Feuchte Bruchsteinwand

06.02.2022 Patrick52

Feuchte Bruchsteinwand

Hallo zusammen.
Wir haben ein Problem mit Feuchtigkeit in einem Raum des Hauses.
Ich habe schon viel gelesen und mehrere Unternehmen vor Ort gehabt. Leider finde ich keine Problematik mit parallelen, aus der ich eine Lösung ziehen könnte und Lösungen wie Wandheizung oder Horizontalsperre halte ich für fragwürdig beziehungsweise problemverlagernd.

Problembeschreibung:
Es handelt sich um ein Haus, welches ca. 1948 errichtet wurde.
Die Außenwände des Raumes waren bereits mit Gipskarton verkleidet (mit Batzen auf die Wand geklebt), als das Problem durch Schimmelbildung auffiel.
Ich habe den schimmelnden Bereich entfernt und versucht die Wand mit Hilfe von Bautrocknern trockenzulegen;
leider erfolglos. Mittlerweile habe ich partiell das Mauerwerk freigestemmt, da ich hoffte eine defekte Heizungs- oder Wasserleitung zu finden; leider wurde auch dieses Fünkchen Hoffnung im Keim erstickt.
Wie ich beobachten konnte, wird die Wand auf der Außenseite recht heftig vom Regen "getränkt". Dieser wird vom Wind meistens im 45° Winkel auf die Wand geleitet.
Mir wurde geraten die Wand von Außen zu imprägnieren (Dinova Silicon-Imprägnierkonzentrat SW 1:9 verdünnt), was leider auch zu keinem positiven Ergebnis führte.

Eckdaten:
Höhe des Raumes über Erdboden: 1,1m bzw. 2,2m
Wandstärke: ca. 35cm
Das Gebäude ist unter diesem Raum nicht unterkellert. Der Keller beginnt erst hinter der Innenwand.



Feuchte Bruchsteinwand


Feuchte Bruchsteinwand

Das kleine Dach gibt es nicht mehr.



Feuchte Bruchsteinwand


Feuchte Bruchsteinwand

Vom Regen getränkt.



Feuchte Bruchsteinwand


Feuchte Bruchsteinwand

Vom Regen getränkt die 2.



Feuchte Bruchsteinwand


Feuchte Bruchsteinwand

Aktuell oben



Feuchte Bruchsteinwand


Feuchte Bruchsteinwand

Aktuell unten.
Am Grund befindet sich hier ein Bodenablauf, der da Wasser abführt.



Feuchte Bruchsteinwand


Feuchte Bruchsteinwand

Ein Bild vom Innenbereich.



Feuchte Bruchsteinwand



Über hilfreiche Tipps und Lösungsansätze würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Patrick



Der nasse,



senkrechte Streifen lässt eine defekte oder verstopfte Dachrinne vermuten.

Zum anderen wird von der waagerechten Steinfläche rechts daneben mit Sicherheit Wasser an die Ecke geleitet. Ist das die alte Aschengrube?

Gipskarton vor dünner Steinwand ist denn auch keine gute Idee. Da kann es sogar ohne Wasser von aussen schimmeln.

Grüße

Thomas



Feuchte Bruchsteinwand



Hallo Thomas.
Tatsächlich wird die Wand innenseitig von unten nach oben gemessen immer trockener.
Die Dachrinne ist frei und wird in eine andere Richtung abgeführt.
Der horizontale Mauerblock ist die Abgrenzung zur Kellertreppe und dem mittlerweile zugemauerten Eingang.
Der Mauerblock wird bis auf ein ca. 10cm x5cm großes Stück komplett vom Terassenboden geschützt bzw. abgedeckt.

Ich bin völlig offen für eine Alternative zu Gipskarton. Hauptsache die Feuchtigkeit macht keine langfristigen Probleme.

Gruß
Patrick



Feuchte Bruchsteinwand



Auf den hier nicht ganz detailscharfen Bildern ist zu erkennen das der Fugenmörtel außen an den Flanken abgesrissen ist. Das sollte wenigstens in Bereichen mit Schlag- und Spritzwasser instandgesetzt werden. Hier bewähren sich belitreiche (C2S) Kalkbindemittel.

Innen sollte die Verkofferung zurückgebaut werden und ein kraft- und kappilarschlüssiger Kalkputzaufbau erfolgen. Hier empfiehlt sich auf einer verdichteten Grundbeschichtung mit natürlich hydraulischen Kalk ein Kalk-Dämmputz.



