Farbe einer Holztafeldecke bzw. Decke aus Einschüben bestimmen

09.05.2019 Carsten Jung



Hallo liebe Forengemeinde, wir haben ein Fachwerkhaus, ca 250-300 Jahre alt und im Zuge der Sanierung eine historische schwarze Holztafeldecke, vermutlich aus der Bauzeit gefunden. Leider war diese nicht mehr vollständig erhalten, zusätzlich mussten wir die Balken auswechseln, in die die Tafeln eingeschoben waren. Wir möchten die Holztafeldecke gern wieder herzustellen und ergänzen und sind auf der Suche nach Ratschlägen. Ja im Ernst - wir wollen eine schwarze Zimmerdecke wiederherstellen... ;-)

Die Holztafeln sind wie gesagt schwarz, es sieht aus wie gebeizt (?) und sie glänzen ganz leicht matt. Die schwarze Farbe ist wasserlöslich. Nun brauchen wir euren Rat, um die Art der Farbe zu bestimmen, damit wir passend dazu Holztafeln ergänzen und "nachmachen" können. Hat jemand eine Idee, mit welchen Mitteln früher solche Holzdecken schwarz bzw. dunkelbraun gefärbt wurden? Wie wurde es erreicht, dass die Holztafeln diesen leichten Glanz haben?
Wir freuen uns über eure Hinweise. Danke!



Ruß



Ist das vielleicht Ruß?



Ruß ggf. als Bestandteil?



Hallo Methusalem,

wir haben einen Einschub mal heute der Naturfarbenwerkstatt in Dresden vorgelegt, der patente Tischler vermutete auch Ruß, eine genaue Analyse kann aber nur das Labor geben. Da die Decke ganzflächig und relativ gleichmäßig schwarz ist vermute ich, dass der vermeintliche Ruß nicht durch einen Ofen kam. Selbst Schwarzküchen sind ja nur in einer Ecke schwarz. Der Zimmerer vermutete, dass es eine Mischung aus Leinöl und Ruß war, der als Anstrich aufgebracht wurde. War so etwas vor ca. 300 Jahren üblich?

Im Bild sieht man, dass etwas die Fasern entlang gekrochen ist. Das würde Ruß allein nie tun.

Wir versuchen erstmal den Ruß mit einer Mischung aus Standölfarbe schwarz und Holzlasur im Ton zu imitieren und versuchen die matt glänzende Oberfläche mit einem Carnaubawachs nachzubilden.

Falls noch jemand Hinweise hat, sind wir sehr dankbar.



Karbolineum



Moin,
ich könnte mir vorstellen, dass es sich dabei verdünntes Karbolineum handelt. Das wurde früher viel verändert / allerdings nicht vor 300 Jahren. Müsste dann nachträglich passiert sein.
Davon würde ich jedoch im Innenbereich absehen.
Gruß, nils



Schwarzes öl



Es gibt von einigen Herstellern (z.b. Rubio, Woka, etc.)
eingefärbte Öle - auch in schwarz.
Damit könnte es auch gut funktionieren.