So habe ich es gemacht



Ich würde an eine ungedämmte Wand vor dem Aufbringen einer Wandheizung auf jeden Fall eine Dämmung aufbringen, da man ansonsten ja wegen der guten Wärmeleitfähigkeit die gesamte Außenwand aufheizt. Für die Dämmstärke und das Dämmaterial gilt die alte bekannte Formel (Frag 10 Leute und Du hast 20 verschiedene Antworten).

Ich habe mich damals für eine 6cm Nut und Feder verbundene Holzweichfaserplatte entschieden.
Mein Wandaufbau sieht folgendermaßen aus.

- Außenwand
- Lehmputz aus dem Bigbag mit Stroh
- Mit Lehmputz aufgeklebte und mit Wärmedämmdübeln gesicherte Holzweichfaser-Putzträgerplatte
Aufgeschraubte Kunststoff-Rohrbefestigungsschienen für 16mm Mehrschichtverbundrohr
- Darein eingeklippst das sehr gut formbare und ohne Verbindungsstellen in der Wand verlegbare, sauerstoffdichte und preiswerte Mehrschichtverbundrohr horizontal verlegt.
- Lehmputz aus dem Bigbag mit Stroh
- Lehmfeinputz aus dem Sack (ganz dünn)
- Weiße Lehmfarbe gerollt
Fertig! Seid 10 Jahren angenehm warm und keine Risse
Ob das nun die beste Lösung ist? Keine Ahnung aber wir finden es gut.

Gruß
Bernd



Bernd



Hat recht!

Dämmung ist Pflicht.

Ich habe Gutex an der Wand.
Dann habe ich mir das Variotherm Rohr aus Österreich bestellt, die haben auch die passenden Schienen dazu!

Lehmputz drüber!

Bei mir fehlt jetzt noch der Oberputz und die Farbe,
aber was soll ich sagen???
Die Wärme ist einfach geil!

Kosten ca 1200€ für Rohr, Verteiler usw....

Ich würde es wieder tun!



Planung?



Vielen Dank für die Antworten. Ich nehme an, Ihre habt beide die Heizung selbst installiert.

Gab es Vorgaben oder einen Plan vom Heizungsbauer wieviele Meter/Fläche belegt werden mussten?

Habt Ihr in die Fensterlaibung auch Heizschleifen gelegt oder nur eine Laibungsdämmung gemacht?

Wo bringt man da die Elektroinstallation unter? Auf oder unter der Holzfaserplatte?



Moin



also ich hab die Wandheizung nur als Zusatzheizung, weil ich sie toll finde.
Meinen Wärmebedarf deckt eigentlich die Fußbodenheizung.

Ich hab da also nichts berechnen lassen müssen.

Bei alleinheizung bitte den Installateur berechnen lassen!!!
Vorallem, dass die Heizkreise in etwa gleich lang sind.

Ich hab erst eine bei nem bekannten verlegt, nach Plan.
Dann meine.

Er hat sie Verputzen lassen, ich hab meine selbst eingeputzt, was im Nachhinein besser war.

Die FACHFIRMA, hat den Lehm einfach drüber gespritzt und abgezogen....
ich hab mich mit Frauchen 3 Tage hingesetzt und erstmal den Lehm zwischen Wand und Rohr geschoben und dann verputzt...

Mein Wärmeübertrag ist dadurch besser.

Elektroleitungen hab ich in das Mauerwerk geschlitzt, Kabel gezogen, eingeputzt und die Dämmdosen von Kaiser (schweineteuer!!) angebracht.
Danach die Innendämmung.

Darauf die Wandheizung.

Laibungen hab ich nur gedämmt.
Ich weiß auch nicht, ob du mit Schlaufen in den Laibungen nicht genau das Gegenteil erreichst, ne Wärmebrücke???

Vielleicht meldet sich da jemand, der sich in der Materie besser auskennt...

Aber selbst das Rohr da rein biegen... ne... das wird nix...

Grüße



Auch dafür kann



eine Minimaldämmung reichen. Bei der Innendämmung gilt: Viel hilft nicht viel, die ersten Zentimeter sind die wichtigsten.

Satt mit fertigen Heizplatten zu arbeiten würde ich Rohr oder Register nehmen und diese einputzen.

Wir können das gerne mal wenn alle Daten vorliegen kalkulieren. Vorher müsste aber der Aufbau der äußeren Umschließungsflächen ( Boden Dach Fenster) festliegen.