Meine



Vermutung würde auch auf der Dachrinne liegen. Die muss nicht verstopft, oder kaputt sein. Auf dem 2. Bild hast du eine Gaube direkt darüber. es kann schon sein das hier Wasser einfach darüber schiesst.
Auf deinem 4.Bild sieht man dass der Streifen an der "Innenecke" trocken ist. Hier wird das Wasser offensichtlich von der Dachrinne aufgenommen.

Meine Idee wäre folgende.
So wie ich das sehe habt ihr einen breiten Eingang gebrochen und wollt jetzt eine Terrasse /Treppe davor setzen. Verlängert doch das Dach, auf der Stahlträgerkonstruktion habt ihr doch genug Fläche um noch eine flache Überdachung vor dem Fenster anzubringen. Ein Paar Glasplatten zum beispiel.



Dachüberstand verlängern



Was Waldkater vorschlägt wäre auch mein Vorschlag: Den Dachüberstand verlängern, damit der Schlagregen erst gar nicht mehr bis an die Wand kommt. Das wäre m. M. n. die effektivste Lösung.
So wie es auf dem ersten Bild aussieht sind unterm Dach Aufschieblinge auf die Sparren genagelt. Die kann man relativ einfach durch längere ersetzen.

Gruß,
KH



Dachüberstand



Guten Morgen.
Die Dachrinne scheint gut ans Dach angebunden und leitet das Wasser ordnungsgemäß über den Wasserspeier ab. Diese steht zudem ca. 30cm über die Feuchte Wand hinaus. Das Regenwasser trifft bei normalem Regen ca. 50cm unterhalb der Dachrinne auf die Wand. Oberhalb dieser "Grenze" sieht der Stein auch bei Regen trocken aus (wäre doch anders, wenn die Dachrinne doch der Übeltäter wäre, oder denke ich da mal wieder zu pragmatisch? ).



Feuchte Bruchsteinwand


Feuchte Bruchsteinwand

Hier noch ein paar Bilder der überbauten Mauer



Feuchte Bruchsteinwand


Feuchte Bruchsteinwand

Überbaute Mauer



Feuchte Bruchsteinwand


Feuchte Bruchsteinwand

Beidseitige Ansicht



Hallo Patrik



Ich habe es nicht deutlich genug beschrieben
nicht der Träger sorgt für die Durchfeuchtung der Wand , sondern der Übergang Auflagemauerwerk zur Hauswand.
Hier muss eine Abdichtung erfolgen
Innen würde ich aufgrund von Bauschädlichen Salzen welche sich sicher aus dem Mauerwerk gelöst haben mit Sanierputz WTA sanieren.
der Kalkputz hat leider nicht die entsprechende Lagerfäigkeit um im Zuge der Abtrocknung diese zu speichern.
er wird aufgrund trocknender Mauersalze ( diese expandieren ) sich lösen und abfallen.
da bitte einmal Gugeln

Gr. Detlef



Feuchte Bruchsteinwand



Hallo Zusammen.
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

@Detlef:
Der Träger liegt glücklicherweise nicht auf dem Mauerwerk auf und hat keinen direkten Kontakt mit der Wand (überwiegend 1-2cm Luft). Bild 6 zeigt den Wandteil unter der Terrasse, wo das Regenwasser herunterläuft.

@all
Die Sache mit den Fugen klingt sehr schlüssig und nachvollziehbar.
Kann man das selbst neu verfugen, oder gibt es Fachunternehmen, die so etwas ausführen sollten (Stichwort Flankenhaftung)?

Gibt es zusätzlich Dinge bei der Fertigstellung der Innenwand zu beachten?
Ursprünglich sollten hier großformatige Fliesen zum Einsatz kommen (60cm×120cm).
Wenn hier aber immer mit Feuchtigkeit zu rechnen ist, sollte ich die Wand besser nicht vollflächig mit Fliesen beplanken, sondern eher nach einer atmungsaktiven Möglichkeit suchen, habe ich das richtig interpretiert?



Ich bleib dabei



Du schreibst doch selbst das die Wand Schlagregen ausgesetzt ist und "..Das Regenwasser trifft bei normalem Regen ca. 50cm unterhalb der Dachrinne auf die Wand. Oberhalb dieser "Grenze" sieht der Stein auch bei Regen trocken aus..." Das sagt doch alles aus.

Bau ein Glasdach über die Terrasse.

PS: Deine Fugen sind vom Regen ausgewaschen, aber nichts davon erklärt die Feuchtigkeit in der Wand.
Kalkputz innen ist aber der richtige Weg, meiner Meinung nach.
Eine Bruchsteinwand wird schnell nass und braucht teilweise Jahre bis sie wieder völlig trocken ist.
Vorrausgesetzt die Ursache wird abgestellt.

