Kippfenster lüften falsch??

26.09.2003



Hallo,
sicher gibt es hier echte Experten für meine Frage...
Wir sind in einen Neubau eingezogen, und haben soweit keine Probleme. Nun meckert uns unser Vermieter immer an, weil wir die Fenster ständig auf Kippstellung stehen haben. Seiner Meinung nach ist das total gefährlich, weil durch den Luftaustausch und die damit verbundenen unterschiedlichen Temperaturen Kondenswasser entstehen kann, welches sich dann als Feuchtigkeit im Fenstersturz und im ganzen Zimmer niederschlagen würde.
Wir halten das für Blödsinn, weil sonst sicher keine Kippfenster hergestellt werden würden. Aber er beharrt so auf seiner Meinung, dass ich mich nun gern mal schlau machen würde.
Achso - eins noch - im Winter jetzt machen wir das natürlich nicht, da wird stoßgelüftet. Aber im Sommer bei so angenehmen Temperaturen ???

Danke schonmal für die Antworten!
Eskarina



ist



natuerlich schwachsinn, was euer vermieter da sagt, im uebrigen ist der vermieter fuer den bestand der baulichen huelle und deren nutzbarkeit verantwortlich, was heissen soll- dass er andere fenster einbauen soll, wenn die bestehenden den lueftungsnotwendigkeiten nicht gerecht werden..





Hallo, das ist ein juristisches Minenfeld, denn es haben schon Mieter Prozesse wegen Schimmel in der Wohung verloren, wenn der Vermieter nachweisen konnte, dass falsch gelüftet und geheizt wurde. Grundsätzlich treten Probleme mit Feuchtigkeit dann nur dann auf, wenn es ein Temperaturgefälle gibt. Also im Sommer: Draußen 40 Grad, drinnen 20 - dann kann Luftfeuchtigkeit an den Wänden kondensieren (ist aber höchst unwahrscheinlich). Vor allem aber im Winter: drinnen 20 Grad, draußen 0 - dann muss man beim Lüften schon aufpassen (also nicht aus den warmen Wohnräumen ins kühle Schlafzimmer oder Treppenhaus querlüften ...). Kipplüftung im Sommer ist also ok, Stoßlüftung im Winter auch - da gibt's nichts zu meckern. Wenn der VM Probleme macht - mal die Verbraucherzentrale oder den Mieterschutzbund einschalten, die haben sicher auch Material zum richtigen Lüften.
Gruß gf
gf



mmhmm...



mal laut überlegen: warme Luft strebt immer in Richtung kalte Luft. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft. Wasserdampf, der in warmer Luft gehalten wird, kondensiert bei Abkühlung der Luft aus. Draußen ist es warm, drinnen kalt. Wenn es draußen trocken und warm ist, passiert drinnen nix. Ist es schwül warm, stimmt die Theorie von Ihrem Vermieter. Dagegen sprechen aber zwei Dinge: 1.) Ihre gebäudeeigenen Speichermassen, die Wärme über einen verzögerten Zeitraum wieder abgeben und daher ungünstige Zeiten überbrücken können. Diffusionsoffene Oberflächen im Raum wie Putz u. ä. die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Bei Dauerlüftung würde sich das Rauminnere dem Außenklima anpassen. Nachteil für Sie wäre lediglich das unnötige Aufheizen der Wohnung durch von außen eindringende Wärme. Durch die ständige Luftbewegung wird die in den Bauteilen gespeicherte Feuchtigkeit wieder mit aufgenommen und abtransportiert. Da der Sommer eher trocken und sehr warm war, hat die Luft nur einen geringen Anteil an Luftfeuchtigkeit. Der Temperaturunterschied für einen Tauwasserausfall liegt bei hohen Temperatur (über 25°) und geringer Luftfeuchte (zwischen 40-45%) schon bei 12-15°C. Dieser Unterschied müßte also dauerhaft gegeben sein, wenn bei Dauerbelüftung, das Szenario ihres Vermieters eintreten soll. Zusammen mit den Faktoren Fähigkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme Ihrer Einrichtung und Raumoberflächen und Abtransport von Feuchtigkeit durch Querlüftung dürfte ein Tauwasserausfall im Sommer in einer Wohnung nicht gegeben sein. Im Gegensatz zum Keller. Hier ist und bleibt das Mauerwerk so kalt, das die sich eindringende warme, Feuchte Luft sofort auf den kalten Flächen als Kondenswasser abschlägt. Deshalb sollten Kellerräume nur zur kälteren Nachtzeit im Sommer, stoßgelüftet werden.
Grüße aus Leipzig von