PPS: Auch die Dachanschlüsse der Gaube sehen ziemlich fragwürdig aus.



Feuchte Bruchsteinwand



Auf dem zweiten Bild ist unterhalb des roten Markierungskringel, direkt über dem Brüstungsmäuerchen eine ziemlich ausgewaschene Fuge zu sehen. Durch die könnte Wasser von der Mauerabdeckung in die Wand geflossen sein. Kann es sein dass die Feuchtigkeit, die jetzt noch innen zu sehen ist, ein "Überbleibsel" aus der Zeit ist, bevor die neue Terrasse über das Mäuerchen gebaut wurde? Denn es ist schon so wie Waldkater schreibt, eine durchfeuchtete Wand braucht u. U. mehrere Jahre um vollständig auszutrocknen.

Zu deiner Frage bezügl. Verfugen: Ja, das kann man selbst machen. Dazu werden die Fugen ca. 2 cm tief ausgekratzt, die und die Steinflanken gereinigt und entstaubt und mit frischem Fugenmörtel neu verfugt.
Wenn man sich mit Kalkmörtel befassen will, kann man sich den Fugenmörtel auch selbst mischen oder man kauft sich einfach fertigen Mörtel, z. B. von Tubag: https://www.tubag.de/produkte/trass-und-restaurierungssysteme.html
Oder:
Falls die von Waldkater vorgeschlagene Glas-Überdachung der Terrasse keine Option ist, könntest du die Wand auch bis zur Ecke vollflächig zu Verputzen und dabei auch gleich eine Abdichtung des Spaltes zwischen Terrassenboden und Wand anbringen.

Die Wand mit Fliesen zu belegen, bevor die Ursache der Durchfeuchtung behoben ist, halte ich für kontraproduktiv. Denn dann hat sie gar keine Chance mehr auch nach innen hin auszutrocknen, es dauert viel länger wenn die Feuchte nur noch nach außen raus kann.

Gruß,
KH



Vieles richtig, aber..



..könnten die Feuchteschäden an der Innenseite auch zum Groß auch durch Tauwasser entstanden sein?
Klar ist, dass die Fugen außen geschlossen werden müssen.
Auch wäre die Wasseraufnahme durch eine Fassaden- Imprägnierung sinnvoll.
Und dann die Frage beantworten wie wird konkret beheizt und wie wird der Raum genutzt?



Tauwasser



Nein in dem Fall nicht
Ich habe am 7.02. zu dem Fall geschrieben
ist nach wie vor meine Meinung

VG. Detlef



Zukünftige Raumnutzung



In dem Raum soll vor der Wand vor Kopf eine Toilette stehen, rechts auf der Wand unter dem Fenster ein Heizkörper hängen und auf der linken Innenwand ein kleines Waschbecken montiert werden.



Arbeitsplan



Ich werde also zunächst die Dachanschlüsse von meinem Dachdecker begutachten lassen und mir dann ein fachkundiges Unternehmen suchen um die Wand, die vom Schlagregen getränkt wird ordentlich verputzen zu lassen (wobei das ja sicherlich jeder machen kann, der Fassadensanierungen durchführt).
Es sei denn, es gibt auch hierfür Spezialisten, sodass man nicht unbedingt das Unternehmen aus der Nachbarschaft fragen sollte?



Spezialisten



Ein Fachkundiges Unternehmen wird das hin bekommen
Ganz wichtig ist der Innenaufbau
Das größte Hindernis sind die Bauschädlichen Salze , welche berücksichtigt werden müssen .
Im zuge der Abtrocknung werden diese expandieren.
daher mit Sanierputz WTA aufbauen

Gr. Detlef



Noch eine Theorie....



"Ich werde also zunächst die Dachanschlüsse von meinem Dachdecker begutachten lassen...."
Die Dachrinne ist 30 cm vor der Wand. Wenn die eine undichte Stelle hätte, würde das Wasser vor der Wand runter tropfen. Würden die Tropfen vom Wind gegen die Wand geblasen, würde höchstens einen mehr oder weniger breiten Streifen nass werden, aber nicht die ganze Wand.
Auf dem 4. Bild ("Vom Regen getränkt die 2." ) sieht man dass ein Streifen an der Innenecke zum Anbau trocken ist. Ich tippe mal der Streifen ist so breit wie der Dachüberstand des Anbaus. Das könnte andeuten, dass die Wand vielleicht nicht durch Schlagregen, sondern durch Spritzwasser vom Dach des Anbaus "beregnet" wird. Der trockene Streifen ist sozusagen der "Schatten" des Dachüberstands vom Anbau, wo das Spritzwasser nicht hin kommt.....????....
Ist nur ne weitere Theorie....

Gruß,
KH



Spezialisten



Vielen Dank für den Hinweis.
Nachdem der Raum nun seit Ende 2016 mit vielen Ideen und erfolgloser Ursachenforschung brach lag, bin ich nun zuversichtlich ihn zu Ende diesen Jahres bestimmungsgemäß nutzen zu können.



Noch eine Theorie



Hallo KH.

Jetzt, wo du es erklärst: der trockene Streifen passt tatsächlich als Schatten durch den Dachüberstand.

Das heißt hier kommt nicht nur der Schlagregen ins Spiel, sondern auch noch Wasser, welches eventuell über die Dachrinne der benachbarten Dachfläche hinweggespült und zusätzlich an die Wand gedrückt wird.

Sollte aber doch ebenfalls durch eine vollflächig verputzte Wand nicht mehr problematisch sein.



Re: Noch eine Theorie II



"....sondern auch noch Wasser, welches eventuell über die Dachrinne der benachbarten Dachfläche hinweggespült..."
Nein, vergiß mal die Dachrinne. Ich rede von Spritzwasser, nicht von überschießendem Wasser.
Jeder Regentropfen der auf einen festen Untergrund prallt/fällt, spritzt in vielen kleinen Tropfen wieder hoch, bzw. seitlich weg. Die Tropfen die von den ersten 2, 3, 4 Ziegelreihen abprallen fliegen dann zum Teil über die Traufe und Dachrinne in allen Richtungen nach unten (und werden evtl. noch vom Wind gegen die Wand gedrückt), deshalb hats vermutlich den "Schatten" in der Ecke unterm Dachüberstand.
Aber selbst wenn dem so wäre, wäre es nur eine Erklärung für die nasse Wand, aber immer noch keine Lösung.
Wenn ein Glasdach über der Terrasse keine Option ist, stimme ich aus optischen/ästhetischen Gründen Mario zu. Die Bruchsteine sind als Sichtmauerwerk gebaut. Es wäre eigentlich schade sie zu zu verputzen, wenn es mit einer Reparatur der Fugen getan wäre.
Praktisch oder finanziell gesehen wäre ein Verputzen der paar wenigen m² die schnellere und kostengünstigere Variante, wenn du das Verfugen nicht selbst machen kannst/willst.

Eine Salzbelastung, bzw. Ausblühungen kann ich auf keinem der Bilder erkennen. Von daher würde ich auch sagen dass ein Sanierputz nicht notwendig wäre (falls verputzt werden sollte).

Gruß,
KH

PS: @Mario: (Frozelmodus ein) Manchmal komme ich mir vor lauter "vielleichts", "wahrscheinlichs", "eventuells", "könnte-seins" auch vor wie sellemols in Delphi... ;-) (Frozelmodus aus)



Salzbelastung



Auch wenn sie auf den Bildern nicht zu sehen ist
logischer weise ist eine Salzbelastung (Salpeter ) vorhanden
Es ergibt sich aus dem vorhandenen feuchten Material
darum ... noch einmal
Vorsicht mit dem Aufbau der Innenfläche
Ich würde so nicht verfliesen
sollte ein Putz zum tragen kommen , muss dieser die expandierenden Mauersalze speichern können

Gr.Detlef



Sichtmauerwerk



Ich habe das ganze nochmals überdacht, mir einige Videos zum Verfugen bin Natursteinwänden angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Arbeit, handwerkliches Geschick vorausgesetzt, kein Hexenwerk ist. Mit dem richtigen Füllmaterial sollte ich das auch selbst hinbekommen. Ich habe im Garten noch einen aus Bruchsteinen gemauerten Grill stehen an dem ich erst etwas üben werde.
Die Optik ist mir auch sehr wichtig, sodass ein vollständiges Verputzen meine letzte Option ist, sollte eine Neuverfugung fehlschlagen.



Bauschädliche Salze...



..es muss ja nicht immer Salpeter sein.
Aber auch dazu: wenn man an der Oberfläche nichts sieht kann es auch bedeuten, dass diese Salze (oder auch andere Bestandteile) in Lösung sind und somit unsichbar bleiben.
Aber dies bedeutet auch, dass dann die Wärmeleitfähigkeit "sehr gut" ist und dann kommt wieder das Tauwasserproblem dazu. Graphik folgt noch.